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Zahnarzt Dr. Rinne gegen "Dr. Best": Zu häufiges Putzen erzeugt nur "Kollateralschäden"

"Einmal täglich Zähneputzen reicht aus"

Rinteln (clb). Irritiert und erstaunt hat der Steinberger Zahnarzt Dr. Adolf Friedrich Rinne die jüngst veröffentlichten Gesundheitsseiten unserer Zeitung gelesen. In seinem Beitrag "Zahnmedizin - Dr. A. F. Rinne informiert" war ein Foto mit drei Zahnbürsten aus, zugegeben, etwas älteren Tagen abgebildet mit einem Text, der - frei nach Dr. Best - zum Zähneputzen dreimal am Tag auffordert. Die Zahnbürsten hätten nach Ansicht von Rinne schon längst in den Mülleimer gehört, und der alte Werbeslogan gelte ebenfalls nicht mehr: "Nach dem heutigen Kenntnisstand ist diesesübertriebene und zu häufige Geschrubbe nicht zu empfehlen."

veröffentlicht am 10.05.2007 um 00:00 Uhr

Macht mobil gegen "übertriebenes Geschrubbe": Zahnarzt Dr. Adolf

In den letzten Jahren sei vielmehr eine erschreckende Zunahme von Putzschäden zu beobachten, sagt Rinne. "Durch zunehmendes Mundhygienebewusstsein wollen es wohl viele gut machen, indem sie besonders häufig die Zähne putzen." Dennoch sei dreimal tägliches Zähneputzen falsch. Vielmehr sei zu empfehlen, einmal täglich alle Zahnflächen sehr sorgfältig zu reinigen und zusätzlich Zahnseide zu verwenden. "Ein zweites Zähneputzen ist erlaubt - für den guten Geschmack oder vor besonderen Ereignissen. Dies braucht dann aber nicht mehr ganz so gründlich zu erfolgen." Jedes Zähneputzen erzeuge Abrieb am Zahn, was sich im Laufe vieler Jahre als Substanzverlust am Zahnhals auswirke. Manche Patienten würden sich ihre Zahnhälse sogar bis zum Nerv "durchsägen", weiß der Zahnmediziner. Um diese verbreiteten "Kollateralschäden" durch zu gut gemeintes Zähneputzen im Rahmen zu halten, empfehle er eine möglichst weiche Bürste sowie schonende Zahnpasta mit einem geringen Anteil an Abrasionsmitteln.



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