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Rintelner Eg Witt stellt auf einer der bedeutendsten Kunstmessen Asiens aus

Eine Tonne Kunst geht nach Shanghai

Rinteln (mld). "Haben Sie etwas dagegen, dass wir mit Ihnen nach Shanghai fahren?" Es hat nicht lang gedauert, und der Rintelner Künstler Eg Witt hatte die Frage mit Ja beantwortet. Am anderen Ende der Telefonleitung war seine ehemalige Galeristin aus Stuttgart, die seine Kunstwerke auch heute noch gerne ausstellt. Und genau seinen Namen hatte sie im Kopf, als es darum ging, eine Auswahl von Kunstwerken einzupacken und Ende November auf der SAF auszustellen.

veröffentlicht am 03.11.2007 um 00:00 Uhr

"Meine Skulpturen sind wahrscheinlich die schwersten Kunstwerke"

SAF - hinter diesen Buchstaben verbirgt sich die Kunstmesse "Shanghai Art Fair", die von vielen Fachleuten als das Flaggschiff der asiatischen Kunstmessen bezeichnet wird. Deutschland wird eine Woche lang Kunstwerke einiger handverlesener Künstler ausstellen. Mit leichtem Gepäck reist die deutsche Kunst-Delegation allerdings nicht nach China: Die ausgewählten Werke wiegen insgesamt eine Tonne. "Meine Skulpturen sind wahrscheinlich die schwersten Kunstwerke", mutmaßt Witt. Kein Wunder, denn der Rintelner arbeitet vorzugsweise mit Metall, wie es überall in der Stadt mit verschiedensten Gestalten und Aussagen anzutreffen ist. Dass die Figuren unausweichlich zu rosten beginnen, ist für Witt gerade ein Bestandteil der Kunst: "Der Rost ist ein Gegensatz zu demGlanz und Gloria unserer heutigen Gesellschaft." Ein Zeichen gegen die Ewigkeit, doch für Natürlichkeit, Vergänglichkeit und Tod. Darüber, ob die Shanghaier Messebesucher Zugang zu seiner Kunst finden werden, will Witt nicht spekulieren - "doch es ist wichtig, dass der Austausch zwischen Deutschland und China nicht nur über Politik oder Wirtschaft stattfindet". Witt selbst jedoch wird an der international ausgelegten Ausstellung wohl nicht teilnehmen. Der Künstler habe auf einer Kunstausstellung wenig zu suchen, erklärt Witt. "Dann ist das Kunstwerk dran, sich selbst zu erklären." Wenn es das nicht schaffe, so Witt, "ist das Kunstwerk eben zu schwach".

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