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Sparkasse zeigt "Nach Hannover in den Tod" / Marschdokumentation der Herder-Geschichtswerkstatt

Engagierter Lauf gegen die Wand des Vergessens

Bückeburg (bus). "Nach Hannover in den Tod" lautet der Titel einer Ausstellung, die bis Donnerstag, 28. Februar, in der Hauptstelle der Sparkasse Schaumburg das Gedenkmarsch-Projekt der Geschichtswerkstatt der Bückeburger Herderschule dokumentiert. Der zur Erinnerung an die Insassen des Arbeitserziehungslagers Lahde im April 2007 organisierte Marsch stieß auf derart große Resonanz, dass die von Klaus Maiwald initiierte Werkstatt mit dem Schülerfriedenspreis des niedersächsischen Kultusministeriums ausgezeichnet wurde. Die Aktion stelle einen "erfolgreichen Anlauf gegen die Wand des Vergessens" dar, sagte Hans-Jürgen Hermel während der Ausstellungseröffnung.

veröffentlicht am 23.02.2008 um 00:00 Uhr

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Hermel gehörte im vergangenen Jahr zum Empfangskomitee der Realschüler in der Gedenkstätte Hannover-Ahlem und zeichnete federführend für die Erstellung eines Films über den zweitägigen Marsch verantwortlich. Das Projekt habe - erfolgreich - versucht, "etwas eigentlich nicht Nachvollziehbares nachzuvollziehen", verdeutlichte er den mehr als 50 Vernissage-Teilnehmern. Schulleiterin Christiane Marx (die die gesamte Strecke mitmarschierte) erinnerte an die körperlichen Strapazen, die die Schüler bei hochsommerlichen Temperaturen auf sich genommen haben. "Das war auch eine körperliche Herausforderung", gab sie zu verstehen. Maiwald - "man kann nicht nur Trauer tragen" - rief in Erinnerung, dass im Verlauf der zwei Tage durchaus auch Zeit für spaßige und freudige Momente gewesen sei. Besondere Erwähnung verdienten indes die Begegnungen mit Zeitzeugen, deren Schilderungen viel zum allgemeinen Verständnis der Aktion beigetragen hätten. Ingmar Everding, der als Stellvertreter der Schülerschaft das Wort ergriff, vermittelte eine Vorstellung von der Nachhaltigkeit der Aktion: "Der Marsch wird mir mein Leben lang in Erinnerung bleiben." Die Ausstellung dokumentiert das in Zusammenarbeit mit der Realschule Lahde auf die Beine gestellte Projekt auf vier Stellwänden mit zahlreichen Fotos, Zeitungsausschnitten und erläuternden Schriftsätzen. Während der Eröffnung erhielt der für die musikalische Umrahmung verantwortliche Gittarist Viktor Landenberger viel Applaus. Noch mehr Beifall gab's allerdings für Sparkassen-Vorstand Rolf Watermann, der der Geschichtswerkstatt spontan 250 Euro in Aussicht stellte. Ob sich jemand aus dem applaudierenden Publikum aktiv an dem für April dieses Jahres geplanten Marsch von Lahde zum Steinbruch Steinbergen, wo viele ehemalige Lahder Zwangsarbeiter schuften mussten und in großer Zahl ums Leben kamen, beteiligen wird, war nicht in Erfahrung zu bringen.

Die Präsentation "Nach Hannover in den Tod" bietet viel Anlass f
  • Die Präsentation "Nach Hannover in den Tod" bietet viel Anlass für ausgiebige Erörterungen (kleines Bild). Im April 2007 macht die Marschgruppe unweit von Lahde Station (großes Bild).


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