weather-image
22°
Land soll das Einrichtungsverbot aus dem Schulgesetz streichen / Anmelderekord in Stadthagen

Eltern fordern weitere Gesamtschulen

Stadthagen (jl). Die Stimmung unter den Eltern, die ihre Kinder zur Gesamtschule schicken wollen, ist auf Protest gebürstet. Das wurde am Dienstagabend bei einer Veranstaltung in der IGS Schaumburg deutlich. Die rund 150 Teilnehmer haben eine Resolution verabschiedet, die in Kürze dem Kultusminister überreicht werden soll. Hauptforderungen sind weitere Gesamtschulen in Schaumburg sowie die Streichung des Artikels im Schulgesetz, der die Neugründung solcher Schulen verbietet.

veröffentlicht am 07.06.2007 um 00:00 Uhr

Im Forum der IGS wird der Protestplan geschmiedet. Foto: rg

Der große Ansturm, mit dem der Schulelternrat der IGS für Dienstagabend gerechnet hatte, ist ausgeblieben. Der Proteststimmung bei den Anwesenden hat es keinen Abbruch getan. Das wurde immer deutlich, wenn die Redner des Abends die aus Sicht ungerechte Behandlung der Gesamtschule oder deren Vorzüge erwähnten. "Wir wollen die unhaltbare Anmeldesituation nicht mehr hinnehmen. Es gibt zu viele Ablehnungen. Wir haben die Nase voll", brachte Christiane Güttler, Vorsitzende des IGS-Schulelternrates, die Stimmung auf den Punkt. Das "zu viele Ablehnungen" wird nach den Darlegungen von Schulleiter Richard Wilmers in diesem Jahr einen absoluten Höhepunkt der 17-jährigen Gesamtschulgeschichte in Schaumburg erreichen: 516 Eltern haben bis zum Anmeldeschluss am Dienstag ihre Kinder für die fünfte Klasse angemeldet. Von diesen werden nur 112 genommen werden können. "Wir müssen etwas tun, damit der freie Elternwille nicht mehr mit Füßen getreten wird", forderte deshalb Güttler. Nach ihrer Meinung wird mit "zweierlei Maß gemessen". In Steinhude werde ohne große Widerstände ein neues Gymnasium eingerichtet, Gesamtschulen dürften aber laut Schulgesetz nicht neugegründet werden. Deshalb müsse das Einrichtungsverbot aufgehoben werden. Schaumburg brauche mindestens eine weitere IGS, forderte die Sprecherin unter lautstarkem Beifall. Wilmers bekräftigte das: "Wir brauchen einfach mehr Gesamtschulen", forderte er und schob weitere Zahlen nach, die das aus seiner Sicht untermauern. "Das Dilemma hört mit dem fünften Jahrgang nicht auf." So haben sich für den fünften bis zehnten Jahrgang insgesamt 738 Schüler angemeldet, viele von den höheren Jahrgängen bereits zum wiederholten Mal - "und wir haben nur einen freien Platz im neunten Jahrgang". Wie der Elternwille sich ausdrückt, erläuterte Wilmers anhand weiterer Zahlen. So wollen in diesem Jahr 52 Prozent der Stadthäger Viertklässler an die Gesamtschule. Auf den Kreis umgerechnet seien es rund 30 Prozent. Bernd Siegel vom Landeselternrat bescheinigte der IGS Schaumburg, gute Arbeit zu leisten. Auch sein Gremium unterstütze die Aufhebung des Einrichtungsverbotes. "Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis wir Gemeinschaftsschulen bekommen. Ich will nur nicht noch 20 Jahre warten", unterstrich er. Als Güttler die Resolution zur Abstimmung stellte, wurde diese mit tosendem Applaus abgesegnet. Das Protestschreiben soll im Kultusministerium von Eltern und Schülern der zukünftigen fünften Klassen übergeben werden.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare