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Eilser Arbeitsgemeinschaft "Den Kindern von Tschernobyl" betreut Stiftung in Gomel

Einige Fälle schreien nach Ausweiten der Hilfe

Bad Eilsen. Seit einem Jahr betreut die Eilser Arbeitsgemeinschaft "Den Kindern von Tschernobyl" auch die weißrussische Stiftung "Hope to the children in trouble" in Gomel.

veröffentlicht am 05.09.2007 um 00:00 Uhr

Hanno Teuber (linkes Bild, l.) zu Besuch bei den ehrenamtlichen

Valentina Pokhomovas Tochter erkrankte an Krebs. Zunächst brach die Welt für sie zusammen. Sie hatte Glück im Unglück, die Tochter konnte durch eine sehr gute Behandlung und Nachsorge gerettet werden. In der Zeit des Bangens beschloss Valentina, gemeinsam mit anderen betroffenen Müttern eine Selbsthilfeorganisation aufzubauen. Seit 16 Jahren betreuen nun viele selbst "gebrannte" Mütter Familien in Not mit ihren an Tumoren leidenden Kindern. Im Laufe der Zeit wurde den aktiven Frauen erst richtig deutlich, welche unbeschreiblich dramatischen Zustände in manchen der betroffenen Familien herrschen. Die von Valentina und Irina geschildertenFälle schreien förmlich nach einer Ausweitung der Hilfe aus Schaumburg. Als Fritz Winkelhake von der Situation der Stiftung und den betreuten Menschen erfuhr, beschloss er spontan, eine größere als eigentlich geplante Summe zu übergeben. Hanno Teuber stockte die Geldsumme noch einmal mit einemgrößeren Spendenbetrag auf. 3200 Euro blieben schließlich in der Hilfskasse Gomel. Unter vielen vorgetragenen Notfällen sollen hier zwei beispielhaft mitgeteilt werden: Die Mutter dreier Kinder, Anna Larchenko, erkrankte selbst an Krebs. Zwei ihrer Kinder quälen sich mit einem Gehirn-Tumor. Das dritte Kind starb bereits an Krebs. Die Familie Matyushenko lebt in Zhlobin nahe unserem Bad Eilser Patendorfe. Die Mutter lebt mit zwei Kindern allein. Eines ihrer Kinder leidet unter einem Tumor. Ihr Mann erschlug im Suff einen Menschen und sitzt für 14 Jahre im Gefängnis. Sie hat keinen Ernährer. Viele Männer verlassen wegen Alkoholproblemen ihre Familien und kümmern sich nicht um die Not ihrer erkrankten Kinder und der allein gelassenen Ehefrauen und Mütter. In den abgelegenen, unterentwickelten Dörfern trifft eine Krebserkrankung die Familien besonders hart, sind doch dort die Bedingungen viel härter als in den Städten. Es fehlen eigentlich alle Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung: Die Krankenhäuser liegen weit entfernt und sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht zu erreichen; das Familieneinkommen ist sehr niedrig (manchmal unter 20 Euro im Monat) - und es fehltan Geld für Medikamente, Vitamine, Essen mit guter Qualität und die Reisekosten ins Krankenhaus zur Behandlung und Therapie. Die Bad Eilser, die schon 14 Patenkinder dieser Stiftung betreuen,übernahmen noch einmal sechs Patenkinder mit besonders schwieriger Familiensituation. Fritz Winkelhake hofft sehr, dass auch für diese Familien bei uns möglichst bald Paten gefunden werden. Gemeinsam unternahm man einen kleinen Ausflug in den Stadtpark, um Abstand von den zu verarbeitenden Problemen zu bekommen, besichtigte das alte Fürstenschloss Gomels und unternahm eine kleine Bootsfahrt auf dem Loz. Die lange Rückfahrt verlief ohne besondere Probleme, die Abfertigung an der Grenze verlief noch schneller als bei der Einreise. Das Team dankt noch einmal allen Sponsoren, Helfern, Gastfamilien und freundlich gesinnten Menschen im Schaumburger Land recht herzlich. "Ohne ihre Mithilfe können wir nicht helfen", meinen die Bad Eilser ausdrücklich.

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