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"Stationen einer Suche": Kunst von Andrea Loetzke-Nakath in der Wandelhalle

"Eine der vielseitigsten, und eine der bislang besten Ausstellungen"

Bad Eilsen (tw). Ob Acryl, Mischtechnik, Bleistift, Tinte, Kohle, Collagen, Fotos oder Installationen: "Die Schau ,Stationen einer Suche' ", sagt Dr. Udo Kressin, "ist die vielseitigste Ausstellung, die ich je in der Wandelhalle eröffnen durfte". Der Leiter des Kreativ- und Freizeitbereiches im Rehazentrum, der dort im Februar 2008 altersbedingt ausscheiden wird, ergänzt: "Sie ist die mittlerweile 67. und zugleich eine der besten."

veröffentlicht am 05.04.2007 um 00:00 Uhr

"Johannisburg", Acryl auf Holz, 2000. Repro: tw

Was Kunstkäufer gleich doppelt freuen wird: Die exakt 100 von Andrea Loetzke-Nakath (Porta Westfalica) geschaffenen Werke sind noch dazu - unverschämt - günstig: die Preise liegen jeweils zwischen 10 und 240 Euro; die zweistelligen Beträge überwiegen. Dabei ist die Künstlerin in der Szene keine ganz Unbekannte: Seit 1985 waren ihre Werke in mehreren Ausstellungen zu sehen, etwa in ihrem Geburtsort Melle, dann wiederholt in Lüneburg und Köln sowie seit 2005 des öfteren auch in Minden. Was mit "Stationen einer Suche"überschrieben ist, könnte ebenso gut "Nun erst recht" heißen: Denn bei Andrea Loetzke wurde im Mai 2006 ein Krebsleiden diagnostiziert. "Die Künstlerin", so Kressin bei der gut besuchten Vernissage, "musste sich neu orientieren, um weiterzumachen und nicht aufzugeben". Loetzke-Nakath bildete sich in der "Intuitiven Massage" aus, machte sich damit selbstständig. "Eine Tätigkeit, die ihr genügend Zeit lässt, in ihrer Tätigkeit ganz ,un-ART-ig' zu sein", lobt Kressin in einem Wortspiel. Loetzke-Nakath habe sich in der Vergangenheit nie auf einen Stil festgelegt und wolle das auch in Zukunft nicht tun. Mal arbeitet sie mit kräftigen Acrylfarben, mal mit Bleistift, Holzkohle oder Tinte. Sie malt auf Leinwand, Holz, Papier und Wellpappe und versucht sich auch in der Fotografie, die sie verfremdet und in Collagen verarbeitet. "Für mich", so Loetzke-Nakath selbst, "ist die Malerei ein Spielfeld zum Austoben, ein ideales Mittel zum Stressabbau". Manchmal sind es leere Stellen, "weiße Flecken" in der Wohnungseinrichtung ihres jeweiligen Auftraggebers, die sie ausfüllen soll. Auf diese Weise entsteht die von der Künstlerin selbst so genannte "inventART" (Inventar-ART) - etwa das passende Bild zum Sofa. Größere Zyklen, die in der Bad Eilser Wandelhalle zu sehen sind, stellen Popart-Porträts dar, aber auch Papier-Collagen, die Loetzke-Nakath "Schwedentagebuch mit der Hexe La Luna" überschreibt. Kurz: "Stationen einer Suche" ist die "Ausstellung einer - tapferen - Frau, die mit ihrer Kunst ihr Leben bewältigt", wie es Kressin ausdrückt. Trotz oder gerade wegen der schweren Schicksalsschläge in ihrem Leben kommt in ihren Werken der Humor nicht zu kurz. Nicht zu vergessen: Die Vernissage wurde von dem Peruaner Juan Carlos Arancibia von der Musikhochschule Detmold kongenial auf der Konzertgitarre begleitet. Er spielte Musik von Roland Dyens, Isaac Albeniz, Angel Villoldo und Antonio Jobin, erfreute die Gäste mit Tango und Bossa Nova. Die Ausstellung ist noch bis Pfingstmontag, 28. Mai, in der Wandelhalle des Rehazentrums zu sehen.Öffnungszeiten: 6 bis 22 Uhr. Die Wandelhalle selbst ist bis Sommer 2008, also noch über das Ausscheiden Kressins hin, mit Ausstellungen ausgebucht.

Dr. Udo Kressin (v.l.) und Künstlerin Andrea Loetzke-Nakath laus
  • Dr. Udo Kressin (v.l.) und Künstlerin Andrea Loetzke-Nakath lauschen den Klängen von Juan Carlos Arancibia von der Musikhochschule Detmold, der die Vernissage kongenial auf der Konzertgitarre begleitet. Foto: tw


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