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Marienschule kündigt bewährtes Modell auf / Landesschulbehörde: Unterricht darf für Therapie nicht ausfallen

Eltern kritisieren Verbot der Sprachtherapie in der Schule

Bückeburg (kk). D ie geplante Auflösung der Marienschule beherrschte in den vergangenen Wochen die schulpolitische Diskussion in Bückeburg. Eltern protestierten wie berichtet gegen die Pläne des Landkreises, die Kinder des Förderbereiches Lernen nach den Sommerferien in Obernkirchen zu unterrichten, die des Förderbereiches Sprache in die Grundschule am Harrl unter Beibehaltung der Förderklassen zu integrieren. Vor diesem Hintergrund trat ein weiteres Anliegen der Eltern zurück: Der Erhalt der sprachtherapeutischen Einzelbetreuung an der Schule.

veröffentlicht am 17.02.2007 um 00:00 Uhr

Die war nämlich Ende vorigen Jahres zum Schrecken vieler Eltern und Kinder von der Schule auf Anordnung der Landesschulbehörde aufgekündigt worden. So lief ein in den Augen vieler Eltern und Pädagogen bewährtes Modell der Zusammenarbeit aus. Zur Vorgeschichte: Auf Initiative der Marienschule hatte vor Jahren eine logopädische Praxis Einzelsprachtherapie in der Schule übernommen. Ein entsprechender Kooperationsvertrag war geschlossen worden. Die Therapie fand in der Schule und in der Praxis statt. Üblicherweise stellt ein Arzt die medizinische Notwendigkeit einer Sprachthearapie fest. So soll zum Beispiel Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen geholfen werden. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten. Normalerweise findet diese Therapie in einer logopädischen Praxis statt. Die Eltern müssen das dort Erlernte mit ihren Kindern weiter trainieren. Das Therapieangebot in der Marienschule, das nicht zum "Pflichtprogramm" der Schule gehörte, brachte nach Ansicht von Eltern, Pädagogen und Therapeutinnen viele Vorteile. Die Therapie fand in enger Abstimmung mit den Lehrerinnen statt, "kurze Wege" erleichterten eine umfassende individuelle Förderung der Kinder. Medizinischer und schulischer Sektor waren miteinander verzahnt. Die Eltern hatten den Vorteil, dass die Behandlung während der Schulzeit stattfand, ihnen also zusätzliche Wege (in die Praxen) erspart blieben. Doch gerade hieran nahm die Landesschulbehörde als Aufsichtsbehörde der Marienschule Anstoß. Auf Anfrage begründete die Behörde die Auflösung des Kooperationsvertrages so: Einzeltherapiestunden seien auch während der (Pflicht)-Unterrichtszeit durchgeführt worden. So sei Unterricht für die betroffenen Kinder ausgefallen - und das sei nicht weiter tragbar. Während der Proteste für den Erhalt der Marienschule wurde auch deutlich, welch hohen Stellenwert die logopädische Einzeltherapie für die Eltern hat. Sie machten sich zum Beispiel im Gespräch mit dem Landkreis als Schulträger dafür stark, dass dieses Angebot bei einem Umzug in die Grundschuleam Harrl wieder aufgenommen wird. Denkbar wäre als Kompromisslinie beispielsweise ein Therapieangebot während der (freiwilligen) Nachmittagsbetreuungsstunden in der Schule. Ob eine solche Lösung auch praktikabel wäre, müsste allerdings erst in Gesprächen mit allen Beteiligten ausgelotet werden.



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