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Weltmeisterin Werth: "Mein Pferd Gigolo konnte lesen und schreiben"

Eine fundierte Berufsausbildung ist gerade für Sportler sehr wichtig

Volker Zerbe (von links), Birgit Fischer, Ralf Huber, Isabell Werth und Ronny Ziesmer versuchen, das Thema "Was treibt uns an - was gibt unserem Leben Sinn?" zu diskutieren. Foto: bus Bückeburg (bus). Birgit Fischer, Isabell Werth, Volker Zerbe und Ronny Ziesmer haben während des unter dem Motto "Leistung als Lebenssinn" stehenden Forums der Bauerngut GmbH zum Thema "Was treibt uns an - was gibt unserem Leben Sinn" Stellung genommen. Das hochkarätige Quartett machte unter der Moderation von Radiosprecher Ralf Huber deutlich, dass Hochleistungssportler in allererste Linie einer fundierten Berufsausbildung bedürfen. "Gigolo konnte lesen und schreiben", sagte Werth, die für Deutschland Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften und Olympiaden gewann, über ihr Erfolgspferd. Was sie aber nicht davon abgehalten habe, ein Studium der Juristerei zu beginnen und erfolgreich zu beenden.

veröffentlicht am 13.02.2007 um 00:00 Uhr

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Huber gab sich keinerlei Mühe, in der als "Podiumsdiskussion" angekündigten Zusammenkunft auch nur den geringsten Anschein unterschiedlicher Meinungen aufkommen zu lassen. Die in Vertretung des Fußballtrainers Thomas von Heesen moderierende "Stimme des Nordens" fragte zuvorderst Entwicklungsgeschichten und Einstiegszeitpunkte der Ausnahmensportler nach. "Kindergarten" (Ziesmer), "mit drei Jahren laufen, schwimmen und paddeln gelernt" (Fischer) und "seit dem achten Lebensjahr" (Zerbe) berichteten die Befragten. Werth gab zu verstehen, "eher auf dem Pferd gesessen als laufen gelernt" zu haben. Dem, an den Ausführungen der fünf zum Thema "Leistung" vortragenden anderen Referenten des Forums gemessen, lautstärksten Beifall der Veranstaltung (wie in dieser Zeitung berichtet wurde) lagen vor allen Dingen die außergewöhnlichen Erfolge der Athleten zugrunde. Fischer ist die erfolgreichste Olympia-Sportlerin aller Zeiten. Sie erkämpfte im Kanu acht Gold- und vier Silbermedaillen. Dressurreiterin Werth nennt sechs olympische, vier Weltmeisterschafts- und elf Europameisterschaftsmedaillen ihr Eigen. Handballeuropameister Zerbe gilt als Muster ostwestfälischer Bodenständigkeit. Und Kunstturner Ziesmer (2003 deutscher Meister im Mehrkampf) geriet durch eine im Juli 2004 erlittene Querschnittslähmung in die Schlagzeilen. Nachdem Huber das Quartett - völlig entgegengesetzt zum eigentlichen Diskussionsgegenstand - zur "Schmerzgrenze des Aufhörens mit dem Leistungssport" befragt hatte, erlaubte sich der Ersatzmoderator den Fauxpas des Tages. Er wünsche dem "Bauernforum" weiterhin einen guten Verlauf, gab die "Stimme des Nordens" zu verstehen. Der flapsigen Titulierung des Sportler- und Bauernguttreffs wusste Erfolgsautor Peter Hahne nach der vermeintlichen Diskussion eine charmantere Bemerkung beizumengen. Die Edeka-Farben Blau und Gelb ("Bauerngut" ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Holding Edeka Minden-Hannover) gingen ja sehr auffällig mit den Parteifarben der FDP konform, merkte der im westfälischen Leteln aufgewachsene Medienstar an. "Ob ich bei denen weiterhin einkaufen kann, muss ich mir sehr sorgfältig überlegen."

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