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50 Reiter aus ganz Norddeutschland dabei / Zwei Abwürfe, keine Verletzten / Halali vorm Mausoleum

Eine Schleppjagd wie aus dem Bilderbuch ...

Bückeburg (jp). Als gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges hat sich am Samstag erneut die große Schleppjagd der Schleppjagd- und Fahrsportfreunde Bückeburg erwiesen. Weit über fünfzig Reiter aus ganz Norddeutschland konnten Jagdherr Heinrich Werkmeister und sein Stellvertreter Michael Zepp zu dem herbstlichen Jagdritt begrüßen. Traditionell fanden sich die Reiter zum Auftakt der Jagd, dem sogenannten Stelldichein, im Innenhof des Bückeburger Schlosses ein.

veröffentlicht am 29.09.2008 um 00:00 Uhr

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Das letzte Septemberwochenende bescherte der Veranstaltung Wetterverhältnisse wie aus dem Bilderbuch. Schon beim Einrittüber die Schlossbrücke und dem Stelldichein vor dem Schlossportal verfolgte eine Vielzahl von pferde- und reitsportinteressierten Zuschauern das malerische Geschehen. Im Mittelpunkt standen dabei natürlich wie in jedem Jahr die quirligen Foxhounds der Lipperland-Meute, die entsprechend dem Reglement einer Schleppjagd den Reitern im Feld voranliefen. Seinen Dank sandte Werkmeister an das Fürstenhaus für die Erlaubnis, das Stelldichein im Schlossinnenhof und das Halali auf der Mausoleumswiese abhalten zu können. Ebenso dankte er der Bundeswehr, auf deren Übungsgelände im Röcker Feld sich die zentralen Abschnitte der Schleppjagd abspielten. Seine besondere Begrüßung galt der Lipperland-Meute und ihrem Master Friedel Sielemann sowie den Jagdhornbläsern der Rally Trompes des Landes. Mag der Begriff Jagd in vielen Ohren noch einen blutrünstigen Klang haben, so kann davon bei einer heutigen Schleppjagd keine Rede sein: Statt lebende Tiere zu Tode zu hetzen, was in Deutschland seit 1934 verboten ist, schickt man die Hunde auf eine künstlich ausgelegte Fährte und folgt ihnen zu Pferde. Ein einzelner Reiter, der Schleppenleger, simuliert dabeidas zu verfolgende Wild und reitet eine festgelegte, mit Hindernissen und Gräben präparierte Strecke ab. Dabei werden Galoppstrecken, Schleppen und Schrittstrecken den Bodenverhältnissen angepasst. Das übrige Teilnehmerfeld hat diesen Parcours anschließend zu Pferde zu bewältigen. Der Begriff Schleppjagd rührt daher, dass früher die Schleppenleger eine Kugel oder einen Schwamm, welche mit Duftstoffen präpariert waren, manchmal auch eine Hirschkeule, an einem Seil hinter sich herzogen. Reizvoll daran: Am Ende gibt es keine Verlierer und kein erlegtes Wild. Die Hunde werden mit dem "Curée" - in der Regel Rinderpansen - belohnt, alle Reiter mit dem Bruch aus Eichenzweigen. Geritten wurde wie in jedem Jahr in drei Feldern. Heinrich Werkmeister selbst führte das springende Feld mit den erfahrensten Reitern an, Michael Zepp das nicht springende Feld und Annette Ahäuser die Gruppe der Kutschen und Trecker mit den Zuschauern. Durchweg begeistert äußerten sich alle Teilnehmer nach dem Eintreffen zum Halali auf der Mausoleumswiese. "Eine tolle Veranstaltung in einer wunderschönen Landschaft", so Georg Kramer aus Bremen. Gravierende Zwischenfälle hatte die Jagd nicht zu verzeichnen: Zwei Reiter verließen während des Nachmittags unfreiwillig den Sattel ihrer Pferde, wurden aber nicht ernsthaft verletzt. "Zwei Abwürfe sind bei einer solchen Veranstaltung nichts Außergewöhnliches", meinte Werkmeister. Dass die Bückeburger Schleppjagd allerdings selbst für erfahrene Reiter und Hundeführern zu den Anspruchsvolleren ihrer Art gehört, räumte auch Friedel Sielemann, Master der Lipperland-Meute, ein: "Wenn Bückeburg vorbei ist, kann ich immer etwas besser schlafen."

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