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Betrüger gibt sich am Telefon als Sohn aus / Geld für Autokauf verlangt / Mit dem Taxi zur Sparkasse

"Enkeltrick": 83-Jährige um 17 500 Euro geprellt

Bad Eilsen (tw). Eine 83-jährige Anwohnerin aus Bad Eilsen ist das Opfer eines dreisten Betrügers geworden - ihre Gutgläubigkeit wurde ihr zum Verhängnis.

veröffentlicht am 12.02.2008 um 00:00 Uhr

Wie die Polizei Bückeburg gestern mitteilte, hat die Seniorin am Donnerstag, 7. Februar, nachmittags in der Zeit zwischen 16 und 17 Uhr, den Anruf eines Mannes erhalten. Er gab sich als ihr Sohn aus. Die Frau konnte sich nicht mehr erinnern, ob der Anrufer den Vornamen ihres Sohnes erfragte, oder schon wusste. Er erwähnte jedoch den richtigen Vornamen. Die Anwohnerin wurde gebeten, 19 000 Euro für den Kauf eines "günstigen" Pkw auszuhändigen, den der Anrufer (Sohn) angeblich in Bad Salzuflen kaufen könne. Der Anwohnerin kam die Stimme ihres "Sohnes" etwas merkwürdig vor. Dieser gab daraufhin an, erkältet zu sein. Die Anwohnerin begab sich dann in der Zeit zwischen 17 und 18 Uhr zur Sparkasse Bad Eilsen und hob von ihrem Konto 15 000 Euro ab. Sie fuhr mit einem Taxi wieder nach Hause. Kurz nachdem sie dort eingetroffen war, erschien ein Mann, der ihr nicht bekannt war und erklärte, im Auftrage ihres Sohnes zu kommen, um das versprochene Geld abzuholen. Diesem Mann händigte sie dann einen Betrag von insgesamt 17 500 Euro aus. Der "Sohn" hatte kurz zuvor angerufen, dass er selbst nicht vorbeikommen könne, da er noch verhindert sei, aber jemanden schicken würde, der das Geld in Empfang nehmen solle. Er hatte ihr auch gesagt, dass sie die Person auf keinen Fall ins Haus lassen solle. Die Person, die das Geld abgeholt hat, kann von der Bad Eilserin nicht näher beschrieben werden, da sich die Übergabe im Halbdunkeln im Eingangsbereich des Hauses abgespielt hat. Der vermeintliche Sohn der Anruferin rief dann einige Zeit später wieder bei ihr an und bedankte sich für das erhaltene Geld. Die Anruferin wartete noch zwei Tage auf das Erscheinen ihres Sohnes. Als dieser sich jedoch nicht meldete, rief sie ihn auf seinem Handy an und fragte, ob das mit dem Geld in Ordnung gegangen sei. Der richtige Sohn fiel daraufhin aus allen Wolken und erklärte seiner Mutter, dass er sie nicht aufgefordert habe, Geld für ihn zu besorgen und dies an jemand anderen auszuhändigen. Die Anwohnerin ist offensichtlich einem so genannten Enkeltrickbetrüger auf den Leim gegangen. Es ist davon auszugehen, dass die Anruferin zuvor beobachtet worden sein muss respektive ihre Daten ausspioniert wurden. Hinweise auf irgendwelche Täter liegen zur Zeit nicht vor. In diesem Zusammenhang weist die Polizei eindringlich darauf hin, dass keine Geldübergabe an Fremde erfolgen sollte. Es sei denn, es gibt eine hundertprozentige Sicherheit dafür, dass die entsprechende Person tatsächlich autorisiert ist, das Geld in Empfang zu nehmen.



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