weather-image
×

Verein für historische Landtechnik demonstriert das Dreschen beim Erntedankfest

Eine Haferernte wie früher

Bisperode. In den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war es in der Landwirtschaft allgemein üblich, dass zur Ernte keine Sensen, sondern sogenannte Mähbinder eingesetzt wurden. Diese anfangs von Pferden gezogenen Maschinen konnten den bisher geteilten Prozess vom „Schnitter“ und „Binder“ maschinell zusammenführen. Der Mähbinder übernahm das Mähen des Getreides sowie das Bündeln und Binden der Getreidehalme zu Garben. Die gebundenen Garben legt der Mähbinder auf dem Feld ab.

veröffentlicht am 05.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 03:41 Uhr

Diese Form der historischen Getreideernte wurde jetzt vom Verein für historische Landtechnik Bisperode, unter seinem Vorsitzenden Dirk Becker, wieder in Bisperode praktiziert. Dabei kam ein IHC-Mähbinder mit Radantrieb und 1,35 Meter Schnittbreite sowie als passende Zugmaschine eine 1952er Deutz F1L 514/50 (15PS) zum Einsatz. Beide historische Maschinen wurden vom Vereinsmitglied Matthias Dombek zur Verfügung gestellt. Als Bediener für die Maschine hatte sich der 2. Vorsitzende Ingo Drebing bereiterklärt, der im Anschluss an diese Tätigkeit bemerkte, „dass die vielen Verstellhebel für die Haspelhöhe, Schnitttiefe, Position des Fadens an der Garbe usw. im Zusammenspiel mit den Bedingungen auf dem Acker selbst bei einem halben Morgen Getreidefläche (1250 Quadratmeter) vollste Konzentration erfordern“.

Dabei wurde schon im Vorfeld der Ernte darauf geachtet, dass das Getreide (Schwarzhafer der Sorte „Zorro“) nicht wie heute üblich bis zur Vollreife gelangt, sondern in der sog. „Gelbreife“ gemäht und gebunden wird. Andernfalls lösen sich die Körner zu leicht aus der Rispe und würden beim Binden und Aufstellen auf dem Feld verloren gehen.

Diese anstrengenden Arbeiten der Puppener- und Aufstellung wurde von den jüngeren Vereinsmitgliedern ausgeführt, von denen Michael Hupel anschließend bemerkte, dass er „diese Arbeiten nicht auf mehreren Hektar Ackerland wiederholen möchte.“ Bei passender Witterung erfolgt das notwendige Nachreifen nach dem Aufstellen zu den charakteristischen „Puppen“ innerhalb weniger Tage.

Die Getreidepuppen stehen gebunden auf dem Acker.

Die so gewonnene Ernte wird beim Erntedank in Bisperode am 6. Oktober mit einer ebenfalls historischen Dreschmaschine gedroschen und anschließend mit einer Windfege gereinigt. Das dabei anfallende Stroh wird mit einer über 60 Jahre alten Niederdruckpresse der Firma Claas im Rahmen der Vorführung zu Bunden verarbeitet, die beim Erntedankfest an Interessierte verschenkt werden.

Auf dem Haferacker wurde mittlerweile eine Zwischenfrucht eingesät, die zur Erholung des Bodens dient. Die auf dem Erntedankfest angebotenen Rundfahrten im Planwagen führen an diesen vom Verein genutzten Acker vorbei, sodass hier direkt vor Ort weitere Erläuterungen zu den angebauten Feldfrüchten und der damit verbundenen Arbeit an die hoffentlich zahlreichen Gäste aus Hameln und Hannover gegeben werden können.

Den Schlepper fährt Dirk Becker, Vorsitzender des Vereins für historische Landtechnik in Bis-

perode. Sein Stellvertreter Ingo Drebing bedient den Mähbinder, was volle Konzentration bei all den Verstellhebeln bedeutet.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2020
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt