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Kreistag Holzminden genehmigt Vereinbarung mit dem Land und dem Landkreis Hildesheim

Eine Million Euro für die „Ith-Querung“

Kreis Holzminden (bs). Der Kreistag Holzminden hat in seiner Sitzung am Montag den Weg freigemacht für eine in Niedersachsen einzigartige Kooperation. Das Land Niedersachsen, der Landkreis Hildesheim und der Landkreis Holzminden finanzieren gemeinsam die Planungskosten für eine bessere Anbindung Holzmindens an die niedersächsische Landeshauptstadt.

veröffentlicht am 27.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:41 Uhr

Täglich quälen sich viele Lastwagen über den Ith.
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Die Planungen für acht Maßnahmen – von der Westumgehung Eschershausens über den Ith-Tunnel bis zur Ortsumgehung Eimes – sind bereits angelaufen. Das Land stellt dafür fünf Millionen Euro bereit, der Landkreis Hildesheim steuert 500 000 Euro bei. Eine Million Euro fließen aus dem Weserberglandplan. Die Entscheidung des Kreistages fällt mit großer Mehrheit. Lediglich die beiden grünen Abgeordneten stimmen dagegen.

„Wir haben allen Grund zur Freude, dass wir die volle Unterstützung von Bund und Land haben. Die Verwaltung bedankt sich ausdrücklich bei den beiden Ministern. Lassen Sie uns doch mal ein wenig glücklich sein über das, was wir erreicht haben“, kontert Landrat Walter Waske die Kritik von Peter Ruhwedel und Christian Meyer. Die stemmen sich auch im Kreistag am Montag gegen das Tunnelprojekt, sprechen von „einer Schimäre, einem Trugbild. Wir gehen davon aus, dass es angesichts der Haushaltslücken in den nächsten 20 Jahren keinen ersten Spatenstich für den Ith-Tunnel geben wird“, erklärt Peter Ruhwedel, der sich ärgert, dass im Rahmen des Weserberglandplanes nur ein Verkehrsprojekt forciert werde, Themen wie „Bildung und erneuerbare Energien aber geflissentlich übersehen werden“. Christian Meyer schließlich kritisiert, dass der Landkreis für etwas zahlen soll, für das der Bund zuständig ist – den Bau von Bundesstraßen nämlich.

Die Mehrheit im Kreistag sieht das anders. Für Eberhard Asche (CDU) werden jetzt „endlich Pflöcke eingeschlagen“, für Hermann Grupe (FDP) ist die „verkehrliche Anbindung eines der wichtigsten Themen, bei denen der Landkreis bislang zu kurz gekommen ist. Das hat sich überall rumgesprochen, nur bei den Grünen im Kreis ist es noch nicht angekommen“. Grupe: „Jetzt sind wir am Zuge.“ „Es geht nicht um den Ith-Tunnel allein“, stellt Uwe König (SPD) klar, „sondern darum, den Landkreis besser anzubinden und ihn damit zu stärken.“ Deshalb appelliert auch Sabine Tippelt (SPD), „das zukunftsweisende Projekt“ fortzuführen und nach dem Bau des Ith-Tunnels die Bundesstraße 3, auf der man mit 70 Stundenkilometern nach Hannover schleicht, auszubauen.

Überhaupt nicht nachvollziehen kann Uwe Schünemann (CDU) die Kritik aus den Reihen der Grünen. Beim Verkehrstag im April 2008 in Holzminden sei doch klar geworden, „dass wir nicht einfach darauf warten können, was in Berlin entschieden wird, sondern dass ein Gesamt-Konzept erstellt werden muss“. Es sei einmalig in Niedersachsen, dass jetzt die Vorplanungen für acht Maßnahmen vorangetrieben würden, die eigentlich noch gar nicht geplant werden dürften. Schünemann spricht von der „Planung aus einem Guss“, die die Westumgehung Eschershausens einschließt, die Ortsumgehungen Weenzen und Eime und schließlich die Verlegung der Bundesstraße 240 von Eschershausen bis Fölziehausen mit dem Ith-Tunnel.

Wichtig ist für den Kreistagsabgeordneten und Innenminister: „Wenn 2012, 2013 der Bundesverkehrswegeplan fortgeschrieben wird, haben wir die fertigen Planungen in der Schublade.“ Es gebe eine klare Terminplanung für die Baureife, mit einem ersten Spatenstich in der nächsten Legislaturperiode. „Das hat Signalwirkung“, richtet sich Schünemann auch an die Betriebe, die in Holzminden ausharren. „Unternehmen wie Stiebel Eltron, Symrise und die Spediteure warten auf ein Signal. Diese Million ist sehr gut angelegtes Geld“, betont der Minister, der sich freut, dass sich auch Hildesheim finanziell an den Planungskosten beteilige.



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