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Holding und Betreibergesellschaften gegründet / Neun Mitarbeiter / Berenbusch Ende 2009 fertig

"Eine Menge Bewegung im Ethanol-Projekt"

Bückeburg (rc). "Der Bio-Ethanol-See ruht nicht still und starr. Hier ist eine Menge Bewegung drin." Der Vorstandsvorsitzende der Etha AG, Jörg Gregel, wird immer noch ärgerlich, wenn er an die Aussage denkt, die Evesens Ortsbürgermeister Horst Schwarze in der Ortsteilebilanz gegenüber unserer Zeitung zum geplanten Bau der Bioethanol-Anlage im Hafen Berenbusch gemacht hat. Und Gregel zählt auf, was in den vergangenen Monaten, weitgehend unbeobachtet von den Bückeburgern, hinter den Kulissen alles geschafft worden ist.

veröffentlicht am 17.01.2008 um 00:00 Uhr

Der Vorstandsvorsitzende der Etha AG, Jörg Gregel (v.re.), und B

Die Etha AG als die Holdingüber Betreibergesellschaften ist gegründet worden und im Handelsregister eingetragen. Stammkapital: eine Million Euro. Gregel: "Das kann kaum ein Unternehmen in der Region vorweisen." Gegründet wurden zudem zwei der Betreibergesellschaften für die Standorte in Haldensleben und Fürstenwalde, wodie Etha AG - neben der Anlage in Berenbusch - zwei fast baugleiche Anlagen betreiben wird. Für die Anlage in Haldensleben stehtder erste Spatenstich unmittelbar bevor; er ist für die erste Februar-Woche terminiert. In Fürstenwalde fehlen noch zwei Gutachten, dann sind die vom Gesetzgeber geforderte Richtlinien des Bundesimmissionsschutzgesetzes erfüllt. Auch hier rechnet Gregel mit baldigem Baubeginn. Anfang 2009 sollen jedenfalls beide Anlagen nach vertraglich festgehaltener elfmonatiger Bauzeit erstmals Bioethanol produzieren: der Stoff, den die Mineralölindustrie bis 2010 zu 3,6 Prozent dem Benzin beimischen muss. Gregel sieht darin sein Geschäft, denn um den Bedarf in Deutschland nach Bioethanol zu befriedigen, müsste das 15-fache der derzeitig verfügbaren Menge destilliert werden. Seine Umsatzprognose für alle drei Standorte, also inklusive Berenbusch: 105 Millionen Euro im Jahr. Mit positiven Auswirkungen auch auf das Bückeburger Stadtsäckel, wie Gregel betont. Denn dadurch, dass die Etha AG ihren Sitz in Bückeburg hat - und behalten wird - fließt ein erheblicher Anteil der Gewerbesteuer nach Bückeburg. Auch neue Arbeitsplätze werden in Bückeburg geschaffen, betont der Vorstandsvorsitzende. So sind bereitsneun Mitarbeiter in der Verwaltung eingestellt worden, arbeiten in angemieteten Büros im ehemaligen Stadthaus II. Wenn alles steht, sollen es allein am Verwaltungssitz Bückeburg 35 Mitarbeiter sein, dazu kommen 50 Arbeiter, die im Werk im Hafen Berenbusch arbeiten werden. Hinzu kommen je 40 bis 45 neue Arbeitsplätze an den Standorten in Haldensleben und Fürstenberg. Die Verwaltung wird aller Voraussicht nach an die Kreuzbreite II ziehen, wo sich die Etha AG die Option auf 8500 Quadratmeter für den Neubau eines Gebäudes gesichert hat. Dass der Standort Berenbusch von der Etha AG nicht wie ursprünglich angekündigt vorangetrieben wird, hat nach Auskunft Gregels zwei Gründe. Zum einen die gestiegenen Getreidepreise in 2007, die Gregel zum Abwarten veranlassten; zum anderen aber auch die Zusammenarbeit mit den niedersächsischen Behörden, die bis heute nicht darüber entschieden haben, ob es Fördermittel für den Bau der Anlage gibt. "Da hätte ich mehr Unterstützung aus Hannover erwartet." Dennoch sollen im April die Antragsunterlagen beim Gewerbeaufsichtsamt in Hildesheim eingereicht werden, damit in Berenbusch spätestens Ende 2009 produziert werden kann. 170 000 Tonnen Getreide werden dann jährlich rund um die Uhr in Berenbusch zu Bioethanol destilliert. Der größte Teil des An- und Abtransports soll nach den bisherigen Plänen über das Binnenschiff erfolgen. Gregel: "Wir hoffen, dass bis dahin klare Aussagen über den Ausbau des Hafens vorliegen." Sonst kann sich die Etha AG aber auch vorstellen, dass der Transport über die Bahn erfolgt.

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