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Vorsitzender Dr. Schöpe eröffnet die Diskussion: „Ausbau zum Nachteil des AEG ist nicht Elternwille“

Elternrat will IGS – ohne gymnasiale Oberstufe

Hameln (wer). Für die Verwaltung ist der Weg vorgezeichnet: Hamelns IGS, im Sommer 2011 an den Start gegangen, soll ab 2017 eine gymnasiale Oberstufe erhalten. Es gilt als folgerichtig, nach der Grundsatzentscheidung für die Gesamtschule in einigen Jahren den Antrag für deren Ausbau zu stellen. Jetzt aber legt der Stadtelternrat sein Veto ein.

veröffentlicht am 28.12.2012 um 13:07 Uhr
aktualisiert am 24.05.2013 um 14:03 Uhr

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In die Schlagzeilen gekommen ist die IGS im Oktober wegen ausufernder Baukosten und einer nachgeholten Standortdiskussion. Die Hamelner Mehrheitsgruppe und der Landkreis als Ko-Finanzierer traten auf die Kostenbremse. Nun soll eine Arbeitsgruppe die Kuh vom Eis bekommen.

Unter der Entscheidung, die IGS im Schulzentrum Nord zu etablieren, leidet aber noch eine weitere Schule: das benachbarte Albert-Einstein-Gymnasium, das der IGS raumplanerischen Tribut zollte und auf vier Klassen pro Jahrgang verkleinert wurde. Seitdem müht sich das AEG nach Kräften, vom Verdacht eines Auslaufmodells freigesprochen zu werden.

Derzeit sieht die Verwaltung für eine weitere Schrumpfung des AEG keinen Spielraum. Denn auch bei insgesamt rückläufigen Schülerzahlen gehen die Planer von relativ stabilen Quoten für die drei Gymnasien aus. Doch die Ambition, die Gesamtschule eines Tages um eine gymnasiale Oberstufe zu erweitern, nährt bei Insidern Zweifel an einer langfristigen Zukunft des AEG.

Ein Szenario, das den Stadtelternrat auf den Plan ruft. Zwar werde man sich weiter für die IGS einsetzen, sagt dessen Vorsitzender Dr. Volker Schöpe, aber nicht auf Kosten des AEG. Die Ansage ist deutlich: „Eines der Gymnasien zu schlachten, um die IGS aufzubauen, entspricht nicht dem Elternwillen.“

Die Schülerzahlen der IGS seien im zweiten Jahr relativ stabil, aber eines sind sie für Schöpe nicht: ein Argument für eine Erweiterung um eine gymnasiale Oberstufe. Denn weniger als zehn Prozent der IGS-Schüler hätten eine Gymnasial-Empfehlung, sagt der Vorsitzende.

Daraus lasse sich ableiten, dass die IGS aus Elternsicht primär die Hauptschule ersetze, nicht die Gymnasien. Auch durch die Entwicklung der Schülerzahlen an den Hamelner Gymnasien sieht Schöpe sein Argument nicht widerlegt. Mit Einführung der IGS seien sie „nicht eingebrochen“, sondern nur leicht zurückgegangen. Tatsächlich kommen die drei Hamelner Gymnasien im laufenden Schuljahr auf zusammen 3391 Schüler, 2011/12 waren es 3506, 2010/11 noch 3785. Die meisten Schüler gehen aktuell auf das Schiller- (1201), gefolgt vom Viktoria-Luise- (1167) und dem Albert-Einstein-Gymnasium (1023).

„Das AEG wird mittelfristig ausreichend Schüler für vier Züge behalten“, sagt Schöpe auch mit Blick auf die vom Land beharrlich reduzierten Klassengrößen. Der Elternrats-Vorsitzende fordert eine dauerhafte Absicherung des kleinsten Gymnasiums der Stadt.

Bereits vor zwei Jahren, als die IGS noch Planspiel war, hatte er in einem Schreiben an die Verwaltung die sich abzeichnende Beeinträchtigung des AEG kritisiert – und die Theodor-Heuss-Realschule als IGS-Standort favorisiert. Heute wäre ihm dafür der politische Zuspruch wohl sicher.

Um die Zukunft des AEG nicht zu gefährden, plädiert der Sprecher der Eltern jetzt für einen Verzicht auf die IGS-Oberstufe. Damit allerdings scheint der politische Konflikt programmiert. „Es ist Ziel, in der IGS Hameln eine gymnasiale Oberstufe einzurichten“, heißt es unmissverständlich in der jüngsten Vorlage der Verwaltung.

Der Antrag könnte frühestens im Sommer 2015, zum Ende des ersten achten IGS-Jahrgangs, bei der Landesschulbehörde gestellt werden. Bei einer ausreichenden Zahl von Schülern wäre die Einrichtung dann zum Schuljahresbeginn 2017/18 möglich.

Auf Stadt und Landkreis kämen in diesem Fall weitere Kosten zu, denn der Ausbau ist in den bisherigen Raumplänen noch nicht enthalten.

Gesamtschule und Gymnasium: Der Stadtelternrat will eine IGS, die dem AEG in der Sekundarstufe II nicht schadet.



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