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Wochenmarkt lockt mit Paprika

Einwanderer, die der Erkältung den Kampf ansagen

Hameln (kar). Auch im November gibt es sie noch auf dem Wochenmarkt – die gesunden Einwanderer aus Südamerika: Paprikaschoten sind wahre Power-Bomben für das Immunsystem und stärken wie kaum ein anderes Gemüse die Abwehrkräfte gegen Infektionen. Es hat den höchsten Vitamin-C-Gehalt überhaupt: gut dreimal so viel wie Zitronen oder Orangen. Eine halbe rote Paprika, roh genossen, deckt glatt den Vitamin-C-Bedarf des ganzen Tages.

veröffentlicht am 26.11.2009 um 10:12 Uhr
aktualisiert am 16.03.2010 um 11:40 Uhr

Power-Bombe fürs Immunsystem: Im Winter schmeckt Paprika besonde

Hameln (kar). Auch im November gibt es sie noch auf dem Wochenmarkt – die gesunden Einwanderer aus Südamerika: Paprikaschoten sind wahre Power-Bomben für das Immunsystem und stärken wie kaum ein anderes Gemüse die Abwehrkräfte gegen Infektionen. Es hat den höchsten Vitamin-C-Gehalt überhaupt: gut dreimal so viel wie Zitronen oder Orangen. Eine halbe rote Paprika, roh genossen, deckt glatt den Vitamin-C-Bedarf des ganzen Tages.

Doch das ist längst nicht alles, was in diesen kalorienarmen Exoten steckt, die Kolumbus einst nach Europa brachte und die wie Tomaten oder Kartoffeln zur Familie der Nachtschattengewächse gehören. Der Vitamin-E-Gehalt einer Paprika entspricht etwa dem der Avocado, allerdings ohne deren Fettgehalt. Folsäure, Eisen, Kalium und Kalzium runden ihre gesunden Bestandteile ab. Durch den hohen Gehalt an gelben und roten Carotinoiden schützt Paprika vor aggressiven Radikalen, die durch UV-Strahlung, Rauchen oder chronische Entzündungen entstehen. Sie verbessert die Herzleistung und die Durchblutung der Haut, dämpft Schmerzen und Stressfolgen und enthält nach Meinung von Wissenschaftlern Substanzen, die gegen Krebs schützen. Jede Menge Gründe also, das gesunde Gemüse, das im Winter seine Hauptsaison hat und jetzt besonders fruchtig und aromatisch schmeckt, auf den Speisezettel zu setzen – damit Erkältungsviren keine Chance haben.

Botanisch gesehen, handelt es sich bei der Paprika eigentlich nicht um eine Schote, sondern um eine Beere. Es gibt sie rund, spitz, kugelig oder dünn, mild, feinherb, süß und scharf. Am schärfsten sind die kleinen Brüder der Paprika: die roten Chilis. Doch egal, ob grün, gelb, orange oder rot – gesund sind sie alle. „Die roten sind aber die vitaminreichsten“, weiß Stephan Mentzner, Gärtner bei dem auf Bio-Produkte spezialisierten Marienhof Esperde. Und erklärt: „Grün sind eigentlich alle unreifen Paprikas. Sie reifen dann über Gelb und Orange bis hin zu Rot.“ Der Marienhof bietet noch eigene grüne Paprika an (1 kg kostet 4,90 Euro) sowie rote aus Spanien und gelbe aus den Niederlanden, das Kilo jeweils für 5,90 Euro.

Alle Farben dieses gesunden Gemüses findet man beim Gartenbaubetrieb Gerhard Bungenstock (1 kg = 2,95 Euro) aus Tündern, bei Schreeck aus Leveste (1 kg = 3,95 Euro) sowie bei Santangelo (1 kg = 2,90 Euro), wo es auch türkische Paprika gibt, das Kilo für 3,90 Euro. Während die grünen Früchte herber schmecken, nimmt der Gehalt der Süße von Gelb nach Rot zu. „Es gibt sogar spezielle rote Züchtungen, die extra süß sind“, weiß Mentzner.

Auf die Garzeit hat die Farbe keinen Einfluss. Bei der Lagerung – empfohlen werden 8 bis 10 Grad Celsius – aber haben grüne Paprika die Nase vorn, verlieren nicht so schnell das Vitamin C wie ihre gelben oder roten Brüder.

Lecker ist im Winter ein würziger Gulasch, mit frischer Paprika und Zwiebeln zubereitet. Wer’s lieber vegetarisch mag, sollte „Kartoffelgulasch“ probieren: Da wird das Fleisch einfach durch Kartoffeln ersetzt. Oder wie wär’s mit Paprikaschoten, gefüllt mit deftigem Hackfleisch?

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