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Neuregelung stößt in Eilsen nicht nur auf Verständnis / Rathauschef leistet viel Überzeugungsarbeit

Einschnitt: Warum's nur noch fünf Osterfeuer gibt

Eilsen (tw). Einschnitt in Eilsen: Im Gegensatz zu früheren Jahren werden in der Samtgemeinde am Ostersamstag nur noch fünf Osterfeuer lodern - eine s pro Gemeinde. Die Neuregelung, vom Samtgemeindeausschuss bereits am 14. Mai respektive 10. September 2007 diskutiert und einstimmig beschlossen, führt dazu, dass Rathauschef Bernd Schönemann in den vergangenen Tagen viel Überzeugungsarbeit leisten musste. Denn längst nicht jeder Bürger versteht, warum er jetzt von lieb gewordenen Brenn-Gewohnheiten Abschied nehmen soll ...

veröffentlicht am 20.03.2008 um 00:00 Uhr

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Fakt ist: Die Osterfeuer sind in Eilsen regelrecht "ins Kraut geschossen; ihre Zahl wuchs von Jahr zu Jahr. Schönemann: "2007 wurden in der Samtgemeinde 33 Erlaubnisse für das Abbrennen von Osterfeuern erteilt - so viel wie nie zuvor." Die große Anzahl dieser Feuer hat die Vermutung nahe gelegt, dass viele Grundstückseigentümer den Anlass genutzt haben, um unter dem Deckmäntelchen eines Brauchtumsfeuers kostenlos ihre Grünabfälle zu entsorgen. Was - aus ihrer Sicht - "Sinn" machte, weil es in der Samtgemeinde keine festen Brenntage gibt; die wollten und wollen die Politiker nicht, weil dann die Luft im Kurort Bad Eilsen an jenen Tagen gänzlich verqualmt wäre. Ergo standen die Eilser Politiker jüngst vor der Aufgabe, die (Privat-)Interessen der Bürger, die "ihr" Osterfeuer auch weiterhin abbrennen wollen, gegenüber dem Interesse der Öffentlichkeit am Erhalt der Umwelt abzuwägen. Die Entscheidung, die sie am Ende gefällt haben, orientiert sich an einem Urteil, welches das Verwaltungsgericht Stade am 14. April 2003 in einem Rechtsstreit gesprochen hat, bei dem ein Bürger gegen den Landkreis Rotenburg (Wümme) geklagt - und verloren hatte. "Stade" gab dabei dem Landkreis Recht, der seine Praxis beim Genehmigen von Osterfeuern so formulierte: "Da Osterfeuer generell geeignet sind, die Umwelt zu schädigen, genehmigen wir zwar so viele Osterfeuer wie nötig, anderseits aber auch so wenige wie möglich." Soll heißen: In jeder der zum Stadtgebiet von Stade gehörenden Ortschaften wird generell jeweils nur ein einziges Feuer anerkannt. Diese Zahl, so der Landkreis weiter, sei ausreichend und versetzte jeden Anwohner in die Lage, ohne lange Anfahrtwege an einem der Osterfeuer teilzunehmen. Eben das ist - wie gesagt - die Linie, die auch die Samtgemeinde Eilsenübernommen hat. Konkret heißt es in dem Beschluss des Samtgemeindeausschusses: "Künftig wird die Zustimmung nur (noch) für ein Osterfeuer je Gemeinde erteilt, weil damit der Pflege des Brauchtums im Regelfall hinreichend entsprochen wird." Bleibt die Frage, wohin die Eilser jetzt mit ihren Grünabfällen sollen, da ihnen die Entsorgung via "Osterfeuer" verwehrt ist. Die Samtgemeinde verweist dabei auf nicht weniger als fünf - legale - Möglichkeiten. Entsorgung in der Biotonne; Zusätzliche Anschaffung einer Sommerbiotonne. Bündeln des Grünschnitts und Versehen des Bündels mit einer Wertmarke für die Abfuhr durch die AWS; Abgabe auf der Kompostanlage in Heeßen; Kompostierung auf dem eigenen Grundstück. Allerdings lässt die Samtgemeinde das Verbrennen von Pflanzenabfällen im Einzelfall auch weiterhin zu; laut Schönemann gab's dafür 2006 insgesamt 27 und 2007 sogar 49 Genehmigungen. Doch die Hürde, die Bürger dabei nehmen müssen, ist deutlich höher geworden. Denn das Verbrennen ist nach der neuen Allgemeinverfügung in Eilsen nur noch in der freien Landschaft und nicht mehr wie bisher in Wohngebieten erlaubt. Der Abstand des Feuers zum Nachbargrundstück muss wenigstens 75 Meter und nicht mehr wie bisher 25 Meter betragen. Last, but not least dürfen die Flammen nur in der Zeit von 8 bis 18 Uhr lodern. Generell gilt: "Alle Feuer", sagt Schönemann, "werden mit Ortsangabe und dem Name des Betreibers sowohl der Polizei, als auch der Feuerwehreinsatzleitstelle und dem Flughafen Achum gemeldet". So soll verhindert werden, dass die Brandschützer bei einer Rauchentwicklung umsonst ausrücken ...



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