weather-image
Abwasserverband "Auetal" investiert 350 000 Euro / Pumpstation in Betrieb genommen

Eine neue Entlastungsleitung für die Gelldorfer Problemzonen entsteht

Vehlen/Gelldorf (sig). Wenn es im Frühjahr oder Herbst eine längere Regenperiode gibt, dann mögen sich darüber vielleicht die Landwirte freuen - die Anlieger der Dorfstraße und der Ringstraße in Gelldorf jedoch sicherlich nicht. Sie haben in der Vergangenheit mehrfach erleben müssen, dass die Kanalisation die heranflutenden Wassermassen nicht aufzunehmen vermochte und durch den Rückstau sogar Schmutzwasser in die Häuser drang. Nachdem sich sowohl der Rat der Bergstadt, der Gelldorfer Ortsrat und Fachausschüsse in der Vergangenheit bereits mehrfach mit diesem Problem befasst haben, sind jetzt endlich auch Taten gefolgt. Der Abwasserverband "Auetal" hat sich in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen politischen Gremien und nach Gesprächen mit den betroffenen Anliegern für einen Vorschlag des Stadthäger Planungsbüros Kirchner entschieden.

veröffentlicht am 12.10.2006 um 00:00 Uhr

Unweit des Gallgattweges stehen zurzeit noch Erdarbeiten an. Hie

Im Kern geht es um das Verlegen einer neuen Entlastungsleitung mit 300 Millimeter Durchmesser und freiem Gefälle vom Gallgattweg bis zur Ostseite der Kläranlage. Dort befindet sich jetzt ein soeben vollendetes Pumpwerk, das mit Hilfe einer 300 Meter langen Druckrohrleitung das ankommende Schmutzwasser zum Einlaufbauwerk an der Maschstraße transportiert. Das Gesamtvolumen dieses Projektes, dessen Gewerke ausgeschrieben wurden, liegt bei 350 000 Euro. Den größten Anteil davon, nämlich 270 000 Euro, erhält ein Tiefbauunternehmen aus Landesbergen. Für die Pumpstation bekommt ein Betrieb aus Greifswald 40 000 Euro. Die für die beiden Pumpen benötigte automatische Steuerung der Firma Siemens sind weitere 15 000 Euro fällig. Den Rest von 25 000 Euro erhält das heimische Planungsunternehmen. Die Investition wird komplett vom Abwasserverband getragen, der dafür auf seine Rücklagen zugreifen muss. Gestern wurde das Pumpwerk vorläufig in Betrieb genommen. In der kommenden Woche ist dann auch die automatische Steuerung per PC einsatzbereit. Jede Störung wird dann sofort angezeigt. Restarbeiten im Tiefbaubereich stehen zurzeit noch am Gallgattweg an. Verbandgeschäftsführer Heinz Wischnat erklärte, an normalen Tagen habedie Kläranlage zwischen 3000 und 4000 Kubikmeter Schmutzwasser zu bewältigen. In einer Starkregenperiode können das bis zu 20 000 Kubikmeter sein. Das mache deutlich, wie viel Oberflächenwasser in diesen Fällen hinzukomme, dessen Einleitung sich nicht so einfach feststellen lasse. Zurzeit verarbeitet das Vehlener Klärwerk das Schmutzwasser aus der Bergstadt und den dazu gehörenden Gemeinden, aus der Samtgemeinde Eilsen und vom Flugplatz Achum. Einschließlich der Gewerbebetriebe und deren Mitarbeiter umfasst das Einzugsgebiet 26 000 Menschen. Die obere Grenze liegt bei 30 000. Wenn die jetzt vorgenommene Investition nicht ausreicht, müssten weitere Ausbauabschnitte folgen, war von Heinz Grabbe und Heinz Wischnat zu hören. Zunächst soll abgewartet werden, in welchem Umfang die neue Entlastungsleitung die Engpässe in Gelldorf beseitigen kann. Hinsichtlich der Verwendung des anfallenden Klärschlamms will der Abwasserverband Auetal nicht dem Beispiel des Klärwerkes in Rolfshagen folgen. Dort will man künftig mit Hilfe von anzulegenden großen Beeten, auf die der Schlamm geleitet wird, und mit dem Anpflanzen von Schilf ein erdiges Produkt entwickeln, das im Garten- und Landschaftsbau eingesetzt werden kann. Wischnat: "Wir haben zwei Faultürme, in die der Schlamm eingelagert wird und dabei gleichzeitig Methangas produziert, das wir für die Wärmeerzeugung nutzen. Dadurch sparen wir erhebliche Energiekosten. Der zu einem großen Teil entwässerte Faulschlamm wird von der Landwirtschaft nach der Erntephase bevorzugt zum Düngen verwendet. Durch laufende Kontrollen wird sichergestellt, dass er keine Schadstoffe enthält und nicht die Gefahr einer Überdüngung besteht."

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare