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Christina Brokmann (50) leitet mit ihrem Mann seit drei Monaten das Brückentor-Hotel

"Eine Liebe wie bei Rosamunde Pilcher"

Rinteln. Hotelfachfrau von der Pike auf, das ist Christina Brokmann (50), die nun zusammen mit ihren Mann Heiner seit drei Monaten das Rintelner "Hotel zum Brückentor" führt.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:39 Uhr

Christina Brokmann. Foto: cok

Autor:

Cornelia Kurth

Wenn sie von ihrem beruflichen Werdegang erzählt, dann kann sie nicht anders, als gleichzeitig eine Liebesgeschichte zu erzählen - zu ihrem Mann, den sie bereits als junges Mädchen liebte, aus den Augen verlor und nach 22 Jahren wiederfand. "Unsere Geschichte könnte glatt von Rosamunde Pilcher stammen", meint sie, und da ist, mit allen Höhen und Tiefen, wirklich etwas Wahres dran. Kinder fast noch, versprachen sich beide, ihre Leben zusammen zu tun. Heiner würde Koch werden, sie Hotelfachfrau, um dann gemeinsam den Hotelbetrieb der Eltern des Mannes in Garbsen weiter zu führen. Allerdings hatte Christina Brokmann nicht mit den Verlockungen der Großstadt Hannover gerechnet, wo sie mit 15 Jahren eine Lehre begann. "Die Gastronomie, das ist einfach eine andere Welt", sagt sie. "Wenn ich mitten in der Nacht mit der Arbeit fertig war, da ging das Leben erst los. Die alten Freunde, die waren bei diesem Rhythmus natürlich weg." Sie machte Schluss mit ihrer Jugendliebe, stürzte sich in ihre neue Arbeit und hatte das Gefühl, genau das Richtige zu tun. In einem Fünf-Sterne-Hotel lernte sie, wie man mit der großen Wäsche umgeht und "auf der Etage" den Zimmerservice reibungslos absolviert, wie man das Büfett bedient, Wein aus aller Welt kennerhaft ausschenkt und schließlich "an die Gäste geht", mit Höflichkeit, Unaufdringlichkeit und doch einem sicheren Gespür dafür, was die Gäste in welchem Augenblick wünschen. "Es war der perfekte Beruf für mich!" Nie wieder wollte sie nach Garbsen zurück, das Ausland sollte es sein, die internationalen großen Häuser. Und doch geschah, was so viele Frauen geschieht: Sie verliebte sich neu, wieder in einen Koch, heiratete, bekam zwei Kinder und die große Karriere verlor sich in der Routine von Familie und einem Hotel-Garni-Betrieb. Wirklich glücklich konnte sie nicht sein - und ihr Jugendfreund, der war es auch nicht. Er leitete das Hotel der Mutter als Geschäftsführer, konnte sich aber nie wirklich aus ihrer Dominanz befreien. Als die beiden sich auf einem der jährlichen Gildetreffen der Branche begegneten, Christina Brokmann arbeitete inzwischen als Leiterin eines Kaufhaus-Restaurants, da aber schien es, als sei überhaupt keine Zeit vergangen, sie waren sich vertraut wie 22 Jahre zuvor und: "Seitdem haben wir uns keinen einzigen Tag mehr getrennt." Beiden kam ihre Wiederbegegnung wie ein Befreiungsschlag vor. Zwar war Christina Brokmann zunächst bereit, mit in den großen Hotelbetrieb ihrer neuen Schwiegermutter einzusteigen und dort auch die Ausbildung der Lehrlinge zu übernehmen. Als sich aber zeigte, dass es nie zu einer guten Zusammenarbeit zwischen den Generationen kommen würde, kaufte das Paar ein Hotel auf der Insel Fehmarn, wo sie drei Jahre - mit dem so nötigen Abstand von allem Bisherigen - eine Hotel-Gastronomie führten. Erst als klar wurde, wie sehr beide ihre jeweiligen Kinder vermissten, kehrten sie aufs Festland zurück. Dort musste noch eine Probe bestanden werden, denn das "Alte Forsthaus" in Bückeburg, das sie hatten übernehmen wollen, konnte wegen gescheiterter Vertragsverhandlungen nicht eröffnet werden, vier Monate lang hatte das Paar keine Einnahmen. "Das war sehr hart - aber diese Schwierigkeiten haben unsere Beziehung eher noch fester geknüpft." Das "Hotel zum Brückentor" nun, das ihnen glücklich in die Hände fiel, scheint geradezu perfekt zu sein. "Rinteln ist so schön!", sagt Christina Brokmann. "Und die Arbeit für uns geruhsam - ein richtiger Glücksfall." Ihre Tochter macht mit, erste Beziehungen in der neuen Heimatstadt sind bereits geknüpft undes sieht ganz so aus, als könnten die beiden fleißigen Menschen neben der Arbeit Gelegenheit finden, das Leben zu genießen. "Kaum zu fassen, aber dieses Weihnachten können wir zum ersten Mal mit der Familie feiern."

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