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Neue Samtgemeinde heißt Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf / Bürger stimmen ab

„Eine Stärkung kommunaler Selbstverwaltung“

Eschershausen (spe). Die neue große Samtgemeinde soll ab dem 1. Januar 2011 den Namen Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf tragen. Bei der Abstimmung im Sommer, zu der die Einwohner der Samtgemeinden Eschershausen und Stadtoldendorf aufgerufen waren, bekam dieser Name die meisten Stimmen, nämlich 396 von insgesamt 1188 gültigen. Die Gremien beider Samtgemeinden, die fusionieren wollen, sind diesem Votum gefolgt. In ihrer ersten gemeinsamen und „historischen“ Sitzung, wie Ratsvorsitzender Heinrich Heppner sie nannte, haben beide Samtgemeinderäte am Freitagabend in der Aula der Grundschule Eschershausen die Pflöcke für die Fusion eingeschlagen. Nach Polle und Bodenwerder ist es der zweite Fusionsbeschluss auf Kreisebene.

veröffentlicht am 11.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 02:41 Uhr

Die beiden Samtgemeindebürgermeister Friedrich Mönkemeyer (li.)
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Alle anwesenden Ratsmitglieder (36 von 45) haben jeweils einstimmig und ohne weitere Diskussionen dem Erlass der Hauptsatzung der neuen Samtgemeinde einschließlich der Namensgebung, dem Gebietsänderungsvertrag und dem Antrag auf Zusammenschluss an das Land zugestimmt. Im Anschluss unterzeichneten die beiden Samtgemeindebürgermeister Mönkemeyer und Anders sowie die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden im Beisein von Landrat Walter Waske und der beiden Regierungsvertreter Palandt und Kubiak Hauptsatzung und Gebietsänderungsvertrag, dem bereits alle Räte in separaten Sitzungen zugestimmt hatten.

Eine Ära geht zu Ende

Mit der Unterzeichnung des Gebietsänderungsvertrags haben sich die Partner endgültig „entschlossen, in freier Selbstbestimmung die Vereinigung beider in Jahrzehnten gewachsenen Körperschaften zu suchen und durch gemeinsames Handeln den wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Fortschritt der Kommunen zu sichern in dem Bestreben, durch die Vereinigung der Gemeinden zu einer Samtgemeinde einen Beitrag zur Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung der Region zu leisten und eine harmonische Entwicklung aller Ortschaften zu fördern.“

Stadtoldendorfs Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Anders berichtete über den bisherigen Fusionsprozess und erinnerte an die Bildung der Samtgemeinden Eschershausen und Stadtoldendorf im Zuge der Gebietsreform 1970. Beide waren die ersten Zusammenschlüsse im Kreis Holzminden. Diese Ära gehe nun dem Ende zu. Die Gründe, vier Jahrzehnte später die Strukturen abermals zu verändern, seien im demografischen Wandel und seinen Auswirkungen zu suchen. Sie ähnele damit der Situation Mitte des 19. Jahrhunderts, als die damaligen Ämter durch Wegzug in die Ballungsgebiete oder nach Übersee einen Bevölkerungsschwund zu verkraften hatten. Beide Samtgemeinden haben heute zusammen 16 550 Einwohner, eine Abnahme von 25 Prozent wird bis 2025 erwartet.

„Gemeinsam sind wir stark genug, diese Herausforderungen, die Auswirkungen auf alle Lebensbereiche erwarten lässt, anzugehen“, sagte Anders. Er erinnerte an den Werdegang der Fusionsvorbereitungen seit 2007 mit Tagungen der Arbeitsgruppen, Bürgerbeteiligung und Beschlüssen. Anders dankte allen Akteuren auf dem Weg für ihre konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit: der Regierungsvertretung, dem Landkreis, Bürgermeistern, dem Büro Koris, den Mitgliedern der Räte, den Bürgern und besonders seinem Kollegen, Eschershausens Samtgemeindebürgermeister Mönkemeyer, den er als „Eckpfeiler der neuen Samtgemeinde bezeichnete“.

