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Zweite Saurierfährte im Kleinenbremer Museum eingetroffen / 300 Kilogramm schwerer Brocken

Eine Dino-Tatze - wie in Stein gemeißelt

Kleinenbremen (ly). Die Saurierfährte im Kleinenbremer Museum für Bergbau und Erdgeschichte bekommt Gesellschaft: An der Rintelner Straße ist jetzt ein zweites Tatzensiegel eingetroffen.

veröffentlicht am 09.02.2008 um 00:00 Uhr

Viel zu entdecken (v.l.): Museumspädagogin Susanne Riedmayer, Mu

Entdeckt hat beide Wilhelm Brandhorst, Hobby-Geologe aus Hüllhorst (bei Lübbecke). Das jüngste Exponat dürfte der versteinerte Fußabdruck eines Sauropoden sein, der vor etwa 145 Millionen Jahren durch das heutige Wiehengebirge gestapft ist. Zu den Sauropoden gehörten die größten Landtiere der Erdgeschichte, zum Glück Pflanzenfresser. Darunter fallen Gattungen wie Camarasaurus und Brontosaurus. "Innerhalb dieser Gattungen könnte es sich um eine kleinere Art oder ein Jungtier handeln", wie Dr. Peter Lanser, Referent des Museums für Naturkunde in Münster, bei der Ablieferung des 300-Kilo-Brockens in Kleinenbremen erklärte. Kleinere Art? Das ist in diesem Fall relativ, denn der runde Hinterfuß hatte einen Durchmesser von etwa 25 Zentimetern. Eine genaue Bestimmung der Größe des Tieres erscheint unmöglich, weil über die Schrittlänge nichts bekannt ist. Ein zweiter Abdruck fehlt. Dafür können Experten aus der Fährte lesen, wie es zur Zeit des Oberen Jura im heutigen Wiehengebirge ausgesehen hat, wo Wilhelm Brandhorst im Mai 2007 auf den Fund gestoßen ist: Der Dino lief auf Meeresgrund. Wellenförmige Rippelmarken deuten auf die flache Uferregion eines Jura-Meeres hin. "Mit Ebbe und Flut in den Randbereichen", so Dr. Gerhard Franke, Leiter des Museums für Bergbau und Erdgeschichte. "In Kleinenbremen, das damals noch weiter südlich lag, herrschte ein subtropisches Klima." Kurz nach der Entdeckung hatte Dr. Lanser den Abdruck nach Münster geholt. Drei Tage wurde das Trittsiegel dort von einem Präparator bearbeitet, erst gesäubert, dann mit Gesteinshärter behandelt. "Für uns ist dieser Fund so bedeutsam, weil wir ein Regionalmuseum sind und er aus der Region stammt, sogar aus dem Kreis Minden-Lübbecke", betonte Dr. Franke. Anfang 2004 hatte Wilhelm Brandhorst bereits die Fährte eines Raubsauriers entdeckt, die heute zur Kleinenbremer Ausstellung im Obergeschoss gehört. Das zweite Tatzensiegel wird gestaltendes Element im neuen Eingangsbereich des Museums. Ostern beginnt dort die Saison. Ausgelöst hat die Dino-Begeisterung in der Region übrigens ein Portaner Fund. An der Wülpker Egge war 1996 der Schädel eines urzeitlichen Krokodils gefunden worden.



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