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Vor Gericht: Korruption im Nenndorfer Bauamt / Geständnisse zum Prozessauftakt

Einer soll brummen - der andere malochen

Bad Nenndorf/Bückeburg (ly). Mit Geständnissen hat gestern in Bückeburg der Prozess um Korruption im Bauamt der Samtgemeinde Nenndorf und illegale Kanalanschlüsse begonnen. In Haft muss wohl nur einer der beiden Angeklagten: Dem ehemalige Angestellte der Samtgemeinde drohen bis zu drei Jahre Knast .

veröffentlicht am 08.01.2008 um 00:00 Uhr

Nach einem Rechtsgespräch der Juristen hatte die 1. Große Strafkammer am Landgericht versichert, im Gegenzug für Geständnisse bestimmte Strafen nicht zu überschreiten. Demnach soll der Hauptangeklagte (54), früher technischer Angestellter im Tiefbauamt und nach Bekanntwerden der Fälle fristlos gekündigt, maximaldrei Jahre ins Gefängnis. Bei Bewährung für den Rodenberger hatte Oberstaatsanwalt Rainer Gundlach (Hannover) nicht mitgespielt. Der Komplize des 54-Jährigen, ein Bauunternehmer (51) aus der Gemeinde Hohnhorst, darf mit höchstens zwei Jahren auf Bewährung rechnen. Bis zu dieser Grenze können Freiheitsstrafen ausgesetzt werden. Als Auflage soll der Firmenchef selber den Spaten in die Hand nehmen, um im Garten- und Landschaftsbau 250 Stunden zugunsten der Samtgemeinde zu arbeiten. Plädoyers und Urteile werden für Mittwoch erwartet. Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Angeklagte haben sich mit dem Vorschlag des Gerichts bereits einverstanden erklärt. Richterin Birgit Brüninghaus, Vorsitzende der Kammer, will Mittwoch noch eine Aussage hören und lädt die restlichen 28 Zeugen ab. Ohne Geständnisse hätte sich das Verfahren vermutlich zum Mammut-Prozess ausgeweitet. Als Motiv gab der Hauptangeklagte an, er habe seinen "gesteigerten Lebensstandard" finanzieren müssen. Ins Detail ging der Rodenberger nicht. Dies sei "ein Teufelskreis" gewesen, heißt es in einer Erklärung der Verteidigung lediglich. Das Geld, rund 55 000 Euro, ist jedenfalls weg. Was er getan hat, bedauert der 54-Jährige ",zutiefst". Nach seiner Festnahme im Februar 2006 hat er zunächst geschwiegen und bereits vier Monate in Untersuchungshaft gesessen, dann die Taten aber eingeräumt. Aus Sorge um seinen Betrieb hatte der Firmenchef, Inhaber zweier Unternehmen für Landschaftspflege und Rohrreinigung, die Kanalanschlüsse kostenlos auf Geheiß des Bauamtsmitarbeiters gelegt. Weil er durch das Wohlwollen des Angestellten weiterhin auch an offizielle Aufträge der Samtgemeinde kommen wollte, nahm der 51-Jährige keinen Cent und investierte sogar noch in seinen Fahrzeugpark, den Angaben zufolge allein 2004 eine halbe Million Euro. Heute steht der Hohnhorster ohne Aufträge aus dem Rathaus da. In den Erklärungen der Anwälte ist von einem schleichenden Prozess die Rede. Einen Plan wollen die Männer nicht ausgeheckt haben.



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