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Jubiläumskonzert des Akkordeon-Orchesters im Palais findet viel Beifall

Eindrucksvoller Ausflug in schillernde Klangwelten zum 60-Jährigen

Bückeburg. Das Akkordeon lässt sich längst nicht mehr als Quetschkommode der Volks- und Tanzmusik oder als Stiefkind in den Konzertsälen abtun. Um die Befreiung des Instruments aus den musikalischen Niederungen hat sich im Besonderen das Akkordeon-Orchester Bückeburg verdient gemacht, das jetzt sein 60-jähriges Bestehen feiern konnte. Anlässlich des runden Geburtstages nahmen die 14 Aktiven ihr Publikum bei ihrem Konzert im bis auf den letzten Stuhl besetzten Palais mit zu einem eindrucksvollen Ausflug in schillernde Klangwelten.

veröffentlicht am 27.11.2006 um 00:00 Uhr

Pultregisseur Stefan Fitzke (kleines Bild) leitet den originelle

Autor:

Dietlind Beinßen

Was die eingeschworene Gruppe veranstaltete, glich allerdings nur wenig der herkömmlichen Schifferklavier-Seligkeit. Vielmehr handelte es sich um einen originellen Parforceritt quer durch die Stilrichtungen der fünf bisherigen Dirigenten des von Werner Pelzing gegründeten Ensembles. Dass der langjährige Leiter Wilhelm Diehl (1965-1996) Martin Kampsz (1946-1965) ablöste, und Diehl sich als Nachfolger Hans Ellenbeck (1996-2000) aussuchte, erfuhr man von Elke Schröder. Die Altvorsitzende rückte in ihrem geschichtlichen Vereinsüberblick zudem das stabführerische Wirken von Stephan Winkelhake (2000-2003) und vom momentan amtierenden Pultregisseur Stefan Fitzke ins rechte Licht. Was die Spielerüber zwei Stunden lang ihren 13 Kilo schweren, mit mindestens 240 Knöpfen und Tasten ausgerüsteten Geräten entlockten, besaß Wohlfühlqualität. Erst verliehen sie Griegs "Sarabande" aus der "Holberg Suite" und Bachs - von Maria Kantoreks Flötengirlanden umrankter - "Badinerie" die nötigen Impulse, um danach mit Martin Kampsz Fantasie "Im schönsten Wiesengrunde" zu überraschen. Orchestral üppig ließ die Garde das emotionale Lydia-Auvray-Medley ertönen und peppig den argentinischen Tango "Olé Guapa". Im noch flotteren zweiten Teil setzte die Mannschaft beim Foxtrott und im "St. Louis Blues" - einem extravaganten Gemisch aus Jazz und Militärmusik - knallige Akzente. Auch fand sie im "Miss Marpel's Theme" sowie bei "I Do, I Do, I Do" aus einem ABBA-Medley die richtige Sprache und ergänzte das Experimentierfeld opulent durch den valse musette "Brüsseler Spitzen" und drei Zugaben. Auf imponierende Weise brachte Mateja Zenzerovic zwischendurch "Scherzo Toccata" von Londonow und ein Bach-Allegro zum Strahlen, und das Duo Simone Weigel/Dieter Plischki trug den "Schweizer Jubiläumsmarsch" mit dem entscheidenden Quäntchen Überzeugungskraft vor. Beim Hit-Medley des Udo Jürgens zeigte Stefan Winkelhake am Flügel sein Können. Das alles war trotz der etwas "schwammigen" Akustik des Palaissaales gut anzuhören und machte Vergnügen; dementsprechend fiel der Beifall aus.

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