weather-image
23°
Straßenmalaktion der Jusos gegen heutigen Neonazi-Aufmarsch / Verwaltungsspitze stärkt Polizei

"Empfang" für Rechte - Schlägereien am Abend

Bad Nenndorf (rd). Bis zuletzt war gestern offen, ob die Neonazis ihre genehmigte Mahnwache vor dem Thermalbad abhalten konnten, da sieüber lange Zeit keinen Versammlungsleiter benannt hatten. Drei Mitarbeiter des Landkreises als Genehmigungsbehörde weilten gestern in Bad Nenndorf. Letztlich verlief die Mahnwache ohne Komplikationen.

veröffentlicht am 20.02.2009 um 15:57 Uhr

"Bad Nenndorf ist bunt": Zahlreiche Nenndorfer waren dem Juso-Au

Wie Polizeichef Michael-Andreas Meier mitteilte, hat es gegen 19.30 Uhr eine Eskalation von Rechten und Linken am Bahnhof gegeben, diese sei jedoch "bereinigt" worden. Beamte aus Wunstorf seien binnen zehn Minuten zur Verstärkung eingetroffen. Nach der Mahnwache wurden die Rechtsextremen von der Polizei zum Bahnhof eskortiert. Um 21.48 Uhr hätten die Neonazis Nenndorf per Zug in Richtung Haste verlassen, so Meier gestern Abend. Unter dem Titel "Kreativ gegen Rechts" hatten sich zuvor zahlreiche Nenndorfer an der Straßenmalaktion der Jungsosialisten beteiligt. "Die Neonazis sollen spüren, dass sie hier unerwünscht sind", freute sich die lokale Juso-Spitze über die Resonanz der Bürger verschiedener Glaubensgemeinschaften und jeden Alters. Die Parole "Bad Nenndorf ist bunt" hat sich so in Bildern und Slogansmanifestiert. "Nazis sind doof, und es ist noch doofer, dass die hierher kommen wollen", brachte der elfjährige Jurek die Aktion der Nenndorfer auf den Punkt. Die Bahnhofstraße wurde von der Polizei für die Aktion nicht wie geplant zwischen Horster Straße und Bahnhof gesperrt. Für die Künstler eine abenteuerliche Herausforderung. Das "Kunstwerk" soll, wenn das Wetter mitspielt, ein bis zwei Tage erhalten bleiben. Stadtdirektor Bernd Reese und Bürgermeisterin Gudrun Olk überraschten Nenndorfs Polizeichef Meier und Abteilungsleiter Steffen Arndt gestern vor Beginn der Aktionen mit "Nenndorfer Schlamm", einer Schokoladenspezialität, und zwei Körben voller Äpfel. Damit wollten die beiden Köpfe der Verwaltung die Polizei für den heutigen Einsatz bei den Demonstrationen rechter und linker Gruppierungen stärken. Meier kündigte verstärkte Personenkontrollen an. Kleingruppentaktik der Demonstranten und das Anlegen von Waffendepots sollen so vermieden und gewaltbereite Personen, unabhängig der Gesinnung, herausgefiltert werden. Ein massives Polizeiaufgebot von rund 1000 Beamten ist seit gestern in der Kurstadt im Einsatz.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare