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Samtgemeinde muss in Technik und Maschinen investieren / Kreis erstattet Abwasserabgabe

Eine halbe Million Euro fließt ins Klärwerk

Bad Nenndorf (rwe). Die Samtgemeinde Nenndorf muss dieses Jahr für die Kläranlage in Bad Nenndorf tief in die Tasche greifen. Der Wirtschaftsausschuss hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, insgesamt fast 500 000 Euro in die 20 bis 50 Jahre alten Anlagen zu stecken. Das Geld ist im Haushalt bereits eingestellt.

veröffentlicht am 26.05.2008 um 00:00 Uhr

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Im Abendlicht betrachtet hat der Klärteich hinterm Bad Nenndorfer Bahnhof ein bezauberndes Antlitz - wenn nur der Gestank nicht wäre. Es war die letzte Station auf dem einstündigen Rundgang, den Abwasserwirtschaftsmeister Dirk Leonhardt mit den Politikern vollzog. Der dritte Schönungsteich, über den zugleich der Haster Bach reguliert wird, muss im Randbereich ausgebaggert werden. Grund dafür sind Sedimente, die das Gewässer in den gut 25 Jahren eingetragen habe. Doch die etwa 40 000 Euro teure Entschlammung war nur ein Punkt auf der Liste. So ist das Räumschild des Rundräumers im 50 Jahre alten Emscherbrunnen stark korrodiert. Kostenpunkt: 43 000 Euro. Den dicksten Brocken mit 330 000 Euro nimmt die Zentrifuge ein, die den Klärschlamm entwässert. Diese kann die heutigen Mengen nicht mehr verarbeiten. Als die Maschine 1985 in Betrieb ging, fielen laut Leonhardt 3000 bis 4000 Kubikmeter im Jahr an. 2007 seien es 16 500 Kubikmeter gewesen. Nun soll ein neues Modell her mit einer Kapazität von 21 000 Kubikmetern. Das Bauamt darf sich auch nach einem neuen Transporter umsehen. Das 13 Jahre alte Mobil hat nach 300 000 Kilometern ausgedient. In den vergangenen zwei Jahren seien Reparaturen für 12 000 Euro angefallen, erklärte Olaf Scharrer aus dem Bauamt. Nun müsse die Ladefläche erneuert werden. Scharrer empfahl, das Geld zu sparen. Der Ausschuss gab grünes Licht, den Sperrvermerk für das Fahrzeug (etwa 30 000 Euro) aufzuheben. Auch eine neue Mess- und Regeltechnik für das Belebungsbecken kommt. Die Elektronik ist mittlerweile 20 Jahre alt. Ersatzteile für die Sonden gebe es nicht mehr, erläuterte Leonhardt. Bei einem Ausfall müsse die Anlage voll durchlaufen. In dem Zusammenhang sollen auch die stromfressenden Belüfter durch neue frequenzgesteuerte Modelle ersetzt werden. Diese Investition rechnet sich aber, denn die insgesamt 116 000 Euro bekommt die Samtgemeinde vom Landkreis aus der Nenndorfer Abwasserabgabe für die Jahre 2006 bis 2008 erstattet. Scharrer: "Das ist eine Nullnummer für uns." Allerdings müsse sich die Qualität des geklärten Wassers verbessern, der restliche Schadstoffwert um mindestens 20 Prozent sinken. Laut Scharrer und Leonhardt ist das "erreichbar". Für die Politiker gab es nur wenig Diskussionsbedarf. "Die Dinge schreien nach Änderung", warb Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese erfolgreich dafür, die Anlagen und Arbeiten auszuschreiben. Der Rat habe die Ausgabe schon im Haushalt aufgenommen. Er betonte, dass nicht "überflüssig in Hightech" investiert werde. Den Mitarbeitern sei es gelungen, mit den Maschinen über einen großen Zeitraum zu erhalten, lobte Reese.



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