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Ökomarkt-Themen im Trend: Gasbetriebene Fahrzeuge, Solartechnik und alternative Heizsysteme

Energie sparen - auch mit Schafwollwäsche

Rinteln (ur). Das große Trendthema beim diesjährigen Ökomarkt am vergangenen Wochenende war ganz unbedingt Energie - und das in allen möglichen Variationen.

veröffentlicht am 15.09.2008 um 00:00 Uhr

Bio-Imker Michael Grolm kämpft gegen die "Gen-Mafia".

Die Stadtwerke informierten nicht nurüber unterschiedliche Methoden des Sparens im Haushaltsbereich, sondern präsentierten das Thema auch im Zusammenhang mit einer Ausstellung von gasbetriebenen Fahrzeugen - und boten auf ihrer großen Standfläche auch den Vertretern der Solargemeinschaft Rinteln Gastrecht, die stolz verkünden konnten, mit ihren rund hundert Anlagen im Stadtgebiet inzwischen bereits 1,3 Millionen Kilowatt einzuspeisen und damit den Strombedarf für mehr als 400 Haushalte abdecken können - "mit stetig wachsender Tendenz!", wie Werner Dubiel als einer der "Gründungsväter" dieser Initiative feststellte. Das Thema Energie wurde auch von diversen Anbietern von Baumaterialien,Öfen und ganzen Heizungssystemen behandelt - und fand auch in diversen Informationsangeboten zum neuen Energieausweis sein vielfaches Echo, sogenannte "Blower-Door"-Tests inklusive. Zahlreiche Anbieter thematisierten diesen Punkt auch auf ihre ganz und gar eigene Art: Das Spektrum reichte dabei von der wärmenden Schafwollwäsche über diverse Kräuter- und Körnerkissen bis hin zu Fellen "für drunter und drüber" - nicht zu vergessen all' die wärmenden Tees und Cremes aus den unterschiedlichsten Naturprodukten. Die Rintelner Ackerbürger zeigten mit ihren Vorführungen und Gerätschaften, dass in der Landwirtschaft Bio-Technologien schon gefragt waren, als man noch nicht einmal das Wort dafür kannte, und die heimischen Kaninchenzüchter aus Rinteln und Möllenbeck zeigten, dass geschlossene Öko-Kreisläufe in der Versorgung im Bereich der Kleintierhaltung schon seit eh und je existierten. Eine interessante Begegnung mit demÖkosystem Wald ermöglichte das Forstamt und die Kreisjägerschaft servierte dazu leckere Wildbratwurst - wobei der Schreiber dieser Zeilen angesichts einiger ausgestopfter Wildtiere die Befürchtung einer liebenswürdigen Besucherin aus dem Vorschulalter zerstreuen musste, dass der Grundstoff dieses Grillguts just jenen Ausstellungsstücken entnommen worden war. "Kucke mal, die verkaufen hier lauter Unkraut!", empörte sich der mutmaßliche Eigentümer eines gut gepflegten Vorgartens angesichts eines Verkaufsstandes mit vielen unterschiedlichen Farnsorten und Wildstauden, musste sich dann aber von seiner Frau sehr bestimmt belehren lassen: "Nee, das stimmt gar nicht. Kräuter und Cranberry haben die nämlich auch!" Groß geschrieben wurde auch das Kapitel Essen und Trinken: Riesige Platten mit Kuchen und Torten wie Wagenräder wurden allenthalben vertilgt, Fleisch von Schwein, Rind, Wildsau und Schaf wanderte zentnerweise in die Mägen der Besucher - und natürlich war auch dabei alles Öko, inklusive der Kartoffeln und übrigen Beilagen. Pikante Käse in selten gesehener Auswahl, edle Öle und Gewürze - da hätte selbst die legendäre Feinkostabteilung des Berliner KaDeWe nicht mithalten können! Großes Interesse fand auch der Stand von Bio-Imker Michael Grolm, der seinen Sitz inzwischen nach Thüringen verlegt hat und wegen seines entschiedenen Widerstands gegen die "Machenschaften der Gen-Mafia" sogar Haftbedrohung in Kauf nahm. Die Leser der alternativen taz verliehen ihm dafür in diesem Jahr den Publikumspreis der äußerst begehrten "Panther"-Auszeichnung für zivilen Ungehorsam! Viele Besucher gratulierten ihm dazu auf dem Ökomarkt und er bat stets darum, die Internet-Adressen zu nennen, unter denen mehr über diesen Widerstand zu erfahren ist: www.Gendreck-weg.de bzw. www. Schlossimkerei.de. Ob Landfrauen, Nabu, BUND und andere Organisationen - sie alle trugen mit ihren Ständen dazu bei, den Tausenden von Marktbummlern aus nah und fern zu zeigen, wie facettenreich die Öko-Landschaft inzwischen geworden ist. Und beimÖkobier prostete man sich zu: "Lässt sich ja tatsächlich trinken" - genauso gut wie die naturtrüben Säfte von Streuobstwiesen und die leckeren Fruchtweine von den Südseiten unseres Weserberglands.

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