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Hubert Holtmann und die Furka-Eisenbahn

Eisenbahnen haben es ihm angetan

Gelldorf (sig). Von Beruf ist er Geschäftsführer eines heimischen Möbelhauses, aber von Kindheitsbeinen an hat ihn eine besondere Zuneigung nicht losgelassen. Sie gilt den stählernen Ungetümen, die einst dampfend, heute überwiegend mit schnittigen stromförmigen Konstruktionen durch die Lande eilen. Hubert Holtmann belässt es nicht einfach dabei, Modelle zu sammeln und die passenden Landschaften und Strecken dafür zu errichten. Sondern er engagiert sich - sowohl für die heimische Weserberglandbahn als auch für eine historische Alpenverbindung, die bis in die Schweizer Gletscherwelt hinaufführt.

veröffentlicht am 06.10.2006 um 00:00 Uhr

Hubert Holmann

Hubert Holtmann reizt nämlich gerade das, was nicht von staatlicher Hand oder von irgendeiner großen Gesellschaft gemanagt wird. Er ist mit vorn dabei, wenn es um etwas geht, das sich nur mit großem ehrenamtlichen Einsatz am Leben erhalten lässt. Wie zum Beispiel die historische Schweizer Furka-Bahn. Sie verbindet auf einer 18 Kilometer langen Hochalpenstrecke den Ort Realp im Kanton Uri mit Oberwald im Kanton Wallis. Die Vollendung einesüber 15 Kilometer langen Tunnels bedeutete 1981 das Ende der Furka-Bahn. Es waren Eisenbahnfans wie Hubert Holtmann, die sich mit dieser Entwicklung nicht abfanden. Sie wollten, dass diese fahrbare Aussichtsplattform in der einmaligen Berg- und Gletscherwelt erhalten bleibt. Zumindest in den Sommermonaten, denn in der kalten Jahreszeit ist die Strecke durch Schnee, Eis, Geröll und Lawinen zu stark gefährdet. Freiwillige Helfer gründeten deshalb gemeinsam ein Bahnunternehmen mit 7500 Mitgliedern und 11 000 Aktionären. Sie packten mit an, sanierten die Strecke und die Bahnhöfe sowie restaurierten Loks und Waggons. Hubert Holtmann, der dem Vorstand des Vereins "Furka-Bergstrecke" angehört und sich dort besonders um das Marketing kümmert, ist jedes Jahrs mehrfach vor Ort. "Denn es gibt immer wieder viel zu tun, speziell nach Unwettern, Geröllabgängen und anderen Naturereignissen." Selbst im Sommer ist das gesamte bis über 2000 Meter hohe Gebiet nicht ganz schneefrei. Die Schar der Mitglieder ist in 22 Sektionen aufgeteilt. Der Gelldorfer arbeitet sowohl in der norddeutschen Sektion als auch in nordrhein-westfälischen mit. Er sorgt dafür, dass die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert wird. Einen Eindruck von der Einmaligkeit dieses Projektes bekommen die Interessenten, wenn sie im Gelldorfer Möbelhaus das Modell der historischen Dampfbahn am Rhonegletscher besichtigen. Zu bestimmten Terminen wird dann das Obergeschoss für diesen Zweck geöffnet.

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