weather-image
Aussichtsreiche Kandidatin für zweite Pfarrstelle stellt sich in Nikolaikirche vor / Rege Anteilnahme aus der Gemeinde

"Einer trage des anderen Last" - was das bedeuten kann

Rinteln (ur). Der Kirchenvorstand der Nikolai-Gemeinde hat sich einmütig dafür ausgesprochen, die Pastorin Astrid Bunselmeyer aus Bremerhaven mit der zweiten Pfarrstelle an der evangelisch-lutherischen Stadtkirche zu beauftragen.

veröffentlicht am 26.09.2006 um 00:00 Uhr

Astrid Bunselmeyer

Um auch derübrigen Gemeinde Gelegenheit zu geben, sich mit der Bewerberin vertraut zu machen, stellte sich Astrid Bunselmeyer am vergangenen Sonntag mit einer Aufstellungspredigt in der Nikolaikirche vor, nachdem sie zuvor schon als aussichtsreiche Kandidatin im Gemeindebrief angekündigt worden war. Der ausgesprochen rege Besuch des Gottesdienstes dokumentierte der Aspirantin auf die zweite Pfarrstelle immerhin, dass sie in Sankt Nikolai eine Gemeinde vorfindet, die ein waches Interesse an ihrer Kirche hat. Und da passte auch das Predigtwort sehr gut, dass für diesen Sonntag auf der Agenda stand - war es doch der an die Gemeinde gerichtete Appell "Einer trage des anderen Last " aus dem Brief des Paulus an die Galater. Bunselmeyer verdeutlichte ihr Verständnis dieser Forderung am Beispiel einer Wanderung, die sie kürzlich mit einer Gruppe auf der Schwäbischen Alb unternommen hatte - wobei sie es nicht ausließ, ihren Zuhörern mit dem Hinweis auf die Schönheiten des Weserberglands ihren Wunsch verständlich zu machen, in Rinteln einen neuen Wirkungskreis zu finden. Diese Wanderung führte auch über einen ehemaligen Truppenübungsplatz - und so erhielt jeder Teilnehmer eine leere Munitionshülse als bleibende Erinnerung: "Eine Last, die man spontan gern zurückweisen wollte." Die Pastorin erinnerte an die Soldaten, die in diesen Tagen in den Nahen Osten aufbrechen und dort im Auftrag der UN in Situationen kommen können, die der Einzelne kaum tragen und ertragen kann - und die auch nach besonderer Fürbitte durch die Gemeinde verlangen. Auch der Ablauf dieses Gottesdienstes war durch den Anspruch bei Nikolai geprägt, der Musik im kirchlichen Raum eine besondere Rolle zuzuweisen: Davon zeugte nicht nur die Zahl der gesungenen Lieder, sondern auch die Bereitschaft und Fähigkeit der Gemeinde, unter Anleitung von Kantor Wolfgang Westphal im Gottesdienst auch neue Lieder einzustudieren. Besonders für eine in Rinteln anstehende Herausforderung bringt die Pastorin sicher aus Bremerhaven, wo sie seit 1997 tätig ist, eine Fülle von Erfahrungen mit: In der Zusammenarbeit von benachbarten Stadtgemeinden mit unterschiedlichem Profil. Ein Prozess, der in der Seehafenstadt inzwischen zur Bildung eines gemeinsamen Gemeindezentrums der bis dahin selbstständigen Gemeinden Michaelis und Paulus führte. Aus dieser nicht durchweg schmerzfreien Fusion entstanden immerhin neue Möglichkeiten für kirchliche und speziell diakonische Arbeit in einer kommunalen Struktur, die an der Küste als sozialerBrennpunkt gilt. Angesichts dieser Voraussetzung und der gelungenen Vorstellung auf der Kanzel dürfte die Akzeptanz der Empfehlung aus dem Kirchenvorstand in der Gemeinde wohl kaum Hürden finden. Die Einspruchsfrist läuft zum kommenden Sonnabend ab.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare