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Schulausschuss tagt am Montag / Möglicher Konflikt mit Landkreis - WGS sieht "Querulantenrolle"

Einstimmig: Politik will IGS-Standort Rinteln

Rinteln (crs). Spät erwacht Rintelns Ratspolitik aus dem IGS-Schlummer - aber umso intensiver: Unisono wollen CDU/FDP, SPD und Grüne bei der nächsten Ratssitzung am 25. September die Einrichtung einer Gesamtschule in Rinteln zum nächstmöglichen Zeitpunkt fordern; auch die WGS will sich einem entsprechenden Elternwillen nicht verschließen. Einstimmig gefordert wird eine neue kreisweite Bedarfsermittlung, die anders als die bisherige auch einen IGS-Standort Rinteln mit einschließt.

veröffentlicht am 04.09.2008 um 00:00 Uhr

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"Wir wollen auf jeden Fall eine IGS in Rinteln", legt sich SPD-Fraktionschef Klaus Wißmann fest. Infrastruktur und Schülerzahlen verlangten nach einer Gesamtschule, "selbst auf die Gefahr hin, dass dadurch das Ende für Haupt- und Realschule in Rinteln besiegelt wird". Die IGS stelle die "Schulform der Zukunft" dar, biete mehr Integration, vermittle stärker soziale Kompetenzen. Einstimmig hat sich auch die CDU/FDP-Fraktion bei ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause für eine IGS in Rinteln ausgesprochen. "Wir wollen unsere Kinder nicht nach Obernkirchen karren", verweist Fraktionschef Ulrich Goebel auf die 235 IGS-Wünsche aus Rinteln in der Bedarfsumfrage des Landkreises. Für die Attraktivität der Familienstadt Rinteln sei eine IGS als Komplettierung des Schulangebots unverzichtbar. Rinteln steigt damit erst spät in die Schaumburger IGS-Diskussion ein. Seit dem Spätsommer 2007 wurden Helpsen, Rodenberg, Obernkirchen und zunächst auch Lindhorst als IGS-Standorte diskutiert - in Rinteln regte sich niemand. Was Konsequenzen auf die aktuelle Beschlusslage hat: Im Juli hat der Kreistag die Einrichtung von drei neuen Gesamtschulen in Schaumburg offiziell gefordert - Rinteln ist in dem noch laufenden Genehmigungsverfahren bislang außen vor. Diese Versäumnisse räumen Rintelns Politiker ebenso ein wie zuvor bereits Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz. "Es war nicht abzusehen, dass das Thema IGS eine solche Eigendynamik entwickeln würde", sagen Goebel und Wißmann unisono. Ein wenig anders bewertet der CDU-Stadtverband die Situation: "Etwas zerknirscht" schaue man auf "die Verantwortlichen der Stadt", schreibt Pressesprecher Sebastian Westphal in einer Pressemitteilung: "Jetzt müssen wir hinter dem bereits abgefahrenen Zug hinterherlaufen." Vorstellbar sei aber, dass in Rinteln vorerst nur eine Zweigstelle der bereits geplanten IGS Obernkirchen eingerichtet werde, bringt der CDU-Stadtverband eine neue Option ins Spiel. Für eine IGS in Rinteln kämpfen wollen auch die Grünen: "Die größte Berechtigung für eine IGS in Schaumburg gibt es doch wohl in der größten Stadt des Landkreises", meint Ursula Helmhold. "Und da müssen wir notfalls auch den Weg des Konflikts gehen." Diesen Weg des Konflikts bewertet allein Gert Armin Neuhäuser als problematisch. Der WGS-Fraktionschef befürchtet angesichts der späten Forderung ein "irres Konfliktpotenzial" mit dem Landkreis und sieht Rinteln in eine Querulantenrolle gerückt. "Es geht um Rinteln oder Obernkirchen, nicht um Rinteln und Obernkirchen", betont Neuhäuser die Konkurrenz der beiden Standorte. Den Konflikt auf Kosten der Bergstadt zu führen, hält er für "nicht redlich". Gleichwohl: Sollte die Bedarfsermittlung unter Einbeziehung einer IGS Rinteln einen entsprechenden Elternwillen ergeben, "werden wir nicht dagegen stimmen". Den Ball ins Rollen gebracht hatte der Stadtelternrat im Frühjahr durch eine eigene Elternumfrage. Vorsitzende Petra Wienecke freut sich, dass die Politik auf den Zug aufgesprungen ist: "In relativ kurzer Zeit hat sich vieles getan." Um diese Entwicklung weiter voranzutreiben, fordert Wienecke alle Eltern auf, zur Sitzung des Schulausschusses am Montag, 8. September (18 Uhr, Rathaus-Sitzungssaal, Klosterstraße 19), zu kommen: "Je engagierter wir sind, desto besser." Auch aus einem Gespräch mit der Kreisverwaltung habe der Stadtelternrat positive Signale mitgenommen: "Die Erste Kreisrätin Eva Burdorf und Friedrich-Wilhelm Dehne als Schulamtsleitersehen gute Voraussetzungen für eine IGS in Rinteln." Das bestätigt Dehne auf Anfrage: "Wir sind uns mit dem Stadtelternrat vom Grundsatz her einig, dass eine IGS in Rinteln zum frühestmöglichen Zeitpunkt geschaffen werden sollte."

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