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Vortrag der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik über das neue Bundeswehr-Weißbuch

"Eine gute Zukunft setzt man nicht aufs Spiel"

Bückeburg (mig). Spätestens seit dem Anschlag auf das "World Trade Center" prägen weltweiter Terrorismus, aber auch verstärkte Zusammenarbeit die Sicherheitspolitik der westlichen Staatengemeinschaft. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, hat die Bundesregierung jetzt ein neues Weißbuch herausgegeben, das einem "vernetzten" Ansatz folgt. Einer der Architekten des Grundlagenpapiers, Dr. Ferdi Akaltin, stellte das künftige Konzept jetzt auf Einladung der "Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik Sektion Minden" in der Schäferkaserne in Achum vor.

veröffentlicht am 25.04.2007 um 00:00 Uhr

Hoher Besuch aus Berlin: Ulrich Wilke (r.) und Sektionsleiter Ob

Mit Oberstleutnant im Generalsstab Dr. Akaltin konnte die "Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik Sektion Minden" den zahlreichen Gästen Informationen aus erster Hand anbieten. Dr. Akaltin (Führungsstab S III 2) arbeitet als Grundsatzreferent im Bundesministerium für Verteidigung und war unmittelbar am Zusammenstellen des Weißbuchs beteiligt. Von dieser Sachkenntnis war auch der Vortrag mit dem Titel "Weißbuch 2006 - mehr als nur Alibi?" geprägt. Nach einer kurzen Ansprache von Sektionsleiter Oberst a.D. Klaus Suchland ("das Grundlagenpapier war überfällig") ging Dr. Akaltin en detail auf Inhalte und Hintergründe ein. "Zwölf Jahre sind seit dem vorherigen Weißbuch vergangen, seitdem hat sichviel verändert", erläuterte Dr. Akaltin die Notwendigkeit einer Neuauflage. Um den Anforderungen einer globalisierten Welt (Migration, Demographie, Terror) zu genügen, sollte Sicherheitspolitik in Zukunft vorausschauend, multilateral und umfassend sein. "Sicherheit kann nicht mehr nur reinnational und rein militärisch gewährleistet werden", so Akaltin. Als Beispiel für einen "vernetzten Ansatz" führte der Referent den Einsatz in Afghanistan an. Dort kämpft das Militär zwar immer noch gegen die Taliban, andererseits gibt man den Menschen eine Perspektive, es werden Lehrer und Polizisten ausgebildet. "Wer eine gute Zukunft hat, wird sie nicht so schnell aufsSpiel setzen", erläuterte Dr. Akaltin diese Vorgehensweise. Ein weiteres Merkmal der Weißbuch-Strategie: Potentiellen Bedrohungen soll möglichst früh begegnet werden. "Es ist besser und billiger, vorher Waffen einsammeln zu lassen, als später Soldaten dort hinschicken zu müssen", erläuterte Dr. Akaltin. Zum Schluss seiner Ausführungen fasste Dr. Akaltin die neue Sicherheitspolitik noch einmal zusammen. In Zukunft sei eine flexible Sicherheitsstruktur sowie eine permanente Anpassungsfähigkeit der Bundeswehr von entscheidender Wichtigkeit. "Die Bundeswehr wird sich immer wieder wandeln müssen, auch in den Köpfen", machte er deutlich. Nach dem Vortrag konnten die Gäste dann Fragen an Dr. Akaltin richten. Auf das Statement eines Zuhörers zum Einsatz in Afghanistan ("dabei kommt eigentlich nicht viel raus") antwortete der Grundsatzreferent: "Ein Mentalitätswandel dauert lange. Wollen Sie etwa abziehen und die Regierung ihrem Schicksal überlassen, mit allenFolgen, die das für die Menschen und die Stabilität in der Region hätte?"



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