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"Forum Integration": In Schaumburg geht neues Netzwerk für Arbeit mit Migranten an den Start

Einsatz für besseres Verständnis untereinander

Landkreis (sk). 43 Vertreter von mehr als 30 Schaumburger Vereinen, Verbänden, Behörden und Institutionen, die mit Migranten befasst sind, haben gestern im Kreishaus die Zusammenarbeit in einem Netzwerk für Integration in Schaumburg beschlossen. Zum "Forum Integration" hatte Bettina Hartmann eingeladen, Leiterin der Leitstelle für Integration.

veröffentlicht am 15.02.2008 um 00:00 Uhr

Irmtraut Exner (Deutsches Rotes Kreuz in Rinteln): "Wir möchten

Im Landkreis werde bereits sehr viel für die Integration der rund 9600 hier lebenden Migranten getan, so Hartmann. Allein 19 ausgebildete Integrationslotsen sind tätig. An der Schule am Schlosspark existieren Ausbildungspatenschaften für Migranten-Kinder, und Sprachförderung werden vom Kindergarten bis zur Volkshochschule betrieben. Dennoch gebe es viele Migranten, die nach wie vor Schwierigkeiten haben, sich in ihrem Umfeld zurechtzufinden, so Hartmann. Diese Mitbürger würden oft zu Außenseitern und in die Isolation gedrängt. Um hier Abhilfe zu schaffen, sei es wichtig, dass Vereinigungen und Behörden, die Hilfe für Migranten anbieten und Integration fördern, sich kennen lernen und miteinander arbeiten. In Bückeburg wisse man zum Beispiel offenbar nicht, dass es in Stadthagen die BISS (Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt) gibt, so Hartmann. Sie rief alle Vertreter der Institutionen - von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) über die Polizei, von den örtlichen Präventionsräten, vom Sozialamt bis hin zum Türkisch-Islamischen Kulturverein - auf, deren jeweilige Arbeit kurz vorzustellen und allen aufzuzeigen, wo sie der "Schuh" im Bereich Integration besonders "drückt", welcher Wunsch an die gemeinsame Netzwerkarbeit besteht. In den rund 30 Stellungnahmen zeigte sich vor allem der dringende Wunsch an die Behörden, sich um verständlichere Kommunikation mit Migranten zu bemühen, etwa einen Dolmetscherpool einzurichten oder amtliche Vordrucke wieder mehrsprachig aufzulegen. Hin und wieder, so war zu hören, komme es zu behördlichen Fehlentscheidungen allein aufgrund von Sprach- und Verständnisproblemen. Daniela Fischer (BISS) wünscht sich darüber hinaus "flächendeckende interkulturelle Kompetenz". Jugendpfleger Moran Dzang möchte sogar, dass Behördenmitarbeiter verpflichtet werden, an Kursen für interkulturelle Kompetenz teilzunehmen. Als Integrationsdefizit wurde außerdem genannt, dass es vielfach nicht an Angeboten für Migranten mangele, diese Veranstaltungen aber oft nicht ausreichend frequentiert würden. So sei die interkulturelle Woche in Stadthagen 2007 nur auf geringe Resonanz gestoßen. "Meine Enttäuschung ist da", so Bärbel Oerke, Mitglied im Stadthäger Integrationsbeirat. Bettina Hartmann will alle im Forum genannten Wünsche als Arbeitsgrundlage für thematische Netzwerksitzungen zusammenstellen. In diesem Jahr sind weitere zwei Treffen des "Forums Integration" geplant.

Irmgard Klingst ( "Alle unter einem Dach"): "Hilfreich wären kos
  • Irmgard Klingst ( "Alle unter einem Dach"): "Hilfreich wären kostenlose Fahrausweise für Migranten, die Deutschunterricht besuchen."
Mehmet Yabas (Türkisch-Islamischer Kulturverein in Stadthagen):
  • Mehmet Yabas (Türkisch-Islamischer Kulturverein in Stadthagen): "Wir wollen den Bildungsstand der Kinder von Migranten verbessern."
Moran Dzang (Jugendpfleger in Bad Nenndorf): "Behörden sollten M
  • Moran Dzang (Jugendpfleger in Bad Nenndorf): "Behörden sollten Migranten betreffende Entscheidungen transparenter machen." Fotos: sk


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