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Charlottenstift Stadtoldendorf: Kreistag stimmt Löschung der Grundschuld zu

Eine Hürde ist aus dem Weg geräumt

Kreis Holzminden. Es ist ein wichtiges Signal: Der Landkreis Holzminden verzichtet auf die Grundschuld auf dem Grundstück des Charlottenstiftes in Höhe von einer Million Euro. Das hat der Kreistag Holzminden in seiner Sitzung einstimmig beschlossen. Mit diesem Verzicht haben die Kreispolitiker eine Hürde aus dem Weg geräumt, damit aus dem insolventen Krankenhaus das „Gesundheitszentrum Charlottenstift“ werden kann.

veröffentlicht am 16.03.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:41 Uhr

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Was da in Stadtoldendorf passiert, ist wohl einmalig: In ein insolventes Gebäude investiert das Agaplesion Evangelische Krankenhaus Holzminden 50 000 Euro für ein Medizinisches Versorgungszentrum, die Rehse-Gruppe lässt die Schäden eines Wasserrohrbruchs reparieren, will gemeinsam mit der Stadt Stadtoldendorf die Immobilie übernehmen und strickt gemeinsam mit dem Holzmindener Krankenhaus an einem eng verzahnten Konzept, das nicht nur dem Charlottenstift eine neue Perspektive gibt, sondern auch eine Antwort auf die medizinische Unterversorgung vor allem im Bereich der Psychiatrie. Und der Insolvenzverwalter sieht seine Aufgabe nicht darin, alles möglichst schnell zu verkaufen, sondern steht bei allem an der Seite von Stadt, Krankenhaus Holzminden und Rehse-Gruppe.

„Jede Schraube ist noch da. Ich bin sehr optimistisch, dass nach dem Landkreis Holzminden auch das Land auf die Grundschuld verzichtet“, meldet sich Helmut Affelt (UWG), Bürgermeister der Stadt Stadtoldendorf, im Kreistag zu Wort. Das Land Niedersachsen hat bereits signalisiert, nach einem entsprechenden Beschluss des Holzmindener Kreistages seinerseits auf die zwei Millionen zu verzichten.

Doch das reicht noch nicht, um dem Charlottenstift eine sichere Zukunft zu geben. Das niedersächsische Sozialministerium, Krankenkassen und die deutsche Rentenversicherung müssen grünes Licht geben für Teile des Konzepts, das die Rehse-Gruppe und das Evangelische Krankenhaus gemeinsam entwickelt haben, nämlich die kooperative psychiatrische Versorgung im Landkreis Holzminden.

Denn hier liegt vieles im Argen. Im Kreis Holzminden gibt es eine Unterversorgung im Bereich der Psychiatrie. Und im Akutfall gibt es immer wieder Probleme, für kranke Menschen, die schnell Hilfe benötigen, einen Platz zu finden. Die Klinik in Hildesheim lehnt eine Versorgung oftmals ab. Regelmäßig muss auf Göttingen ausgewichen werden. Es gibt also dringenden Handlungsbedarf in diesem Bereich medizinischer Versorgung.

Deshalb sind in Stadtoldendorf neben dem Ärztehaus (das zum 1. März seine Arbeit aufgenommen hat) eine psychiatrische Tagesklinik mit 24 Plätzen und eine psychiatrische Institutsambulanz sowie eine Rehabilitationsklinik (Sucht und Psychosomatik) mit 30 teilstationären Rehabilitationsplätzen geplant. Am EvangelischenKrankenhaus Holzminden soll die stationäre psychiatrische Versorgung (20 Betten) sichergestellt werden.

Außerdem sollen ins Charlottenstift einziehen: eine Zahnklinik, eine Tagespflege mit 15 Plätzen für die Tagesbetreuung von pflegebedürftigen Menschen und eine Kurzzeitpflege mit 20 Plätzen.

Wichtig auch bei den Planungen zu einem Versorgungszentrum: Die Zukunft der Rettungswache ist gesichert. Mit der Löschung der Grundschuld hat der Insolvenzverwalter zugestimmt, dass nicht nur das Grundstück der Rettungswache kostenfrei auf den Landkreis übertragen wird, sondern auch die Fläche für einen Erweiterungsbau auf dem Parkplatz an der Konrad-Beste-Straße.bs



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