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Bedenken immer noch nicht ausgeräumt / Gelegenheit für Einwände bei Planauslegung

Enorme Belastung durch Biogasanlage befürchtet

Hattendorf (who) . "Welche Belastungen könnte durch die geplante Erweiterung der Hattendorfer Biogasanlage auf uns zukommen?" Hauptsächlich diese Frage hat auch im zweiten Schub der Bürgerbefragung zum Thema die Gemüter im voll besetzten Saal des Dorfgemeinschaftshauses bewegt.

veröffentlicht am 27.10.2007 um 00:00 Uhr

Sorgt weiter für Gesprächsstoff: Die Biogasanlage in Hattendorf.

Die enorme Resonanz auf die erste Infoveranstaltung hatte zum Vorhaben der Investorengemeinschaft Biesterfeld/Oldendorf den Ausschlag für einen zweiten Termin gegeben. Anlagen-Planer Matthias Reinhold bemühte sich erneut, in sachlichem Ton, den Bedenken zu begegnen. Bauhöhen und Dimensionen würden sich auch nach einem Kapazitätsausbau innerhalb des genehmigten Rahmens bewegen. Lediglich ein weiterer Gärbehälter sowie ein zusätzliches Blockheizkraftwerk würden im Wesentlichen ergänzt. Bürgermeister Thomas Bremer stellte in diesem Zusammenhang klar: "Wir werden das offizielle Verfahren auch nach dieser Veranstaltung fortführen. " Nach deröffentlichen Auslegung der Planungsunterlagen in der Gemeindeverwaltung sei Gelegenheit, in schriftlicher Form Bedenken zu äußern. Die baulichen Erweiterungen waren für die meisten Zuhörer nicht das größte Problem, wurde wiederholt deutlich. Dagegen pendelte sich die Diskussion schwergewichtig ein bei Fragen zur zu erwartenden Verkehrsbelastung durch an und abfahrende Transportfahrzeuge bei der Biomasse-Anlieferung. An dieser Stelle sei erhebliches Verkehrsaufkommen zu erwarten rechnete der Rintelner Rechtsanwalt Wilhelm-August Dehne vor, der offenbar von Skeptikern eingeschaltet worden war. Bei einer Anlagengröße für eine maximale Stromerzeugungsleistung von bis zu 1200 Kilowattstunden werde die bislang veranschlagte Anbaufläche von bis zu 370 Hektar bei weitem nicht ausreichen. Realistisch seien, in Abhängigkeit von der Ergiebigkeit des Gärgutes zwischen 500 und 600 Hektar. Bei einem nur angenommenen Hektarertrag von 45 Tonnen sei mit einer Gesamtfracht von mindestens 22.500 Tonnen während der Ernte zu rechnen, verteilt auf 1.225 Fuhrwerke. Unter dem Strich seien das rechnerisch 38 Fahrzeuge pro Tag. Für diejenigen Hattendorfer, die gundsätzlich der Biogaserzeugung in ihrer nahen Umgebung positiv gegenüber stehen, stellte sich eine andere Frage: Warum sieht die Planung keine Abwärmenutzung vor? "Wenn die Hattendorfer es wünschen, haben wir kein Problem, die Wärme abzugeben", griff Karl-Ludwig Oldendorf als Betreiber diesen Ball auf. Es seien Überlegungen im Gang, ab 2008 mit der Wärmenutzung zu beginnen." Dazu versicherte er: "Es werden keine Anlagen erhöht und es wird keine Fremdanlieferer geben." Unter dem Strich hinterließ auch die zweite Bürgerinformation den Eindruck, das Thema Biogasanlage wird bis auf Weiteres für viel Gesprächsstoff in Hattendorf sorgen.

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