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Erinnerungen an die 80-jährige Historie des CVJM-Blasorchesters

"Einst haben wir mit Posaunen das Osterfest angekündigt"

Bad Eilsen (sig). Diese Zeitreise durch 80 Jahre Blasmusik hat der CVJM-Posaunenchor Bad Eilsen beeindruckend gestaltet. Nicht sentimental und nicht mit langen Erklärungen überdehnt, sondern prägnant, informativ und vorwärts schauend.

veröffentlicht am 20.09.2007 um 00:00 Uhr

Der an diesem Tag verstärkte Posaunenchor Bad Eilsen-Rolfshagen.

Pastor Reiner Rinne eröffnete das Treffen mit dem ungewöhnlichen Bezug auf einen Rabbi, der 1553 die zugefrorene Weichsel überqueren wollte. Dabei soll die Eisdecke eingebrochen sein. Der Prediger erreichte unversehrt das rettende Ufer. Auf dem Weg dorthin sang er einen Psalm. Den Herrn musikalisch zu preisen, sei zweifellos auch das wichtigste Anliegen in der wechselvollen Geschichte des Eilser Posaunenchors gewesen, der in acht Jahrzehnten Höhen und Tiefen erlebt hat. Friedrich Winkelhake, Chormitglied und früherer Eilser CVJM-Chef, erinnerte daran, dass die Wurzeln der Eilser CVJM-Gemeinschaft hineinreichen in die Erweckungsbewegung des Ravensberger Landes. Ende des 19. Jahrhunderts sollen die ersten Christen dieser Gruppierung in der Bückeburger Aue getauft worden sein. Ein gewisser Eduard Schewe soll dewegen von der Amtskirche angezeigt worden und im Gefängnis gelandet sein. Der frühere Ziegeleibesitzer Karl Keiser holte in jener Zeit einen Prediger namens Fuhrmann zu Hausbibelstunden nach Bad Eilsen. Darauf folgte der erste fest angestellte Prediger Heinrich Niemann, der vorher CVJM-Sekretär in Detmold gewesen war. Dank seiner Mitwirkung kam es zur Gründung des CVJM und des Posaunenchors. Beim Neuanfang nach dem Zweiten Weltkriegübte man auf den Hobelbänken der Tischlerei Schewe. Die Leitung hatte damals Erich Wollenzien. Der CVJM starte gleichzeitig wieder seine Jugendarbeit. Die kleine Notkirche im Kurpark, erstanden aus einer ehemaligen Baracke der Focke-Wulf-Werke, war in der Nachkriegszeit der zentrale Ort des Kirchenlebens. Von 1955 an übte der Posaunenchor in den Räumen der heutigen Gefährdetenhilfe. Der Eilser CVJM beschäftigte sich damals intensiv mit dem Schicksal der europäischen Juden, der Geschichte Israels und dem einstigen Antisemitismus in der Kirche. Daraus wurde eine 25 Jahre währende Verbindung mit Israel, gefestigt durch zahlreiche gegenseitige Besuche. In dieser Phase leitete Pastor Erich Hinz den CVJM und trug zu einer Fülle weiterer Aktivitäten bei. Zusammen mit Pastor Hans-Peter Fiebig wurde später noch die Tschernobylhilfe ins Leben gerufen. Ein besonderes Gedenken verdient auch der kürzlich verstorbene Manfred Möhlmann, der den Posaunenchor über 30 Jahre lang leitete.



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