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Der Parteilose: Robert Rammelsberg tritt zur Kommunalwahl an

Einzelkämpfer

OBERNKIRCHEN. Zur Kommunalwahl im September tritt auch ein Einzelbewerber an: Robert Rammelsberg. Die notwendigen 20 Unterschriften, die seine Kandidatur unterstützen, hat er dem Wahlausschuss vorgelegt: Lange Zeit hat er für das Einsammeln nicht benötigt, immerhin ist Rammelsberg nicht nur bekannt in der Bergstadt, sondern auch Vorsitzender von zwei Vereinen: dem Förderverein Sonnenbrinkbad und der Ortsgruppe des Sozialverbandes.

veröffentlicht am 07.08.2016 um 17:31 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:23 Uhr

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OBERNKIRCHEN. Zur Kommunalwahl im September tritt auch ein Einzelbewerber an: Robert Rammelsberg.

Die notwendigen 20 Unterschriften, die seine Kandidatur unterstützen, hat er dem Wahlausschuss vorgelegt. Lange Zeit hat er für das Einsammeln nicht benötigt, immerhin ist Rammelsberg nicht nur bekannt in der Bergstadt, sondern auch Vorsitzender von zwei Vereinen: dem Förderverein Sonnenbrinkbad und der Ortsgruppe des Sozialverbandes.

Wenig überraschend, steht die Zukunft des Freibads ganz oben auf der Liste seiner zentralen Themen: Ein jüngerer Vorstand soll etabliert werden, außerdem will er endlich die Geschäfte in die Hand eines Nachfolgers übergeben. Rammelsberg hatte bereits öffentlich bekannt gegeben, ebenso wie sein Stellvertreter Walter Ostermeier, nicht erneut kandidieren zu wollen.

Robert Rammelsberg

Ist diese Aussage noch Stand der Dinge? Spielen wir es gedanklich einmal durch, antwortet Rammelsberg: „Auf der nächsten Hauptversammlung findet sich kein Vorsitzender, und ich selbst trete nicht mehr an. Dann muss ich nach der Satzung eine neue Sitzung einberufen, und findet sich hier erneut niemand, dann kommt es zur Liquidation des Fördervereins.“ Auf Deutsch: Dann geht das Bad zurück in die Hand der Stadt.

Es ist ein Weg, den Rammelsberg wohl nicht gehen wird, auch wenn er seine Absichten eher durch die Blume formuliert: In 18 Jahren habe er das Freibad (mit anderen) dorthin gebracht, wo es heute stehe – „und ich werde es nicht in die Hände von Leuten geben, bei denen ich weiß, dass es schiefgehen wird“. Was er beklagt: Es fehlt die öffentliche Unterstützung für das Bad. Im August letzten Jahres habe er an den Bürgermeister geschrieben, aber Oliver Schäfer habe nicht einmal geantwortet. Im Januar habe er schließlich an alle Ratsmitglieder geschrieben – und niemand, nicht einer, habe zurückgeschrieben. Rammelsberg vermutet bei allen eine „innere Haltung“, die darin bestehe, dass sich niemand dieses Freibad-Problem aufladen wolle. Das führe dahin, „dass wir den Eindruck erzeugen, dass wir von dem, was wir tun, nicht überzeugt sind“. Ein Nachfolger müsse „aktiv auf der Ebene der Stadt“ gesucht werden, und natürlich könne man das Betreibermodell auch ändern, nichts ist bekanntlich in Stein gemeißelt.

Transparenz in der Politik fördern; bei kommunalen Aufgaben, die die Bürger direkt betreffen, höhere aktive Beteiligung der Bürger in verschiedenen Projekten – das alles fordert Rammelsberg und verweist erneut auf das Freibad: Entscheidungsvorbereitungen oder Entscheidungen, die das Sonnenbrinkbad betreffen, sollten beispielsweise grundsätzlich immer in der Öffentlichkeit, also im öffentlichen Teil einer Ratssitzung diskutiert und begründet werden, betont Rammelsberg: „Obernkirchner Bürger haben Geld in das Bad investiert. Sie müssen die Entscheidungen kennen und verstehen können.“ Generell will sich Rammelsberg für mehr Bürgerbeteiligung einsetzen, etwa bei Maßnahmen der Stadtentwicklung. Und die vielen vergangenen guten Ansätze zur Stadtentwicklung müssten mit höherer Priorität weiter vorangetrieben werden. Kommunale Verwaltung und Politik müssten ein Entwicklungs- und Förderprogramm in bewährter Weise neu auflegen, heißt es dazu auf seiner Internestseite, die er eingerichtet hat und auf der seine politischen Ziele aufgeführt sind: www.rammelsberg.net.

Er werde die Menschen motivieren, über die Themen öffentlich zu diskutieren, erklärt er, „es gibt Instrumentarien, wie man seine Meinung auf den Tisch bringt und damit in die öffentliche Diskussion“.

Die Frage, ob er sich nach einer Wahl einer Fraktion anschließen werde, wedelte Rammelsberg kurzerhand weg: „Ein guter Vorschlag ist ein guter Vorschlag, egal, von wem er kommt.“

Politische Erfahrung kann er durchaus vorweisen: Bis vor zehn Jahren war er Mitglied des CDU-Vorstandes der Bergstadt, ehe die politischen Wege sich trennten. Außerdem ist er bei der CDA im Vorstand des Kreisverbands; als Parteiloser, fügt er hinzu und verweist noch einmal auf sein Programm. Eine Kommune könne sich nur zukunftsorientiert entwickeln, wenn insbesondere auf kommunaler Ebene Politik und Verwaltung mit der Zivilgesellschaft kooperativ zusammenarbeiten würden: „Die Kompetenz ist in der Gesellschaft breit gefächert, wird aber häufig nicht abgerufen.“



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