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Historische Arbeitsgemeinschaft legt "Geschichtliches Ortsverzeichnis für Schaumburg" vor / Über ein Kilo schwer

Eine Publikation, auf die man immer zurückgreifen wird

Bückeburg (bus). Bald elf Jahre nach der Inangriffnahme hat die "Historische Arbeitsgemeinschaft für Schaumburg" nun ein "Geschichtliches Ortsverzeichnis für Schaumburg" vorgelegt. Das unter der federführenden Bearbeitung von Dr. Gudrun Husmeier entstandene Werk werde "für die schaumburgische Geschichtsforschung lange Zeit unentbehrlich" sein, unterstrich Herausgeber Hubert Höing während der offiziellen Präsentation des 744 Seiten umfassenden Buches. "Eine Publikation, auf die man immer zurückgreifen wird", ergänzte der Direktor des Niedersächsischen Landesarchivs.

veröffentlicht am 24.05.2008 um 00:00 Uhr

Das Verzeichnis verfügt nicht nur über historisches Gewicht: Jed

Die Anfänge der Veröffentlichung, in denen Dr. Martin Fimpel und Dr. Silke Wagener-Fimpel für die Mammutarbeit mitverantwortlich zeichneten, reichen bis in das Jahr 1997 zurück. In der selbst beinahe historischen Spanne entstand nach Auffassung des Verlegers Olaf Eimer ein "unverzichtbares Hilfsmittelfür alle historischen Fächer" - von der Siedlungsgeschichte bis Wirtschafts- und Sozialgeschichte, von der Kirchengeschichte bis zur Namenskunde. Nirgendwo sonst finde sich eine solche Fülle komprimierter Detailinformationen in so handlicher Form dargeboten. Das Buch behandelt in alphabetischer Reihenfolge alle Siedlungen des heutigen Landkreises Schaumburg und seiner Vorgängerterritorien. Aufnahme in die insgesamt 552 Artikel fanden nicht nur bestehende sondern auch wüst gefallene Wohnplätze. Die Vorstellung erfolgt, systematisch geordnet in bis zu 27 Unteraspekte, anhand der wichtigsten historischen Daten und Fakten. Namensform und erste Nennung finden ebenso Erwähnung wie rechtliche Verhältnisse und Verwaltungszugehörigkeit, wie Wirtschaft und Statistik. Ein Beispiel der akribischen Recherche der Autorin: Der heutige Bückeburger Ortsteil Jetenburg erscheint in der über viele Jahrhunderte zurückreichenden Historie als Geteneburg, Geteneburch, Getenburg, Jeteneburg, Geteneborg, Geteneborch, Getenborg, Getenburch, Jetenborch und Jetenburgk. "Außer mittelalterlichen Urkunden erwiesen sich die vom 16. Jahrhundert an geführten Schatz- Kopfsteuer- und Lehnregister als ausgezeichnete Quellen", erläuterte Husmeier im Rahmen der Präsentation. Weitere Informationen stammten aus Lagerbüchern, Ortschroniken, Gesetzesblättern, Handelsregistern, Gebetsordnungen, kirchlichen Anzeigern, Zeitungsartikeln über Firmenjubiläen sowie Akten der Industrie- und Handelskammern. "Die Bearbeitung eines derart umfänglichen Werkes verlief natürlich nicht reibungslos und es gab Phasen vollerFrustration", gestand die Bearbeiterin ein. Ohne Höing wäre die Zusammenstellung, die sie gerne als Gemeinschaftsarbeit sehe, in der jetzt vorliegenden Form nicht möglich gewesen. Hilfestellend beteiligt waren das Staatsarchiv in Bückeburg (mit Auskünften aller Art), das Institut für Niedersächsische Landeskunde in Göttingen (Überprüfung der Namensformen und Namendeutung), das Hauptstaatsarchiv in Hannover (Beschreibung der Siegel), das Katasteramt Rinteln (Ermittlung der Koordinaten), die Mitarbeiter des Geo-Informationssystems (GIS) beim Landkreis Schaumburg (Kartenmaterial) sowie die Schaumburger Landschaft und die Stiftung Sparkasse Schaumburg, die Zuschüsse zu den Kosten leisteten. Gudrun Husmeier, Geschichtliches Ortsverzeichnis für Schaumburg, Verlag für Regionalgeschichte (Gütersloh), Schaumburger Studien 68, Veröffentlichung der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen 239, ISBN 978-3-89534-688-0, 744 Seiten, 13 Karten, Ladenpreis: 39 Euro. Bei Paketbestellungen sollte in Betracht gezogen werden, dass das 24 mal 16 Zentimeter messende Verzeichnis 1345 Gramm pro Exemplar auf die Waage bringt.



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