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IGS-Verdoppelung "räumlich unmöglich

Empörung über Vorschlag des Ministeriums

Stadthagen (ssr). Auf strikte Ablehnung und Empörung bei Kreisverwaltung und Schaumburger SPD ist der Vorschlag des Kultusministeriums gestoßen, der Landkreis als Schulträger solle die Kapazität der Stadthäger IGS verdoppeln. Das sei organisatorisch und räumlich gar nicht möglich und schulpolitisch sinnlos. Die Idee wird vom CDU-geführten Ministerium vorgetragen, weil das von der CDU/FDP-Landtagsmehrheit beschlossene Schulgesetz die Errichtung neuer Gesamtschulen untersagt. Die Auflösung des ungeheueren Anmelde staus für die IGS könne aber nur in der Einrichtung neuer Gesamtschulen liegen, so die hiesigen Sozialdemokraten.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 07:49 Uhr

"Räumlich unmöglich" ist die vorgeschlagene Verdoppelung der IGS nach den Worten von Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier (SPD). Die Kapazität des Schulgeländes sei schon jetzt "überreizt". Erweitert werden könne das Areal nicht. Zudem bestehe mit der in das Schulzentrum "Hinter der Burg" ausgegliederten IGS-Oberstufe bereits jetzt eine Filiale. Auch gebe es in Stadthagen keine geeigneten Liegenschaften, um eine weitere IGS-Außenstelle zu bilden. Außerdem wisse das Ministerium ganz genau, so Schöttelndreier: "Eine auf Dauer angelegte Außenstelle wäre nach dem Schulgesetz wie eine Neuerrichtung - und damit verboten." Abgesehen von diesen äußeren Aspekten sei eine Kapazitätserweiterung der bestehenden IGS um 108 Plätze "inhaltlich sinnlos", so der Landrat, denn: "Wir hätten dann immer noch 350 Ablehnungen pro Jahr." Als "taktische Scheinlösung" bezeichnet der Schaumburger SPD-Chef Karsten Becker den Vorstoß des Ministeriums: "Das ist reines Schattenboxen." Eine Erweiterung der IGS in Stadthagen würde wegen der langen Anfahrtswege für große Teile der Schülerschaft etwa im Süden des Kreises gar nichts bringen. "Den riesigen Bedarf an gemeinsamer Beschulung muss man also dezentral auflösen", so Becker und meint damit die Schaffung von Schulen für gemeinsames Lernen an mehreren Schaumburger Standorten. Der SPD-Politiker empört sich über das Gesamtschul-Verbot der CDU: "Wenn an den Gymnasien 80 Prozent der Schüler abgelehnt werden müssten wie bei uns an der IGS - was gäbe das für einen Sturm der Entrüstung." "Ich weise den Vorschlag des Ministeriums an uns als Schulträger entschieden zurück", sagte der SPD-Fraktionschef im Kreistag, Eckhard Ilsemann. Eine Verdoppelung der IGS komme "organisatorisch und baurechtlich nicht in Betracht". Die SPD-Fraktion bestehe auf der schnellen Einrichtung zumindest einer zweiten IGS, möglichst zentral entweder in Obernkirchen oder in Bückeburg. "Das ergibt doch keinen Sinn", sagt IGS-Leiter Richard Wilmers zu dem Ministeriumsvorschlag: "So groß kann eine einzige IGS doch gar nicht sein, um damit der Nachfrage auch nur annähernd entgegen zu kommen."



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