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Sonja Kutofsky ist infiziert von der Eishockey Disziplin für Menschen mit und ohne Handicap und sucht Fördermitglieder

Eleganz und hohes Tempo mit der Schlägerspitze

Hameln. Vor zwei Jahren ist Sonja Kutofsky durch Zufall auf eine außergewöhnliche Sportdisziplin aufmerksam geworden: Sie schaute sich ein Sledge-Eishockey-Spiel der Ice Lions Langenhagen in Langenhagen live an. „Von der ersten Sekunde an faszinierte mich die Schnelligkeit und Eleganz der Spieler, mit der sie das Handling des Schlägers zwischen Vorwärtsbewegung und Puckschlag drauf hatten. Überzeugt hat mich das Temperament und der Glanz in den Augen der Spieler. Mir war sofort klar: diese Sportart möchte ich unterstützen und als Fan begleiten.“ Sledgeeishockey ist ein Sport für Menschen mit Einschränkungen der unteren Gliedmaßen (Amputation, Querschnittslähmung). Aber auch Menschen ohne Handicap können den Sport national ausüben. Die Spieler bewegen sich auf Schlitten auf dem Eis vorwärts und stoßen sich mit dem hintern Teil der Schläger, an deren Ende Spikes (Metallspitzen) befestigt sind, ab. Der vordere Teil dient als Schläger.

veröffentlicht am 10.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 06:41 Uhr

Als Königsdisziplin im Behindertensport bezeichnet Sonja Kutofsk

Die Ice Lions Langenhagen sind 2-facher Deutscher Meister. Weitere Mannschaften gibt es in Kamen, Wiehl, Dresden, Hamburg/Bremen und Heidelberg. Die Hamelnerin Sonja Kutofsky hat bereits ihre gesamte Familie mit der Sportdisziplin „infiziert“. Auch einige Freunde und Bekannte kommen als Fans zu den Spielen. Zuschauer gibt es meistens aber sehr wenige, obwohl das Lenny Soccio Ice & Event Center in Langenhagen behindertenfreundlich gebaut ist. Sogar eine Rollitribüne ist vorhanden. Für Menschen mit Handicap deshalb also überhaupt kein Problem.

„Persönlich würde ich mich halt sehr über weitere Fans und Interessierte freuen. Es wäre ein Traum, einmal 100 Fans in die Halle zu bekommen.“ Kutofsky meint: „Ich kann mir denken, dass dieser Sport auch Menschen, die durch einen Unfall oder Schicksalsschlag körperlich beeinträchtigt sind, helfen kann, neuen Lebensmut zu finden.“

Bei den überdurchschnittlichen Leistungen seiner Mannschaft fasst Trainer Jörg Wedde den Aufstieg in die Nationalmannschaft ins Auge. Wedde wurde im vergangenen Jahr zur Wahl des „Behindertensportlers des Jahres“ nominiert und belegte den zweiten Platz (wir berichteten).

Sonja Kutofsky sucht Mitglieder für den Förderverein der Sledge-
  • Sonja Kutofsky sucht Mitglieder für den Förderverein der Sledge-Eishockey-Spieler.
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Um diese Sportart etwas bekannter zu machen und auch die Liga-Mannschaften zu unterstützen, haben sich fünf Spieler sowie zwei Nichtspieler zusammengeschlossen und einen Förderverein gegründet. Als Vorsitzende wurde Sonja Kutofsky gewählt. „Die Mitglieder des Vorstandes sind bundesweit zusammengewürfelt. Wir arbeiten natürlich alle ehrenamtlich. Der Verein setzt sich insbesondere für die Nachwuchs- und Jugendarbeit auf Vereins- und Nationalmannschaftsebene, Aufklärung und Informationsvermittlung, Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Körperschaften sowie auch für die ideelle und bei Bedarf materielle Unterstützung ein“, berichtet Kutofsky. Die Idee kam ursprünglich von Gerd Bleidorn (Fachbereichsleiter Sledge-Eishockey, Kapitän Ice Lions Langenhagen), dem „Urgestein“ des deutschen Sledge-Eishockeys. Im Herbst 1996 war er der erste Deutsche, der je an einem Sledge-Eishockeyspiel teilnahm.

Gerd Bleidorn trainiert in Langenhagen auch die Jugendmannschaft (Young-Lions ab 8 Jahren), die in diesem Jahr gegründet wurde. Interessierte Jugendliche sind montags herzlich willkommen. Schnuppern ist dann ausdrücklich erlaubt.

Für den Förderverein werden noch fördernde Mitglieder sowie Geld- oder Sachspenden gesucht. „Wir haben alle einen Traum und den möchten wir mit dem Förderverein verwirklichen“, meint der Vorstand des Deutscher Sledge-Eishockey Fördervereins bestehend aus Gerd Bleidorn, Jörg Wedde, Holger Dolny, Thorben Böhm, Frank Rennhack, Jan Bleidorn und Sonja Kutofsky „Harte Arbeit steht uns bevor, davor haben wir aber keine Angst. Wir wollen etwas bewegen“, sagt Kutofsky und hofft, dass sie bei den nächsten Heimspielen am 20. November ab 13 Uhr und am 18. Dezember um 13 Uhr, im Lenny Soccio Ice & Event Center, Brüsseler Str. 1, in Langenhagen, mal ein paar neue Fans begrüßen darf. Denn für sie ist es die Königsdisziplin des Behindertensports.



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