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Unerquicklich: Wenn die Toilette durch Rückstau überläuft / Eingeleitetes Fremdwasser wird überprüft

"Einen Tag länger Regen - und wir hätten Probleme gehabt"

Obernkirchen/Vehlen (sig). "Es ist noch einmal gut gegangen, zumindest bis hierher", meinte Bürgermeister Oliver Schäfer nach den bei ihm eingegangenen Informationen zur Hochwasserlage im Bereich der Bergstadt. Irgendwie wäre es ja auch das gewesen: Vor einem Jahr den Wirbelsturm "Kyrill", und dann genau wieder im Januar ein weiteres unerfreuliches Ereignis.

veröffentlicht am 23.01.2008 um 00:00 Uhr

"Wenn es noch einen Tag und eine Nacht weiter geregnet hätte, wären Probleme auf uns zugekommen", ließ auch Obernkirchens Ortsbrandmeister Clemens Keich durchblicken. Ein Einsatz in Vehlen am vergangenen Wochenende deutete die möglichen Gefahren bereits an. In einem Gebäude neben der verkauften früheren Diskothek "Lollipop" lief das Schmutzwasser aus der Toilette in den Keller. Keich: "Das lag an der voll gelaufenen Schmutzwasserleitung, die von Bad Eilsen zum Klärwerk nach Vehlen führt. Wir haben der Vehlener Wehr geholfen und mit Hilfe einer Blase die Leitung abgedichtet. Unter der Blase versteht man einen aufgeblasenen Ballon, der einenweiteren Rückstau verhindern soll. Das war aber unser einziger Einsatz im Zusammenhang mit dem Dauerregen der letzten Tage." Auch Schäfer war froh, dass sich nicht mehr ereignet hat. Besondere Sorgen machte er sich um den Bereich an der Straße "Am Stiftswald". Dort sind in der Vergangenheit bereits mehrfach die Keller anliegender Häuser voll gelaufen. Nach Sturzregen gingen die Deckel der in der Straße liegenden Schmutzwasserkanalisation hoch. Es ist keineswegs ein neues Problem, dass die städtische Kanalisation durch falsch eingeleitetes Oberflächenwasser überlastet wird. Der Abwasserverband "Auetal" hat deshalb das Stadthäger Planungsbüro Kirchner damit beauftragt, notwendige Überprüfungen im gesamten Verbandsgebiet vorzunehmen. Verbandsvorsitzender Heinz Grabbe (Ahnsen) am Rande eines Bürgermeister-Treffens erreichten, sagte dazu: "Bis zumJahresende werden sicherlich Ergebnisse vorliegen, denen wir dann nachgehen werden." Auch wenn die Bückeburger Aue an den vergangenen Tagen randvoll war, herrscht beim Klärwerk in Vehlen noch keine Alarmstufe. "Es kommt zwar bei uns einiges mehr an als an anderen Tagen, aber das haben wir noch alles gut im Griff", versichert Michael Lindemeier, ein Mitarbeiter der Kläranlage, den wir telefonisch erreichten. Auf den umliegenden Feldern würden sich aber so manche Wasserflächen ausbreiten, weil der Boden gesättigt und nicht mehr aufnahmefähig ist. Das sieht man zum Beispiel auch an zahlreichen Stellen in der Gemarkung zwischen Ahnsen und Vehlen. Dort sind die Gräben bis oben hin gefüllt, und die Zuflüsse lassen die Aue bis "an die Kante" anschwellen. Die Wassermassen stürzen vom Kaskadenwehr an der Mühle wie kleine Niagarafälle in die Tiefe. Auch der Mühlengraben brauchte nicht mehr viel, bis er das gesamte Mühlengebäude umspült hätte. Kein Wasser stand diesmal auf der Obernkirchener Straße in Höhe der Getränkefirma Anke. Dafür wurde aber wieder einige Ackerkrume dicht vor dem Ortseingang der Bergstadt von Feldern der Ortschaft Röhrkasten hinuntergespült.



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