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Ein kleiner Schnappschuss aus dem Sommer 2005

Eindrücke von der Schaumburg

Zu drei Burgen im Wesergebirge soll diese Wanderung führen, die allerdings sowohl von ihrer Geschichte als vom heutigen Aussehen her recht unterschiedlich sind. Die höchstgelegene, die Paschenburg auf dem gleichnamigen Berg, ist schon mal gar keine richtige Burg, sondern ein ehemaliges Forsthaus. Von den beiden „echten“ mittelalterlichen Burgen steht die Schaumburg auf dem Nesselberg noch heute, während die dritte, die Osterburg am Südwesthang des Oberbergs, das Schicksal der Zerstörung und des Verfalls mit zahlreichen Burgen dieser Zeit rechts und links der Weser teilt.

veröffentlicht am 30.06.2017 um 13:37 Uhr
aktualisiert am 30.06.2017 um 14:52 Uhr

Blick von der Schaumburg auf das Torhaus. Das Bild entstand im Sommer 2005.Foto:bb

Autor:

Bernd Böker

Unterhalb des Steilabhangs dieses Berges liegt auf dem 225 Meter hohen Bergvorsprung des Nesselberges die aus dem Anfang des 12. Jahrhunderts stammende Schaumburg. Ihre wehrhaften Mauern und Türme baute vermutlich Otto I. von Schaumburg im ausgehenden 14. Jahrhundert, während der Pallas, das heutige Restaurant, zu Ende des 16. Jahrhunderts im Stil der Weserrenaissance entstand. Im Vergleich zu den prächtigen Bauten der gleichen Kunstepoche ist dieses Burggebäude relativ schlicht, was damit zu erklären ist, daß die Schaumburg zu dem Zeitpunkt ihre Bedeutung als Hauptsitz der Grafenfamilie bereits verloren hatte.

Eine echte „Renaissance“ erlebte die inzwischen total verfallene Burg zu Anfang unseres Jahrhunderts. 1907 schenkte nämlich Kaiser Wilhelm II. die 1866 zu Preußen gefallene Burg seinem Verwandten, dem Fürsten Georg von Schaumburg-Lippe, zur Silberhochzeit. Der begann mit dem Wiederaufbau, vor allem des 30 Meter hohen Torturms, der längst eingestürzt und abgetragen worden war. Der Fürst erlebte die Vollendung nicht mehr, aber der Turm wurde nach ihm Georgsturm genannt. Man kann ihn besteigen. Auch der Eingangsbereich der Burg stammt zum Teil erst aus diesem Jahrhundert, so die der Weserrenaissance nachempfundenen Erker am Torhaus, vor allem aber die reizvollen Fachwerkgebäude. Sie wirken so echt, weil Teile eines in Osnabrück abgebrochenen Renaissancehauses beim Bau verwendet wurden.



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