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Katharina Kiel aus Hessisch Oldendorf wagt den Schritt ins Ausland, um Tierärztin zu werden

"Endlich studiere ich Tiermedizin - in Ungarn"

Hessisch Oldendorf (mav). Das Wintersemester hat frisch begonnen, an den Universitäten gibt es wieder eine Menge "Erstis", wie die Anfänger umgangssprachlich bezeichnet werden. Für sie beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt: Studium statt Schule, eigene Wohnung statt Elternhaus, neue Leute statt alte Freunde. Auch Katharina Kiel (21) aus Hessisch Oldendorf gehört zu ihnen. Doch sie wagt diesen Schritt nicht wie die meisten in Deutschland, sondern in Ungarn.

veröffentlicht am 25.10.2007 um 00:00 Uhr

Geschafft: Katharina (21) hat endlich einen Platz für ein Studiu

Nachdem die ehemalige Schülerin des Schiller-Gymnasiums in Hameln ein Jahr nach ihrem Abitur in Deutschland immer noch keine Zulassung für ihren Wunschstudiengang Tiermedizin erhalten hatte, musste sie nach Alternativen suchen. "Es waren Bekannte, die mich auf die Idee brachten, im Ausland zu studieren", erzählt Katharina. Sie recherchierte im Internet und wurde fündig: Die Szent István Universität in der ungarischen Hauptstand Budapest bietet bis zum Physikum (nach dem 4. Semester) einen deutschsprachigen Studiengang der Tiermedizin an. Der Abschluss ist mit einem deutschen vergleichbar und berechtigt daher, später den Beruf auch in Deutschland auszuüben. "Ich versuche allerdings, schon nach meinem Physikum an eine deutsche Universität zu wechseln, und will dann dort den klinischen Teil absolvieren", plant Katharina Kiel. Bis dahin werde sie in Budapest studieren. Sie bewarb sich an der tiermedizinischen Fakultät der Szent István Universität - und wurde angenommen. Dann begann der Organisationsstress: Das Immatrikulieren für den Studiengang vor Ort war nötig, eine Wohnung musste gesucht und der Umzug vom Weserbergland nach Ungarn geplant werden, eine Aufenthaltsgenehmigung musste bei der Fremdenpolizei beantragt werden. Mit Hilfe einer Bekannten fand die junge Studentin recht schnell eine passende Wohnungüber das Internet. Ihre Möbel wollte sie auf jeden Fall von zu Hause mitnehmen, um Geld zu sparen und ein wenig heimische Atmosphäre um sich zu haben. Mittlerweile lebt und studiert die 21-Jährige knapp zwei Monate in Budapest. "Am Anfang war es schon sehr komisch: auf eigenen Beinen stehen in einer großen fremden Stadt im Ausland, neue Leute kennenzulernen und dazu die Gedanken zu haben, dass man nicht mal eben schnell nach Hause kann, wenn es einem schlecht geht", gibt Katharina Kiel zu. Doch seitdem das Studium richtig begonnen hat, bleibt kaum Zeit, um an zu Hause zu denken. Das Studieren an der tiermedizinischen Fakultät erfordert von den rund 120 Erstsemestern viel Lernbereitschaft und Disziplin. "Ich habe kaum Freizeit, manchmal kommt das Gefühl auf, ich pendle zwischen Uni und Schreibtisch", berichtet die junge Studentin. Ihr Stundenplan ist gefüllt mit Fächern wie Biochemie, Physik, Mathe und Anatomie. Zu jedem Fach gibt es eine Vorlesung, in der der Stoff vermittelt wird. Im Laufe der Woche folgt eine Übung, um den Vorlesungsinhalt zu vertiefen. Um das selbstständige Lernen kommt niemand herum: Im Semester wird in jedem Kurs das Wissen in zwei Testaten abgefragt. Nur wer diese besteht, wird zur Semesterendprüfung zugelassen und darf, wenn auch diese bestanden ist, im nächsten Semester weiter studieren. "Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht außerhalb der Uni lerne, aber dazwischen muss man sich die Freizeit einfach mal nehmen", erzählt Katharina Kiel. Und dann kann sie endlich die Stadt ansehen, an der Donau spazieren gehen und sich in einem der vielen Cafés mit ihren neuen Freunden treffen. Auch wenn immer noch ab und zu das Gefühl Heimweh aufkommt, besonders nach einem Besuch in der Heimat, bereut die angehende Tierärztin ihre Entscheidung, nach Ungarn zu gehen, nicht. Sie ist sich sicher: "Damit kann ich endlich meinen Traum verwirklichen und bin meinem Ziel, Tierärztin zu werden, ein ganz großes Stück näher gekommen."



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