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Seit einem Jahr erfolgreich im Einsatz / Gestern Nachschulung / Ungeduldige Gesten missachten

Elternlotsen: "Immer die Ruhe bewahren"

Meerbeck (sk). Seit einem Jahr sichern Elternlotsen vor der Grundschule Meerbeck am Zebrastreifen denÜberweg der Schüler über die Hauptstraße. Mit Erfolg. Die Autofahrer zeigen ein deutlich verändertes Verhalten. "Einige halten freiwillig", so Elternratsvorsitzende Claudia Janik.

veröffentlicht am 07.11.2007 um 00:00 Uhr

Vor der Grundschule: Elternlotsen sichern den Weg der Kinderüber

Die orangefarbenen Warnwesten der Elternlotsen zeigen Wirkung. Jedoch auch ohne das Janik und ihre Mitstreiter die Kelle heben, halten etliche Autofahrer an. Dass hier Schulkinder die Straße überqueren, und der Zebrastreifen unbedingt zu beachten ist, hat sich in den Köpfen der einheimischen Autofahrer eingeprägt. Das ist allerdings kein Grund, den Elternlotsendienst wieder einschlafen zu lassen. Binnen kurzer Zeit wären die alten gefährlichen Zustände wieder da, so Adolf Deterding. Auf Einladung des Elternrates ist der Verkehrssicherheitsberater gestern Morgen um 7.30 Uhr für eine "Nachschulung" der Elternlotsen zur Grundschule gekommen. Rund ein Dutzend Mütter und Väter - diese in der Minderzahl - übernehmen wechselweise den morgendlichen Dienst für die Schulkinder. "Querungsstelle absichern" heißt im Polizeideutsch, was die Eltern leisten. Marion Hitzemann, Petra Barrabas, Petra Hülsmann und Anja Lampe - "Ich find' das ist 'ne gute Sache" - waren zum ersten Mal dabei und wurden von Deterding und erfahrenen Lotsen eingewiesen. Die erhobene Kelle - Deterding: "Sie haben die Gelbphase in der Hand" - bedeutet für Autofahrer: Achtung, anhalten. Erst wenn der Verkehr steht, betreten jeweils zwei Mütter die Fahrbahn und riegeln diese in beide Fahrtrichtungen mit ausgestreckten Armen ab. Erst dann dürfen die Kinder auf Aufforderung losmarschieren. Bei den Autofahrern haben die Meerbecker Lotsen ein weitverbreitetes Phänomen beobachtet. Die Autofahrer lassen ihr Fahrzeug langsam an den Zebrastreifen heranrollen. "Sie rollen und rollen", so Janik, und erwarten, dass die Kinder losgehen. Jedoch, ob mit oder ohne Elternlotsen: Die Kinder bekommen in der Schule, zu Hause oder im Kindergarten "eingeimpft", erst danndie Fahrbahn zu betreten, wenn das Auto steht. Die ungeduldigen Gesten der Autofahrer müssen die Kinder missachten. Und das müssen die Elternlotsen ebenfalls tun. "Immer die Ruhe bewahren, immer cool bleiben", forderte Deterding auf. Lotsen-Neuling Petra Hülsmann hat gestern ihren Dienst mit positivem Gefühl beendet: "War gut. Das kann man schaffen."



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