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Verdienstkreuz für Klaus-Dieter Jösten

Einer wie er öffnet Türen, Herzen und Geldbörsen

Hameln (CK). Das, was Klaus-Dieter Jösten, Leiter der Jugendwerkstatt Hameln (JWH), für junge Menschen, in der Stadt und der Region geleistet hat, ist vielschichtig und ohne Beispiel – einem solchen Lebenswerk gerecht zu werden, fällt nicht leicht. Das jedenfalls ist die Überzeugung von Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann, die dem Diakon gestern das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verlieh.

veröffentlicht am 05.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

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Jösten, den es 1989 nach Hameln verschlagen und der dort eine schwierige, anspruchsvolle Aufgabe in dieser größten diakonischen Einrichtung des Kirchenkreises übernommen hatte, sei ein Glücksfall für die Stadt, so die OB. Mit immer neuen Ideen habe er den Grundstock dafür gelegt, dass junge Menschen, die zum Teil schon durch das gesamte Netz unserer Gesellschaft gefallen seien, wieder Halt gefunden hätten.

Mit zunächst knapp 20 Jugendlichen und 14 Mitarbeitern hatte Jösten begonnen – im Laufe von zwei Jahrzehnten ist die Zahl auf 800 Jugendliche und junge Erwachsene gestiegen, die pro Jahr in den verschiedenen Abteilungen der Jugendwerkstatt von mehr als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut und auf ein Leben auf dem ersten Arbeitsmarkt vorbereitet werden. „Für Sie sind das nicht nur 800 Schicksale, sondern eben auch 800 Chancen“, sagte das Stadtoberhaupt und bescheinigte „Mr. Jugendwerkstatt“, sich mit seiner ganzen Persönlichkeit dafür einzusetzen, dass junge Menschen berufliche Perspektiven erhalten, die sie woanders nicht bekommen würden. „Jedes Einzelschicksal haben Sie auch aus christlicher Überzeugung heraus zu Ihrer Herzenssache gemacht.“ Und wie kein anderer verstehe es der Geehrte, Kontakte zu knüpfen und Türen zu öffnen – und damit auch die Portemonnaies. Dabei seien Überzeugungskraft und Begeisterungsfähigkeit gefragt. Als unermüdlicher Kämpfer für die Jugendwerkstatt sei Jösten ständig im Einsatz, und ohne diesen Einsatz gäbe es die Jugendwerkstatt Hameln nicht, glaubt Susanne Lippmann.

Jösten stehe außerdem für ein „Netzwerk von Hilfen und Helfenden“, seine Arbeit sei ihm nicht nur Last, sondern auch Erfüllung. Lippmann: „Nur so lässt es sich erklären, dass Sie immer wieder über Ihre Kräfte hinaus wirken und das erreichen, was eigentlich unerreichbar ist.“ Das alles gehe wohl nur, wenn man so fest im christlichen Glauben verankert sei wie der Diakon.

Jöstens Engagement ist auch außerhalb der Jugendwerkstatt vielfältig: Er ist seit 1990 ununterbrochen Mitglied der Synode der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, stellt sich der Feuerwehr als Notfallseelsorger und dem NDR zu Heiligabend am Sorgentelefon zur Verfügung.

In seinen Dankesworten bescheinigte Jösten Politik, Wirtschaft, Kirche und Kommune viel Rückhalt für die Einrichtung, die die Jugendwerkstatt aber auch brauche; mit allen beteiligten Entscheidungsträgern gebe es eine kritisch-konstruktive Zusammenarbeit, schließlich gebe es nach Martin Luther keinen größeren Schaden in der Christenheit, als Kinder und junge Menschen zu vernachlässigen.

Was Jösten beim anschließenden Umtrunk in den Räumen der Einrichtung außerdem am Herzen lag: der Bau eines Jugendhotels in der alten Villa auf dem Gelände. Das Projekt beschäftigt die Verantwortlichen seit geraumer Zeit, allerdings kommt es vor allem aus finanziellen Gründen nicht richtig voran. Jösten: „Das ist ein wichtiges Vorhaben, eine schöne Ergänzung unseres Angebots sowohl für die Ausbildung unserer jungen Leute als auch für die jungen Menschen, die unsere Stadt kennenlernen wollen. Und weil dieses Jugendhotel ein Herzensprojekt von ihm ist, überreichte er eine Spende für diesen Zweck an Superintendent Philipp Meyer.

Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann verleiht Klaus-Dieter Jösten das Bundesverdienstkreuz. Foto: Wal



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