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"Historischer Ortsspaziergang" durch Engern, Ahe und Kohlenstädt / Tunnel diente als Luftschutzraum

Engerns Mooreiche istüber 3000 Jahre alt

Ahe-Engern-Kohlenstädt (clb). Der historische Ortsspaziergang, ein Gemeinschaftsprojekt von der Tourist-Info Rinteln, der EU-Initiative "Leader"-Plus, Museumsleiter Dr. Stefan Meyer sowie den Ortsansässigen Dieter Horn, Heinrich Nottmeier und Wilhelm Wessel, führt diesmal entlang der Weser in die Dörfer Ahe, Engern und Kohlenstädt.

veröffentlicht am 29.01.2008 um 00:00 Uhr

Zu den schönsten und historisch bedeutendsten Plätzen in Engern,

Mooreiche und Engersche Gänse: Beginn des 11,5 Kilometer langen Rundgangs ist die alte Mooreiche an der Berliner Straße, die aus der späten Bronzezeit um 1200 vor Christus stammt und 1989 bei Kiesbaggerarbeiten entdeckt wurde. Daneben befinden sich drei Gänse-Statuen, die das Gänsedorf Engern repräsentieren und an die Zeiten erinnern, als auf dem Anger im Dorf das Geflügel noch auf Nahrungssuche war. Rundwalmhaus: Weiter geht es zur Berliner Straße 35, wo das einzige Rundwalmhaus in ganz Engern zu finden ist. Untersuchungen belegen, dass die räumliche Verbreitung der Rundwalmhäuser mit denen der Bückeburger Tracht übereinstimmen. Kieswerk: Direkt am Weserufer befinden sich Verladestelle und Sortieranlage der Firma Ahe Schaumburger Weserkies. Seit 1950 werden die vier bis acht Meter tiefen Kiesschichten des eiszeitlichen Flussbettes erschlossen. Durch diesen Abbau bedingt, ist dort nach und nach eine Seenplatte entstanden. Neelhöfe: Die Lärchenallee führt weiter zum Neelhof. Im Verlauf des Schwarzen Weges nach Süden sind zwei alte Großbauernhöfe vorzufinden, der Große und der Kleine Neelhof. Diese bildeten jahrhundertelang eine Einheit, bis 1922 der eigenständige Gutsbezirk Neelhof an die Gemeinde Ahe ging. Neelhofsiedlung: Diese Siedlung entstand aus der Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg auf einer 23 Morgen großen, vom Neelhof abgetretenen Fläche. Aher Kämpe: Die Aher Kämpe werden als Acker- und Weideland genutzt und wurden aufgrund ihrer hohen Artenvielfalt 1950 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Kapellenplatz: Vermutet wird, dass sich auf dieser Grundstücksfläche im Aher Kirchturmweg im Spätmittelalter ein Gotteshaus befand. 1990 wurde auf dieses Grundstück ein Findling gesetzt. Lange Straße: Die Pflasterung der Straße besteht aus schlesischem Granit, Überreste des Autobahnbaus um 1940. Das Weserufer: Nun geht es weiter zum Aher Weserufer, das in den vergangenen Jahrzehnten aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen und seiner natürlichen Verwilderung überlassen wurde. Ausnahme ist einer der Streifen im Dorfbereich, der seit 2006 wieder bewirtschaftet wird. Verladestelle für Steine und Kohlen: Die Kohlenstädter "Wippe" war ein einfacher hölzerner Verladekran, mit dem Steine und Kohlen auf die Weserschiffe gehievt werden konnten. Jahrelang war diese Wippe der wichtigste Verladeplatz für Massengüter im Schaumburger Land. Hofstraße 1: Bis Ende des Zweiten Weltkrieges befand sich hier das Gasthaus Stenneberg. Während das Wohnhaus heute stark verändert ist, hat die Fachwerkscheune mit ihrem Rundwalmgiebel noch das Erscheinungsbild des 19. Jahrhunderts. Hofstraße 7: Der Hof Wessel ist der einzige verbliebene Vollerwerbsbetrieb in Kohlenstädt. Heute beherbergt der Hof einen Offenstall für die artgerechte Haltung von bis zu 70 Milchkühen. Wasserwerk: Zurück geht zum Engerschen Wasserwerk, das 1935 angelegt und um 1960 erweitert wurde. Das Werk nutzt das Quellgebiet unterhalb des Steinberger Brinks, das als Wasserschutzgebiet ausgewiesen ist. "Kleine Schweiz": Die am Hang der eiszeitlichen Mittelterasse unterhalb Steinbergens gelegenen Häuser bekamen im 19. Jahrhundert aufgrund ihrer bergigen und landschaftlich reizvollen Lage den Titel "Schweiz". Tunnel: Hinter der "Kleinen Schweiz" verläuft der 1900 angelegte Damm der Rinteln-Stadthagener Eisenbahn. Durch ihn führt ein Tunnel, der 1945 als Luftschutzraum genutzt wurde. Das etwa 500 Meter lange Wegstück, das vom Tunnel aus zur "Grafensteinerhöh" führt, ist jedoch völlig zugewachsen. In den kommenden Wochen, sobald die Witterung besser ist, wollen Tiefbauamt und Bauhof den Weg verbreitern und wassergebunden schottern, so dass er für Spaziergänger wieder gut zugänglich ist. "Zur Grafensteinerhöh": Das 1902 errichtete Hotel und Restaurant ist ein neugotischer Sandsteinbau, der mit einem Fachwerkanbau verknüpft ist. Der Name wurde damals frei erfunden. Der Brinkhof: Zurück geht es in die "Kleine Schweiz" zum Brinkhof, dem ältesten Siedlungsplatz der Engerschen Gemarkung. In seiner Nähe wurden in den Dreißiger Jahren bedeutende jungsteinzeitliche Funde aus der Zeit vor rund 5000 Jahren gemacht.

Über 3000 Jahre ist diese Mooreiche alt. Sie wurde 1989 entdeckt
  • Über 3000 Jahre ist diese Mooreiche alt. Sie wurde 1989 entdeckt.
Diese Häuser haben aufgrund ihrer idyllischen Lage den Namen "Kl
  • Diese Häuser haben aufgrund ihrer idyllischen Lage den Namen "Kleine Schweiz" bekommen. Fotos:clb


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