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Politik und Verwaltung erteilen Stadtmarketing-Vorhaben für Stadthagens Zentrum klare Absage

Eisbahn mit Zeltdach vom Winde verweht

Stadthagen (ugr). Politik und Verwaltung haben den Plänen des Stadtmarketings (SMS) für eine überdachte Eisbahn auf dem Marktplatz eine Absage erteilt. Ungeklärte Lärmwerte und die Windlast für die Zeltkonstruktion sind die Hauptgründe. Der SMS-Vorstand zeigte sich betrübt über diese Entwicklung. Zudem mehren sich die Fragezeichen, ob künftig überhaupt Eislaufen in Stadthagen möglich sein wird. Die Anlage am Tropicana ist "abgängig", wie Bürgermeister Bernd Hellmann erklärte.

veröffentlicht am 28.03.2007 um 00:00 Uhr

Seit fast zwei Jahren hat sich der SMS-Vorstand mit den Plänen für eine überdachte 600 Quadratmeter große Eisbahn mitten im Herzen der Stadt stark gemacht (wir berichteten). Schien noch zu Monatsbeginn eine Lösung möglich zu sein, hat der Verwaltungsausschuss nunmehr die Pläne kassiert. Dabei war es ein Hinweis aus der Politik, die das Stadtmarketing auf das Thema brachte. Die 20 Jahre alte Anlage am Tropicana ist mittelfristig nicht mehr zu retten. "Ich weiß nicht, ob es im nächsten Winter noch möglich sein wird, dort die Eisfläche zu öffnen", sagte Hellmann. Das Vorhaben für den Marktplatz scheiterte nach Angaben des Rathauschefs vor allem an der ungeklärten Frage, wie bei extremen Windlasten ab Windstärke 8 die Sicherheit garantiert werden kann. Auch mögliche Lärmemissionen seien kritisch gesehen worden. "Wir hatten einen Auftrag der Stadt und haben Anfang November ein durchsetzungsfähiges Konzept abgegeben", beurteilt Nicolaus von Schöning für den SMS-Vorstand die Lage. Für seine Mitstreiter und sich sieht er nun "eine betrübliche Situation". Es seien viele Vorteile zerredet und Schwächen aufgebauscht worden. "Die Idee wurde nach einer unvollständigen Prüfung beerdigt", ärgert sich der SMS-Vorstand. SPD-Chef Karsten Becker sieht die Pläne für eine Eisbahn im Zentrum durchweg positiv. Städte wie Stadthagen müssten Schwerpunkte ihrer Aktivität ins Zentrum legen, um die Attraktivität zu steigern, so Becker. Im Konkurrenzkampf des Handels sei dies der richtige Weg. Allerdings habe er bei dem vorliegenden Konzept Klagen von Anliegern befürchtet, mit der Folge, dass ein Betrieb gerichtlich untersagt werden könnte. Die Gefahr durch zu starken Wind hätte zudem zur ablehnenden Haltung der SPD/FDP-Gruppe beigetragen. Angesichts der Probleme mit der alten Tropicana-Eisbahn will Becker aber unbedingt auf einen Erhalt eines Angebots für junge Menschen setzen. "Wir müssen eine Eisbahn behalten", so der SPD-Mann. Gunter Feuerbach sieht für die CDU/BfS-Gruppe keine Alternative zum Nein. "Unter den Rahmenbedingungen konnten wir das Ganze nicht akzeptieren", sagte Feuerbach. Er geht davon aus, dass im Sommer eine Grundsatzentscheidung für den Fortbestand einer Eisbahn in Stadthagen kommen wird.



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