Mönkemeyer gab dieses Lob gern zurück. Darum gehe es allen: „Auch in Zukunft gute Lebensbedingungen in unserer Heimat zu haben.“ Dafür müsse die Verwaltungseinheit den Rahmen geben, dürfe aber keine Grenzen setzen. Durch die Fusion habe man „neue Möglichkeiten, notwendige Kooperationen mit unseren Nachbarn einzugehen, und zwar auf Augenhöhe“. Auch die Kreisstadt Holzminden werde von starken Grundzentren profitieren. Offenbar bestehe ein Zusammenhang zwischen dem Bevölkerungsrückgang und der Entfernung zum nächsten Mittelzentrum. Daher sei es wichtig, dass die Infrastruktur in den Gemeinden gehalten oder gar gestärkt werde und in allen Gemeinden gleichwertige Lebensbedingungen zu schaffen.

Krankenhaus soll erhalten bleiben

Mönkemeyer verwies auf die Bedeutung des Erhalts des Krankenhauses Charlottenstift und ein „Geben und Nehmen“ in der Frage der Schulstandorte. Je besser und schneller die neue Samtgemeinde zusammenwachse, desto mehr politisches Gewicht habe sie. Herzlich gratulierte Landrat Walter Waske zum Fusionsbeschluss. Man habe bewiesen, dass man zueinander Vertrauen habe und gemeinsam nach Lösungen gesucht, die den anderen nicht überfordern. Den Landkreis verbinde viel mit der neuen Samtgemeinde, zum Beispiel den größten Arbeitgeber, das Krankenhaus Charlottenstift. Vieles sei nicht so gelaufen, wie man sich das vorgestellt habe, doch es müsse darum gehen, Arbeitsplätze und Versorgung zu erhalten. Er sei sich nicht sicher, dass es gelinge, beide Krankenhäuser in eine gute gemeinsame Zukunft zu führen. Da habe die EU noch ein Wort mitzusprechen. Auch er habe Wettbewerb gefordert. Er freue sich über den „Anstoß von unten“ zur Fusion. Man sei in der Vergangenheit „viel zu kleinteilig aufgestellt“ gewesen. Er hätte sich gewünscht, dass der Flecken Bevern sich der Stadt Holzminden anschließt und die Dörfer der Samtgemeinde Bevern sich der neuen Samtgemeinde anschlössen.

Auch Jens Palandt, stellvertretender Leiter der Regierungsvertretung Hannover, gratulierte zur Fusion und sprach seine Anerkennung im Namen des Landes aus. Die Partner hätten den Weg konsequent verfolgt und selbst gestaltet mit Mut, Pragmatismus und Zuversicht. Damit seien Handlungsspielräume entstanden, der Prozess sei aber nicht zu Ende. 2010 werden die Vorbereitungen für den Fusionsprozess fortgesetzt. Im letzten Quartal sollen dann Neuwahlen stattfinden, zum 1. Januar 2011 soll die Fusion dann vollendet sein.

Bürger stimmen über den künftigen Namen ab

Mit dem Zusammenschluss büßt nun jede Samtgemeinde ihren ehemaligen Namen ein. Die Bürger hatten Namensvorschläge gemacht. Die Lenkungsgruppe traf eine Auswahl von sieben Namen, die im Sommer zur Abstimmung an die Haushalte gegeben wurden. 1188 gültige Stimmen wurden abgegeben, sie verteilen sich wie folgt:

1. Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf 396 Stimmen

2. Samtgemeinde Homburg-Ith 336 Stimmen 3. Samtgemeinde Lennetal 177 Stimmen

4. Samtgemeinde Homburg im Weserbergland 93 Stimmen

5. Samtgemeinde Odfeld 76 Stimmen 6. Samtgemeinde Raabeland 63 Stimmen

7. Samtgemeinde Amelungsborn 47 Stimmen

Die Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf wird aus den Mitgliedsgemeinden Arholzen, Deensen, Dielmissen, Eimen, Heinade, Holzen, Lenne, Lüerdissen und Wangelnstedt sowie den Städten Eschershausen und Stadtoldendorf gebildet.



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