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Tag des offenen Denkmals in Bückeburg / Viele Bauwerke normalerweise nicht zugänglich / Buntes Rahmenprogramm

Einmalige Chance auf einen Blick hinter die Kulissen

Bückeburg (kk). "Zum Tag des offenen Denkmals? - Wie langweilig!" So oder soähnlich argumentieren viele Zeitgenossen - und verpassen eine ausgesprochen informative und vor allem kurzweilige und unterhaltsame Gelegenheit, ihre Heimat etwas besser kennenzulernen. Die Schaumburger Landschaft, die Stadt Bückeburg und natürliche viele öffentliche und private Denkmalsbesitzer laden für Sonntag, 14. September, nach Bücke burg ein.

veröffentlicht am 30.07.2008 um 00:00 Uhr

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Nicht nur geschichtsinteressierte Besucher sollen auf ihre Kosten kommen. Geboten werden vielmehr spannende Blicke hinter die Kulissen. Zahlreiche Eigentümer öffnen einladend Türen und Tore, obwohl ihre Fachwerkhäuser und Villen, ihre Werkstätten und Gärten normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Das macht den besonderen Reiz der Schaumburger Denkmalstage aus, die in jedem Jahr in einer anderen Region des Landkreises stattfinden. Doch auch in so bekannten Gebäuden wie Rathaus oder Schloss sind noch echte Entdeckungen mögl ich. Gespräche mit den Eigentümer, Vorträge und Führungen von Experten ermöglichen einen ganz persönlichen Zugang. Durch Geschichte und Geschichten werden Baudenkmale und die Schicksale ihrer Erbauer oder Bewohner lebendig. Auch diejenigen, die gar nicht so sehr ins Detail gehen möchten, kommen auf ihre Kosten: Kinderspaß, Konzerte, Kaffee und Kuchen machen den Denkmalstag einfach zu einem netten Ausflugstipp. "Wir möchten Entwicklungen aufzeigen", nennt Sigmund Graf Adelmann ein Anliegen der Programmmacher. Der Geschäftsführer der Schaumburger Landschaft stellte die Teilnehmer des Denkmalstages jetzt auf dem Hof Wöpking in Petzen vor. Gerade diese Hofstelle mit dem Vierständerhaus aus dem Jahr 1876 eignesich hierfür perfekt: Beim letzten Bückeburger Denkmalstag vor sieben Jahren sei gerade das Wohnhaus wieder hergerichtet gewesen, inzwischen sei ein schmuckes Hofcafé entstanden und Familie Wöpking nehme die Sanierung der Scheune in Angriff. Hier kann der Betrachter bereits liebevoll restaurierte Details wie alte gusseiserne Fensterrahmen entdecken. "Lobbyar- beit" für die Eigentümer und natürlich die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den Erhalt alter Bausubstanz sind weitere Anliegen der Organisatoren. "Wir freuen uns auf den Tag des offenen Denkmals", erklärt auch Karlheinz Soppe. Der städtische Baudirektor weist darauf hin, dass Bückeburg nicht nur so bekannte architektonische Sehenswürdigkeiten wie Schloss oder Stadtkirche zu bieten habe. Gut 350 Baudenkmale seien in der Stadt registriert. Dies bedeute Auflagen, aber auch Unterstützung der öffentlichen Hand für die Besitzer. Die Stadt wird sich mit einer Bühne auf dem Marktplatz am Denkmalstag beteiligen. Hier werden Musikgruppen wie Caipirinha oder die Schaumburger Märchensänger auftreten, Frank Suchland moderiert. Der Marktplatz ist zentraler Anlaufpunkt für alle Gäste, von hier starten auch Stadtführungen. Am Marktbrunnen halten Planwagen, die einen Pendelverkehr zum Bahnhof anbieten. Übrigens: Auch der Bahnhof ist als eins von 26 Baudenkmalen mit von der Partie. Hier werden zahlreiche Gäste besonders aus Hannover erwartet. In der Region findet nämlich zeitgleich der Großraum-Entdeckertag statt, für den es besonders günstige Nahverkehrsfahrkarten gibt. Bundesweit steht der Tag des offenen Denkmals unter dem Motto "Vergangenheit aufgedeckt - Archäologie und Bauforschung". Die Bandbreite in Bückeburg ist aber deutlich größer: Präsentiert werden Gebäude von der alten Industriehalle über bäuerliche Fachwerkhäuser bis zu hochherrschaftlichen Villen. Doch auch Archäologie-Begeisterte kommen auf ihre Kosten. In der Bückeburger Niederung können die (spärlichen) Überreste der Burg Arnheim besucht werden. Hier präsentiert die Arbeitsgruppe Archäologie des Heimatbundes vor- und frühgeschichtliche Funde und informiert über Ausgrabungen an der mittelalterlichen Burganlage, auch "Hus Aren" genannt. Aspekte der Bauforschung werden sicherlich überall da deutlich, wo die Sanierung eines Gebäudes im Mittelpunkt steht. Architekten und Bauhandwerker erklären, worauf es beim Rückbau und beim Erhalt alter Bausubstanz ankommt, Bauherren berichten über Freud und Leid beim Umgang mit der Denkmalpflege.



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