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Vier Grundschüler im Kindergarten: Altersgemischte Gruppe trotz geplanter Ganztagsschule

Eltern hoffen auf weitere Betreuungsplätze

Rolfshagen (la). Mit Beginn des Schuljahres hat die Gemeinde Auetal im Kindergarten Rolfshagen eine altersgemischte Gruppe eingerichtet. In dieser Gruppe besteht die Möglichkeit Grundschulkinder von 12 bis 16.30 Uhr und in den Ferien sogar von 7.30 bis 16.30 Uhr betreuen zu lassen. Zurzeit werden in dieser Gruppe vier Kinder aus der ersten und dritten Klasse betreut. "Mehr Plätze stehen zurzeit leider nicht zur Verfügung", erklärt die Leiterin des Kindergartens Rolfshagen, Beate Handierk.

veröffentlicht am 10.10.2007 um 00:00 Uhr

Die Erzieherin Gabriele Franz begrüßt Gina (7) und Justin (8) an

Für ein Schulkind müssten 1,5 Kindergartenplätze zur Verfügung gestellt werden. Drei Schulkinder und deren Eltern stehen bereits auf der Warteliste und hoffen, noch im Laufe des Jahres einen Platz zu bekommen. "Im nächsten Jahr sieht das anders aus. Dann werden wir wohl zehn Schulkinder aufnehmen können", schaut Beate Handierk voraus. Aus dem Ganztagsbereich des Kindergartens lägen allerdings auch schon sieben feste Anmeldungen dafür vor - und das, obwohl mit dem Beginn des nächsten Schuljahres die Ganztagsschule im Auetal eingerichtet werden soll und die altersübergreifende Gruppe im Kindergarten zunächst nur ein Einjahresprojekt der Gemeinde ist. "Die Eltern brauchen tägliche Betreuungsplätze für ihre Kinder und das auch in den Schulferien. Selbst als Paar können Erziehungsberechtigte die zwölf Wochen Ferien im Jahr nicht abdecken", weiß die Erzieherin. Die Ganztagsschule sei zwar ein gutes Projekt und für einige Eltern sicher sehr hilfreich, aber für berufstätige Eltern, die vielleicht sogar in Hannover arbeiten, reiche die Betreuungszeit der Ganztagsschule einfach nicht aus. "Bei uns werden die Kinder das ganze Jahr über betreut. Unsere Einrichtung macht nur drei Wochen Ferien im Sommer", nennt Beate Handierk einen entscheidenden Vorteil. Diese Vorteile haben auch die Eltern erkannt und lassen sich die kontinuierliche Betreuung ihrer Kinder etwas kosten. 126 Euro müssen sie pro Monat an die Gemeinde bezahlen. Dazu kommen noch 2,75 Euro täglich für das Mittagessen und Getränke. "Dafür sind die Kinder aber bestens versorgt", sagt Beate Handierk. Für die Erzieherinnen ist die Betreuung der Grundschulkinder, nach der Einrichtung einer Krippengruppe, wiedereine neue Aufgabe. "Wir müssen uns auf die Schulkinder und ihre Bedürfnisse einstellen und zunächst einmal sehen, was sie wollen. Wir möchten sie schließlich altersgerecht beschäftigen und fördern", sagte Beate Handierk. Um den Kindern kontinuierlich eine Bezugsperson zu bieten, hat die Erzieherin Gabriele Franz die Betreuung der Schulkinder übernommen. Um 13.15 Uhr treffen die Schüler mit dem Bus in Rolfshagen ein. An der Bushaltestelle, die direkt gegenüber der Einrichtung liegt, werden sie von Gabriele Franz abgeholt. Dann wird zunächst gemeinsam gegessen. "Diese Zeit nutzen die Kinder, um die Neuigkeiten aus der Schule zu berichten", sagt Gabriele Franz. Danach werdendie Hausarbeiten erledigt. "Allerdings nur bis um 15 Uhr. Denn schließlich sollen die Kinder noch etwas Freizeit haben und nicht überfordert werden", erläutert Beate Handierk. Bis dahin seien aber die alltäglichen Aufgaben fast immer erledigt. Um das Üben für Arbeiten und die Endkontrolle müssten sich weiterhin die Eltern kümmern. Ab 15 Uhr haben die Kinder Zeit, an verschiedenen Projekten teilzunehmen. Es wird mit ihnen kreativ, musisch und experimentell gearbeitet. "Wer nachmittags zum Turnen oder zum Englisch-Kurs gehen möchte, der kann das natürlich machen. Unsere Einrichtung liegt sehr zentral und bietet viele Möglichkeiten. Zum Beispiel auch ein Besuch des Freibades", wirbt Handierk. Um den Kindern auch soziale Kontakte und Freundschaften außerhalb der Einrichtung zu ermöglichen, können die Kinder auch maleinen Freund mit in die Betreuung bringen. Die meisten Kinder, die auch als Schüler noch eine Ganztagsbetreuung benötigen, waren zuvor bereits als Kindergartenkinder in der Einrichtung. "Daher kennen sie hier alles und bleiben in einem vertrauten Umfeld. Sogar unsere Drittklässler, die ja nun schon zwei Jahre nicht mehr bei uns waren, fühlen sich hier wieder wohl", freut sich Beate Handierk. Das Ganztagsangebot richtet sich an alle Auetaler Grundschulkinder, egal, in welchem Kindergarten sie vorher betreut wurden. Beate Handierk weiß, dass das Projekt zunächst nur für ein Jahr geplant ist, aber sie hofft gemeinsam mit vielen Eltern, dass das Angebot auch bei der Einrichtung der Ganztagsschule erhalten bleibt. "Wenn der Bedarf da ist, dann sehe ich da kein Problem", sagte Bürgermeister Thomas Priemer.



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