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Fehlerüber Fehler: Wirtschaftsbetriebe informieren über Zustand der Technik

Eisbahn nur noch ein Auslaufmodell?

Stadthagen (gus). Die Eisbahn am Freizeitbad Tropicana ist möglicherweise ein auf zwei Jahre begrenztes Auslaufmodell. Das hat sich bei einem Gespräch zwischen Wirtschaftsbetriebe-Geschäftsführer Helmut Kirchhöfer und Vertretern der Wählerinitiative "WIR für Schaumburg" herauskristallisiert.

veröffentlicht am 20.06.2007 um 00:00 Uhr

Der Rundgang der 16-köpfigen Gruppe endete mit dem Beleg dafür, was Kirchhöfer zu Beginn festgestellt hatte: Die Technik der Eisbahn ist in die Jahre gekommen. Eine Pumpe war defekt und Wasser ausgelaufen. Wegen des Schadens verzichteten die Politiker darauf, die Technik zu inspizieren. Allerdings stand das Wasser nur wenige Millimeter hoch in dem Raum, in dem unter anderem die Wärmetauschanlage steht. Nicht hoch genug, um ein Alarmsignal auszulösen. Der Wasserschaden ist nach Angaben des Geschäftsführers von einem Holzstück verursacht worden, das die Pumpe blockierte. Kirchhöfer hatte den WIR-Vertretern erklärt, dass sich bereits im vergangenen Winter eine Pannenserie ereignet hatte. "Wir haben uns von Fehler zu Fehler gehangelt", beschrieb Kirchhöfer die Suche nach den Ursachen. Rohrleitungssystem, Wärmetauschanlage und Motoren seien teils an unterschiedlichen Stellen schadhaft gewesen. Die Zukunft der 1700 Quadratmeter großen Eisbahn sei eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Günstig, so Kirchhöfer, wäre eine sofortige Stilllegung, gäbe es nicht laufende Verträge mit dem Energieversorger E.on. 30 000 Euro würde es kosten, die Forderungen im Falle eines vorzeitigen Ausstiegs zu begleichen. Noch bis 2009 beziehe die Eisbahn Kälte von E.on. Deren Betrieb benötigt laut Kirchhöfer einen jährlichen Zuschuss von 75 000 Euro. Allerdings unterstrich dieser, dass die Eisbahn in Kombination mit dem Tropicana ein Glücksfall ist. Auch WIR-Sprecher Richard Wilmers betonte, dass die Eisbahn tausenden Menschen nutzt. "Aus dieser schönen Anlage lässt sich sicher etwas machen", meinte der Stadthäger Ratsherr. Denkbar ist laut Kirchhöfer eine mobile Eisbahn, wie sie vom SMS vor Monaten angedacht war. Moderne Konstruktionen verbrauchten deutlich weniger Energie. Solch eine Eisbahn wäre allerdings nur 600 Quadratmeter groß. Zur Steigerung der Attraktivität sei eine Dachkonstruktion ähnlich der des Tropicanas möglich. Der Vorteil gegenüber der Eishalle in Lauenau wäre, dass die Besucher bei gutem Wetter im Freien Schlittschuhlaufen könnten. Auch die Umwandlung in eine Inline-Skaterbahn im Sommer kam ins Gespräch. Der extrem feine Asphalt eigne sich ideal. Allerdings räumte Kirchhöfer ein, dass das Entfernen der Kältematten aufwändig ist und zu Defekten führen kann. Außerdem sei damit kaum Geld zu verdienen. "Von hohen Handyrechnungen gebeutelte" Jugendliche würden wohl eher auf der Straße fahren. Alle Umbau- und Sanierungspläne stellte Kirchhöfer unter dem Vorbehalt der fraglichen Finanzierung vor. Zu Details wollte dieser sich nicht äußern, weil der Aufsichtsrat sich gerade in der Entscheidungsphase zur Eisbahn-Zukunft befindet.



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