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Vor Gericht: Unterbringung eines schwer gestörten Rodenbergers in Psychiatrie angeordnet

Ein Vergewaltiger - aber frei von Schuld

Rodenberg/Bückeburg (ly). Freiheit ist ein hohes Gut, ihr Erhalt ein wichtiges Ziel. "Einem Unschuldigen die Freiheit zu nehmen, fällt besonders schwer", erklärte daher Richterin Birgit Brüninghaus. Im Prozess gegen einen schwer gestörten Rodenberger, der im Wahn zwei Mal seine Frau vergewaltigt hat, ging das Wohl der Allgemeinheit vor. Nach einem Urteil der 1. Großen Strafkammer am Bückeburger Landgericht wird der 38-Jährige auf unbestimmte Zeit in der geschlossenen Abteilung eines Landeskrankenhauses untergebracht.

veröffentlicht am 23.05.2008 um 00:00 Uhr

Seit J ahren leidet der Roden berger an einer schweren Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis und gilt als unzurechnungsfähig. "Er ist nicht imstande, das Unrecht seines Tuns zu erkennen und sein Handeln zu steuern", so Brüninghaus, die Vorsitzende der Kammer. "Ein Unschuldiger kann nicht bestraft werden." Deshalb hatte Staatsanwalt Malte Rabe von Kühlewein keine Anklage erhoben, sondern in einem so genannten Sicherungsverfahren einen Antrag auf Unterbringung gestellt, dem die Richter nun gefolgt sind. Dass der Beschuldigte seine getrennt lebende Frau Ende Oktober vergangenen Jahres in deren Wohnung vergewaltigt hat, hält das Gericht indes für erwiesen. Mit einer Entlassung aus dem Maßregelvollzug ist im Fall des Rodenbergers auf absehbare Zeit nicht zu rechnen. Er hat Wahnvorstellungen und ist einem Gutachten zufolge chronisch krank. Besserung, so hieß es in der Urteilsbegründung, sei nicht zu erwarten, die Wiederholungsgefahr hoch. Dies gilt insbesondere für sexuelle Übergriffe. Zuletzt lebte der 38-Jährige in einer betreuten Wohngruppe. In der Psychiatrie ist er bereits mehrfach gelandet. Wiederholt hatte der Rodenberger dort Mitpatienten und auch Passanten in Fußgängerzonen angefallen oder sich als Exhibitionist gezeigt. "Menschlich bedauert es die Kammer zutiefst, dass sie dem Betroffenen die Freiheit nehmen muss", wie Brüninghaus betonte. "Zum Wohl der Allgemeinheit bleibt ihr aber keine andere Wahl."



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