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Wie sich Brigitte Winkelhake seit mehreren Jahren für ihr Dorf und darüber hinaus einsetzt

Eine Frau, die sich verantwortlich fühlt

Ockensen (haf). Das hier – Ockensen, Wallensen, Thüste – das ist ihre Welt. Und diese Welt wird durch Menschen wie Brigitte Winkelhake lebens- und liebenswert. Was wäre das kleine Dorf Ockensen ohne Brigitte Winkelhake? Über diese Frage philosophierte beim Aschermittwochsempfang des Fleckens Salzhemmendorf Fritz Köhne, der amtierende Ortsbürgermeister von Wallensen/Thüste/Ockensen.

veröffentlicht am 07.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 08.03.2010 um 12:29 Uhr

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Ockensen (haf). Das hier – Ockensen, Wallensen, Thüste – das ist ihre Welt. Und diese Welt wird durch Menschen wie Brigitte Winkelhake lebens- und liebenswert. Was wäre das kleine Dorf Ockensen ohne Brigitte Winkelhake? Über diese Frage philosophierte beim Aschermittwochsempfang des Fleckens Salzhemmendorf Fritz Köhne, der amtierende Ortsbürgermeister von Wallensen/Thüste/Ockensen. Ihm war die Aufgabe zugefallen, die Laudatio auf seine höchst agile Mitbürgerin zu halten, die an diesem Tag für besonderen ehrenamtlichen Einsatz mit einer Urkunde und einem große Blumenstrauß geehrt wurde. Und dann zählte er auf, an welchen dörflichen Aktivitäten „Gitta“, wie man sie liebevoll nennt, mit im Spiel ist. „Er hätte besser sagen sollen, wobei sie nicht mitmacht“, kommentierte ein Zuhörer. Es gebe Leute, die vor allem deshalb überall dabei sind, weil sie sich wichtig machen wollten. Darum sei es wichtig zu wissen, dass dies auf Brigitte Winkelhake nun wirklich nicht zutreffe – sie erkenne einfach, wo sie gebraucht wird, und dann macht sie’s. Angefangen hat alles mit dem Kinderspielkreis in Wallensen, den sie mitbegründet hat. Dann kam der Schützenverein, der eine Schriftführerin brauchte und später eine Damenleiterin. In dieser Funktion ist sie seit 1973 tätig – also bereits seit mehr als 36 Jahren. Ganz klar, dass sie mal eben in Eigeninitiative die gärtnerische Gestaltung des Ortseingangs besorgt, Klassentreffen ihres Jahrgangs organisiert oder sich im Dorfgemeinschaftshaus mit anderen Vereinen dafür verantwortlich fühlt, dass der Betrieb reibungslos läuft und die Räume stets einen sauberen, gepflegten Eindruck machen. „Na ja“, sagt sie, „ich hatte Zeit. Mein Mann war beruflich viel unterwegs und inzwischen sind ja auch die Kinder aus dem Haus“ – da biete sich so etwas ja geradezu an.

Nun gibt es in ihrer Regie auch noch den monatlichen Altennachmittag, den sie in Zusammenarbeit mit der Kirche gestaltet. Aber was ist von all dem, das ihre Zeit so umfänglich ausfüllt, das Wichtigste? Was liegt ihr am meisten am Herzen? Brigitte Winkelhake überlegt. Nach einer kurzen Pause sagt sie: „Die Schützendamen natürlich und ganz besonders meine Damen vom Altennachmittag… Und die Kinder in Russland. Die vor allem!“ Längst hat Brigitte Winkelhake nämlich ihren Wirkungsbereich über die Ortsgrenzen hinaus und über die Landesgrenzen hinweg nach Russland und in die Region um Tschernobyl in der Ukraine ausgedehnt. Die Anregung kam vom DRK, wo sie seit 1979 aktiv ist. Man hatte im Kreisverband erkannt, dass es viel effektiver sei, Spenden direkt vor Ort zu übergeben, anstatt sie unterwegs womöglich versickern zu lassen. Brigitte Winkelhake ist mitgefahren. Diese Erfahrung lässt sie seitdem nicht mehr los. „Die Kinder in Brjansk“ nennt sich der Verein, der dort, wo der Schrecken des Atomunfalls von 1986 immer noch höchstpräsent ist, Hilfe leistet. Im Kinderkrankenhaus zum Beispiel und im Waisenhaus von Schukowka. Brigitte Winkelhake leidet darunter, dass die russische Regierung die Hilfeleistung außerordentlich erschwert. Aber sie macht weiter. Alljährlich kommen Kinder aus der verstrahlten Region für 14 Tage in den Kreis Hameln-Pyrmont. Und alle Jahre wieder steht „Gitta“ mit anderen auf dem Hamelner Weihnachtsmarkt und verkauft Glühwein zugunsten des Vereins. Dennoch, wenn Karneval ist, geht sie auch beim OCV in die Bütt. Da sei sie zwar nicht Mitglied, gesteht sie, aber sie gehöre nun mal dazu.

Seit 1973 steht Brigitte Winkelhake an der Spitze der Damenabteilung im Schützenverein. Für ihr großes ehrenamtliches Engagement wurde sie kürzlich geehrt. Foto: haf

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