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Einmal Rosen schneiden bitte!

Dieses Mal hat der Winter so richtig zugeschlagen. Nicht nur, dass er gefühlt gar kein Ende nehmen wollte. Nein, auch die hinterlassenen Schäden sind beträchtlich, zumindest auf den ersten Blick. Besonders deutlich wird das bei den Rosensträuchern, die überwiegend unter Frostschäden zu leiden haben. Daher an dieser Stelle einige Tipps zum Thema Rosenschnitt.

veröffentlicht am 10.04.2010 um 05:59 Uhr

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Autor:

Gabriele Schmedesund Jens Tippel

Das Wichtigste vorweg: Bitte Ruhe bewahren und nicht in die „Alles-Nachpflanzen-Hektik“ verfallen. Die meisten Rosen werden spätestens wieder aus ihrer Veredlungsstelle austreiben, vorausgesetzt, sie sind in der richtigen Tiefe gesetzt worden. Während früher im Herbst die Rosen angehäufelt wurden, so erspart man sich diesen Arbeitsschritt heute durch das tiefere Pflanzen der Stöcke, bei der die Veredlungsstelle fünf Zentimeter tief in der Erde liegt.

Doch nun zurück zum Schnitt. Der richtige Zeitpunkt – so ein alter Gärtnersatz – ist dann, wenn die Forsythien blühen. Dabei ist dieser Schnittzeitpunkt ein Kompromiss zwischen dem sehr frühen Austrieb der Rosen und der nächtlichen Spätfrostgefahr. Stellen Sie nun fest, dass das Holz trocken ist, die Rinde aufplatzt, braune Flecken über die Äste verlaufen, so nehmen Sie am besten gleich eine handliche Säge oder eine kräftige Astschere zur Hand. Dann gilt es den Rosenstock bis zur Verdickung, das ist die Veredlungsstelle, herunter zu schneiden. Die Rose wird daraufhin aus blinden Augen, so heißen bereits angelegte, aber nicht sichtbare Knospen im Rosenholz, wieder austreiben. Ein solch radikaler Verjüngungsschnitt wird sogar manches Mal gemacht, wenn es keine Frostschäden gab. Dann war der Strauch vergreist, und ihm wird die Möglichkeit gegeben, das Spiel des Wachsens ganz von vorne zu beginnen. Da sind uns die Pflanzen um einiges voraus!

Wenn Sie zudem noch das alte Rosenlaub sorgfältig entfernt haben, ist erst einmal die Gefahr pilzlicher Krankheiten wie Rosenrost, Echtem und Falschem Mehltau gebannt. Das ist eine kleine weitere Entschädigung bei dieser Rosenrosskur.

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Der Winter hat zwar Spuren hinterlassen, jedoch tut ein guter Rü
  • Der Winter hat zwar Spuren hinterlassen, jedoch tut ein guter Rückschnitt bei Rosen gut – und dann blühen sie schon bald wieder so prachtvoll wie hier. Foto: tip

Sind die Frostschäden nicht ganz so gravierend, schneiden Sie am besten nach dem Motto: starker Rückschnitt – starker Austrieb, schwacher Rückschnitt – schwacher Austrieb. Hinzu kommt der Grundsatz alles schwache und sich zu stark kreuzende Holz herauszuschneiden.

Bodendeckerrosen werden, wenn sie überaltert sind oder ebenfalls diesen Winter gelitten haben, zuerst mit der Heckenschere bearbeitet und dann mit der Rosenschere nachgeschnitten. Alles andere wäre zu aufwendig und schmerzhaft.

Kletter- und Rankrosen fallen aus dem üblichen Schnittschema vollkommen heraus. Die Rankrosen, auch Ramblerrosen genannt, sind die idealen Rosen, um unansehnliche Schuppen oder alte Obstbäume mit einer ansehnlichen Blütenwolke zu bedecken. Das Beschneiden sollte man bei diesen Rosen auf störende Triebe beschränken. Bei den eigentlichen Kletterrosen lässt man die einjährigen Langtriebe, sofern sie nicht heruntergefroren sind, stehen, denn auch daran wird die Rose blühen. Bei den zweijährigen Trieben werden die Seitenzweige auf zwei bis drei Knospen eingekürzt – dort wird die Hauptblüte der Rose sein. Alte vergreiste und ganz schwache Triebe werden herausgeschnitten, damit sich von unten erneut junge wüchsige Triebe bilden können. So wird also immer versucht, ein gleichmäßiges Altersniveau zu erhalten.

Die historischen Rosen sind besser als ganz „normale“ Sträucher zu behandeln. Sind Frostschäden vorhanden, diese sowie veraltetes Holz entfernen. Allerdings belasse ich es gerne bei einem ganz leichten Auslichten und störe mich nicht sonderlich an sich kreuzenden Trieben. Diese sind für die Stabilität des Strauches wichtig, da die Blüten der Rosen oft so schwer werden, dass sie sich zur Erde neigen. Durch eine Dichttriebigkeit des Strauches erhalten die Blütenzweige nun eine zusätzliche Stabilität.

Falls es doch zu schwereren Ausfällen Ihrer Lieblinge gekommen sein sollte und Sie Rosenstöcke an den gleichen Stellen nachpflanzen möchten, so bedenken Sie die vorhandene Rosenmüdigkeit im Boden, welche bewirkt, dass eine junge nachgepflanzte Rose wenn überhaupt nur sehr kümmerlich anwächst. Dieses lässt sich nur durch einen großzügigen Bodenaustausch verhindern, oder Sie greifen auf wurzelechte Rosen zurück, von denen es jedoch erst eine eingeschränkte Auswahl gibt.

Guten Schnitt und eine gute Rosenblüte wünschen die Zaungäste.



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